Serie "Mythos New York":Im Büro: schwarze Perücke. In der Freizeit: pinke Mähne

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Nicht ganz. Auch hier hat die modische Freiheit Grenzen. Häufig haben die mit dem Job zu tun. Eine andere Freundin trägt, wenn sie ins Büro auf der First Avenue geht, eine schwarze Perücke, die sie ein bisschen aussehen lässt wie Cleopatra. Darunter sind ihre Haare pink. Der Perücken-Trick als modische Diplomatie - das passt zum Job der Freundin: Sie arbeitet für die Vereinten Nationen.

Die großen New Yorker Designer sind auch nicht für punkigen Style bekannt, sondern haben der Welt den Büro-Chic gebracht: Calvin Klein, Ralph Lauren, Tommy Hilfiger, Marc Jacobs, Michael Kors - sie alle machen Businessmode im besten Sinn. Ihre Kunden geben viel Geld aus, um beim Geldverdienen gut auszusehen und sich auch damit für höhere Posten zu qualifizieren, um noch mehr Geld zu verdienen. Wer für eine weiße Bluse 400 Dollar bezahlt, investiert außerdem in ein gutes Gefühl, denn nirgends auf der Welt kommt Kapitalismus so verführerisch daher wie in New York.

In ihrer Freizeit tragen New Yorkerinnen seit einigen Jahren bevorzugt Athleisure-Mode. Eine Art freiwillige Uniform aus Leggins, Muskelshirt und blitzendem Sport-BH. Aufgrund dieser Vorliebe auf eine entspannte Geisteshaltung zu schließen, wäre aber falsch: Die Trägerinnen sind allzeit bereit für einen Sprint zum nächsten Lebensplan-Etappenziel. Für Modeikone Iris Apfel ist dies kein Look für jeden Anlass. Lässig hat für die 95-Jährige oft mit sich gehen lassen zu tun.

In einem Gespräch für die Interviewreihe The Talks sagte sie: "Wenn ich in ein Restaurant gehe und rüber zum Nachbartisch gucke, mag ich es, wenn die Leute attraktiv aussehen; es hilft meiner Verdauung. Wenn ich ein Biest mit offenem Hemd und einer haarigen Brust sehe, verdirbt mir das den Appetit!" Mode-Toleranz hat Grenzen. Sogar in New York.

Tipps für die nächste Reise nach New York:

Für unwillige Shopper: Grundsätzlich sind in New York auch viele Herren modisch experimentierfreudig. Wem es aber vor dem Klamottenkauf graust, der ist beim australischen Maßschneider InStitchu gut aufgehoben: Hier gibt es nicht nur verschiedene Schnitte und Stoffe zur Auswahl, sondern auch Whiskey zur Betäubung. Cheers!

Für Filmfans: Der Tiffany's-Flagshipstore in New York ist eine beliebte Kulisse für Heiratsanträge à la Hollywood. Wer selbst einen Blick auf die glitzernden Auslagen werfen will: 727 Fifth Avenue. (In direkter Nachbarschaft ist im Übrigen der Trump Tower, der den New Yorker Steuerzahler aktuell ein kleines Vermögen kostet - für die Bewachung von First Lady Melania Trump und ihrem Sohn Barron fallen 500 000 Dollar an. Täglich.)

Für Sparfüchse: Outlets sind in einer der teuersten Städte der Welt ein großes Thema. Und man muss noch nicht mal raus aus Manhattan, um reduzierte Markenware zu erstehen. Direkt am Union Square gelegen ist beispielsweise Nordstrom Rack - hier gibt es die Komplettausstattung, vom Fünferpack Socken bis zur Designer-Handtasche.

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