Sehenswürdigkeiten: Wartezeiten verkürzen:Clever anstellen

Egal ob Reichstag, Eiffelturm oder Freiheitsstatue: An internationalen Topsehenswürdigkeiten stehen sich Besucher nicht nur in der Hochsaison die Beine in den Bauch. Wie Sie jeweils schneller ans Ziel kommen - und manchmal sogar billiger.

Daniela Dau

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Eiffelturm in Paris, Frankreich

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Er ist die meistbesuchte kostenpflichtige Sehenswürdigkeit der Welt: Der Eiffelturm in Paris zog in der Hauptreisezeit zuletzt rund 35.000 Touristen an - pro Tag. Für einen Blick über Paris von dem gut 300 Meter hohen Turm nehmen die Besucher in langen Schlangen ...

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... Wartezeiten von mindestens einer Stunde auf sich - an Spitzentagen können es auch zwei bis drei Stunden werden. Das Problem lässt sich mit ein bisschen Planung umgehen. Vorausschauende Urlauber buchen ihre Wunschuhrzeit schon vor dem Paris-Aufenthalt über das Internet, drucken die Eintrittskarte aus oder speichern den Barcode auf ihrem Handy. Bevorzugten Zugang haben auch die Teilnehmer einer Altstadtrundfahrt inklusive Eiffelturm-Ticket. Die Luxus-Variante: Gäste des Sterne-Lokals "Jules Verne" gleiten dank ihrer Tischreservierung nach bevorzugter Abfertigung mit dem Aufzug direkt auf die zweite Etage des Turms in 125 Metern Höhe. Etwa 90 Euro pro Person für das Mittagsmenü sollte einem diese VIP-Behandlung wert sein. Sparsamere Naturen versuchen ihr Glück am besten in den frühen Abendstunden, dann sollen die Warteschlangen am kürzesten sein - und das aufflackernde Pariser Lichtermeer gibt es obendrein gratis.

IMMIGRATION DEBATE SHAKES US TO THE CORE

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Auf Ellis Island standen sich einst zahllose Einwanderer die Beine in den Bauch und warteten stundenlang auf die für die Einreise erforderliche ärtzliche Untersuchung und Prüfung ihrer Papiere - die Freiheitsstatue vor Augen. Ähnlich lange müssen kurzentschlossene New-York-Besucher ausharren, die aus den Fenstern in der Krone schauen wollen. Auf der benachbarten Liberty Island sind sie ihrem Ziel zwar näher, doch es dauert, bis man die Sicherheitskontrollen passiert hat und die 275 Stufen bis zum Kopf der Statue erklimmen kann. Der Zugang pro Stunde ist limitiert. Das "Reserve with Crown-Ticket" dagegen enthält den Bootstransfer, Zugang zum Museum, beschleunigte Kontrollen und den Aufstieg. Bis zu einem Jahr im Voraus kann man das Paket zum Wunschtermin buchen. Schlaue erledigen dies am besten bis zu eineinhalb Monate vor Reiseantritt, noch Schlauere kommen bei der Anreise aus New Jersey (Liberty Park statt Manhattan/Battery Park) in den Genuss einer schnelleren Abfertigung.

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Auch das Empire State Building bietet einen Online-Kartenvorverkauf an: So spart man sich zwar die Warteschlange am Kassenschalter, nicht aber die vor den Aufzügen. Diesen Zwischenstopp vermeiden die Besitzer eines Express-Pass-Tickets, müssen dafür allerdings mehr als das Doppelte bezahlen (etwa 47 Dollar). Am besten fahren die Käufer des Skyride-Combo-Tickets (für 42 Dollar): Nach dem Besuch einer 3-D-Vorführung geht es ohne Wartezeit auf die Plattform in der 86. Etage.

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Als die Uffizien in Florenz gebaut wurden, waren sie als Bürogebäude für Beamte und Behörden gedacht - "uffici" bedeutet auf Italienisch "Büros". Daran, dass die Galerie im Obergeschoss mit Bildern und Skulpturen von der Antike bis zum Spätbarock einmal eines der bekanntesten Kunstmuseen der Welt sein würde, dachte im 16. Jahrhundert niemand. Maximal 1000 Besucher dürfen sich gleichzeitig in den Räumlichkeiten aufhalten und Werke von Botticelli, da Vinci oder Raffael bestaunen - trotz Online-Buchungssystem mit Zeitfenster für den Eintritt sind Warteschlangen bei etwa 1,5 Millionen Besuchern pro Jahr nicht zu umgehen. Chancen auf eine kürzere Wartezeit hat man während der Mittagszeit oder am Spätnachmittag  - wenn die Reisegruppen sich zum Essen niederlassen oder nach der Besichtigung wieder in ihre Hotels zurückkehren.

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"Nichts im Leben wäre grausamer als blind in Granada zu sein" steht auf einer Inschrift in den Mauern der Alhambra. Wartezeiten von bis zu drei Stunden in der Hauptsaison sind allerdings auch kein Vergnügen: Pro Jahr wollen etwa 2,2 Millionen Menschen die von außen bescheiden wirkende, aber im Inneren über und über mit geometrischen und arabesken Mosaiken, Reliefs und Intarsien verzierte Festung besuchen. Statt Schlange zu stehen, können Tickets für die maurische Stadtburg vorab online oder in den Sparkassen-Filialen von La Caixa gekauft werden. Bis zu zehn Eintrittskarten pro Person sind möglich, alle dreißig Minuten wird eingelassen. Weniger frequentiert, dafür aber atmosphärisch einzigartig sind die Nachtführungen, in den Sommermonaten zwischen 22 und 23.30 Uhr.

The State Hermitage Museum

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Vormittags, gleich nach der Öffnung um 10.30 Uhr, sind die Warteschlangen vor der Eremitage in Sankt Petersburg am längsten. Bessere Chancen auf eine kurze Wartezeit hat man ab 14 Uhr, doch dürfte ein einmaliger Besuch ohnehin nicht reichen, um die etwa 150.000 Ausstellungsstücke in den prachtvoll ausgestatteten Räumen des Winterpalastes der russischen Zarenfamilie zu genießen. Wer sich allein die Gemälde- und Skulpturensammlungen (darunter zahlreiche Werke von Rembrandt, Rubens, Leonardo da Vinci und Michelangelo) oder aber die Impressionisten und Post-Impressionisten im oberen Stockwerk einmal in Ruhe anschauen möchte, bucht vorher online und löst den ausgedruckten Voucher am Extra-Schalter ein. Einige Reiseveranstalter bieten einen Früheinlass vor der normalen Öffnungszeit oder Führung an - freilich ist der Eremitage-Besuch dann nur ein Baustein einer komplett gebuchten Reise.

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Höhenangst sollte nicht haben, wer sich auf die dritthöchste Aussichtsplattform der Welt traut (nach dem World Financial Centre in Schanghai und dem CN Tower in Toronto): Die Aufzüge im Burj Khalifa in Dubai entlassen die Besucher nach etwa einminütiger Fahrt knapp 440 Meter über dem Erdboden auf eine zum Teil verglaste Plattform, die einen 360-Grad-Blick über Dubai ermöglicht. Der Zugang zu "At the Top" ist reglementiert. Um Wartezeiten zu vermeiden, bestellt man online vorher Tickets zum Wunschtermin. Das kostet nur ein Viertel der 80 Euro pro Person, die man für "Sofort-Eintritts-Karten" zahlt.

Fresken in der Sixtinische Kapelle

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Wenn die Warteschlange für die Vatikanischen Museen bereits mehrere Straßenecken vor dem Einlass beginnt, weiß der Rom-Tourist: Es ist der letzte Sonntag im Monat und der Eintritt zu den päpstlichen Kunstsammlungen und ihrer Hauptattraktion, der von Michelangelo mit unvergleichlichen Gemälden verzierten Sixtinischen Kapelle, ist frei. An den übrigen Tagen sind frühmorgens (vor der Öffnung um 8.30 Uhr) und vor dem letzten Einlass um 16.00 Uhr die Chancen auf eine kurze Wartezeit am besten. Wer Tickets online vorbestellt hat, kann an der Schlange einfach vorbeigehen, sollte aber unempfindlich gegen böse Blicke sein. Mindestens 48 Stunden im Voraus müssen Touristen dran sein, die sich die Museen im Rahmen einer Führung anschauen wollen. Und wer die Sixtinische Kapelle für sich allein haben will, für den kann - etwa im Rahmen einer Studienreise - das Museum außerhalb der Einlasszeiten geöffnet werden. Allerdings ist dann nicht nur der Kunstgenuss erhaben, sondern auch der Eintrittspreis.

REICHSTAG BESUCHER

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"Der frühe Vogel fängt den Wurm", sagt der Volksmund - in diesem Fall ist damit der weitgehend wartezeitfreie Eintritt zur Reichstagskuppel in Berlin gemeint. Wer zur Öffnung um 8.00 Uhr kommt, hat den Blick über Berlin (fast) für sich. Zu den meisten anderen Zeiten, vor allem aber vormittags, in den Sommermonaten und an Feiertagen, kann es bis zu drei Stunden dauern, bis man bis zum Lift vorgerückt ist, der einen auf das Dach des Reichstages und in die Kuppel trägt. Teilnehmer von vorher angemeldeten Bundestags-Führungen dürfen an der Warteschlange vorbeimarschieren, dasselbe gilt für Teilnehmer an externen Führungen. Ähnlich wie beim Eiffelturm gibt es auch für die Kuppel eine kulinarische Eintrittsvariante: Ein reservierter Tisch im Dachgartenrestaurant "Käfer" garantiert den Zugang ohne Wartezeit.

Restaurieung der Raumtextilien von Schloss Neuschwanstein

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Bis alle Türme und Zinnen von Schloss Neuschwanstein fertig und die Gemächer opulent eingerichtet waren, vergingen 17 Jahre - eine Geduldsprobe für König Ludwig II. Auch heute müssen sich die etwa 1,3 Millionen Besucher pro Jahr gedulden, bis sie die repräsentativen und privaten Räume des Königs betreten können. In der Hochsaison sind vor dem Schlossportal Wartezeiten von bis zu drei Stunden keine Seltenheit, am frequentiertesten sind die Monate Mai bis September und alle Feiertage. Besichtigungen sind nur geführt möglich, am frühen Nachmittag sind oft alle Führungen bereits ausverkauft. Karten kann man aber online oder per Telefon unter Angabe einer Wunschzeit reservieren (nur bis 17.00 Uhr des Vortages) und am Besuchstag am Extraschalter abholen.

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Die Besichtigung des Schiefen Turms von Pisa ist nur im Rahmen einer Führung möglich, die alle 30 Minuten neu beginnt. Wer in den Sommermonaten nicht online reserviert hat (ab 15 Tagen im Voraus mit der Angabe von Tag und Zeitfenster), kann am Besuchstag nur hoffen, dass noch einzelne Plätze zu Führungsterminen freigeblieben sind - oder sich die Zeit mit lustig gestellten Erinnerungsfotos unter dem Motto "Ich stütze den Turm" vertreiben. Die glücklichen Ticketbesitzer können ihre Karten 30 Minuten vor Führungsbeginn am Sinopia Museum oder am Central Ticket Office jeweils an der Kasse abholen. Das sollten Familien beachten: Kinder unter acht Jahren dürfen den Turm nicht erklimmen, Minderjährige unter 18 Jahren nur in Begleitung Erwachsener.

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Auch wenn am Vormittag die meisten Besucher unter den gestrengen Augen der "Beefeater" in den Tower zu London pilgern: Es lohnt sich, bereits zur Öffnung um 9 Uhr am Einlass zu sein (Sonntag und Montag um 10 Uhr), die meisten Reisegruppen beginnen ihren Besuch in der Regel erst später. Statt den üblichen Rundgang zu absolvieren, geht man am besten direkt durch zu den Kronjuwelen (hier staut sich später der Besucherstrom bis zu 30 Minuten lang) und besichtigt dann den Rest. Online können Karten bis zu sieben Tage im Voraus gekauft werden. Wer außer dem Tower noch weitere Sehenswürdigkeiten in London besichtigten möchte, kommt mit dem London Pass günstiger weg und genießt außerdem den Vorzug des "Fast Track Entry".

FRANCE-CASTLE-VERSAILLES-GATE

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Einmal durch den berühmten Spiegelsaal von Schloss Versailles schlendern, über den architektonischen Größenwahnsinn von Ludwig XIV. staunen und durch die barocken Gärten streifen - gut fünf Millionen Besucher kommen pro Jahr auf diese Idee. Lange Wartezeiten sind programmiert, in Ferienzeiten und an Ostern dauert der Einlass bis zu zwei Stunden. Wer es einrichten kann, vermeidet im Juli und August Besuche an den Wochenenden, dann ist es besonders voll. Allerdings verpasst man dann die beliebten Wasserspiele. Ohne Wartezeiten verlaufen die geführten Touren ab Paris (ab 69 Euro), der Besuch der Wasserspiele kostet zusätzlich.

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Zwei Jahre harrten Anne Frank, ihre Familie und andere Verfolgte in einem Versteck im Hinterhaus dieses unscheinbaren Hauses an der Amsterdamer Prinsengracht aus. Dann wurden sie verraten, verschleppt und ermordet - nur Annes Vater Otto kehrte nach Amsterdam zurück. Das Versteck und das Haus sind heute ein Museum, das Besuchern auch multimedial die Vergangenheit des Hauses und das Schicksal seiner Bewohner zu vermitteln versucht. Doch den tiefsten Eindruck hinterlässt bei den etwa eine Million Besuchern pro Jahr der Rundgang durch die (bis auf die Möbel) weitgehend im Original erhaltenen Räume ...

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... des Verstecks hinter dem berühmten Bücherregal (im Bild das Zimmer von Anne und ihrer Schwester Margot). Damit es in den engen Zimmern kein Gedränge gibt, ist der Eintritt zeitlich begrenzt - so erklärt sich in den Sommermonaten auch die teils lange Warteschlange entlang der Prinsengracht. Besitzer von Online-Tickets werden zu ihrer Wunschzeit bevorzugt eingelassen.

© sueddeutsche.de/dd/kaeb
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