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Sehenswürdigkeiten und Alternativen:Besser als Grand Canyon

An berühmten Attraktionen drängen sich Touristen. Dabei gibt es ebenso eindrucksvolle, aber weniger überlaufene Alternativen - zehn Beispiele.

Daniela Dau

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Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen Grand Canyon, nps.gov

Quelle: SZ

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Warum sich an berühmten Sehenswürdigkeiten, so beeindruckend und einzigartig sie auch sein mögen, über die vielen anderen Touristen ärgern? Es gibt Alternativen!

Statt Grand Canyon, Colorado: Bryce Canyon, Utah

Grand Canyon: Natürlich gehört der Anblick des Grand Canyon zu Recht zu den imposantesten der Welt. Größe zählt eben doch: Die berühmte Schlucht, die der Colorado River über Jahrmillionen Jahre in den Fels gegraben hat, ist 445 Kilometer lang, knapp 30 Kilometer breit und etwa 1600 Meter tief. Fünf Millionen Besucher wandern jährlich am Rand des Canyons auf gut asphaltierten Wegen entlang, ein Shuttle-Bus-System transportiert die Fußfaulen zum nächsten Aussichtspunkt. Und dann wieder zum nächsten. Die Trails zum Grund der Schlucht sind nur geübten und ausdauernden Wanderern zu empfehlen.

Doch die schiere Größe des Grand Canyon ist zugleich auch sein Manko: Ein bisschen eingeschüchtert steht der Besucher vor dieser Weite, während hinter ihm die nächste Ladung Aussichtswilliger aus dem Bus quillt und versucht, das gewaltige Panorama mit ihren Kameras zu erfassen.

Grand Canyon, Foto: nps.gov

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Bryce Canyon, Ray Mathis_nps.gov

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Bryce Canyon: Auf dieses Gedränge verzichtet man am Bryce Canyon im Südwesten Utahs, auf die Aussicht nicht: Wenn man an den Rand der Schlucht tritt, ist es, als ob eine gigantische Hand den Vorhang gelüftet hätte, um eine Landschaft voller erstaunlich geformter Steinsäulen zum Vorschein zu bringen.

Paiute-Indianer nannten diesen Ort "Unkatimpe-wa-Wince-Pockich", was verkürzt so viel bedeutet wie "rote Felsen, die wie Männer dastehen". Seinen englischen Namen hat der Bryce Canyon vom Mormonen-Rancher Ebenezer Bryce, dem beim Anblick seiner neuen Heimat der Ausspruch entfahren sein soll, dies sei ein "höllischer Ort, um eine Kuh zu verlieren".

Trotz seines Namens ist der Bryce Canyon keine Schlucht im eigentlichen Sinn, sondern eine Aneinanderreihung von kolossalen natürlichen Amphitheatern, die Eis, Wasser und Wind aus dem Fels eines Hochplateaus gefräst haben. Im Halbkreisrund stehen dort unzählige bizarr geformte Hoodoos - Säulen aus weichem Sandstein, deren Form ebenfalls durch Wind und Wetter entstanden sind und die sich ständig verändern. Abenteuerlich balancieren große Brocken auf dünnen Felsnadeln, sind die unterschiedlichsten Felsformationen, Bauklötzen gleich, aufeinandergetürmt. Nicht alle sehen stabil aus.

Mehrere Trails unterschiedlicher Länge führen mitten hinein in diese unwirkliche Welt aus Stein, die je nach Sonnenstand in den glühendsten Rot- und Orangetönen leuchtet. Oder man spaziert bequem auf angelegten Wegen am oberen Rand entlang. Der Bryce Canyon liegt an seinem höchsten Punkt 2700 Meter über dem Meeresspiegel, so dass es auch im Sommer kühl genug zum Wandern ist. Im Winter sind zwar die Parkeinrichtungen geschlossen, doch ein Blick auf die mit Schneekappen bedeckten Hoodoos sind die gut 400 Kilometer Anfahrt von Las Vegas oder Salt Lake City wert.

Bryce Canyon, Foto: Ray Mathis/nps.gov

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Machu Picchu, AFP

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Statt Machu Picchu: Choquequirao, Peru

Machu Picchu: Die sagenumwobene Inka-Stadt Machu Picchu ist von Cusco aus gut zu erreichen: Besucher besteigen die eigens gebaute Zuglinie, nehmen ab Agua Calientes für die letzten acht Kilometer den Bus und erreichen die Stadt schließlich zu Fuß über viele Treppenstufen. Das machen etwa 800.000 Touristen pro Jahr so - man kann sich leicht ausrechnen, dass es angesichts dieser Besucherdichte nur eingeschränkt möglich ist, die Stimmung an diesem außergewöhnlichen Ort wirken zu lassen.

Machu Picchu, Foto: AFP

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Choquequirao, visitperu.com

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Choquequirao: Das krasse Gegenstück liegt etwa 120 Kilometer westlich von Cusco. Nie entdeckt durch die Konquistadoren verbirgt sich hier die letzte Zuflucht der "Söhne der Sonne" vor den spanischen Eroberern. Die Zitadelle Choquequirao wurde vermutlich im 15. Jahrhundert unter der Herrschaft des Fürsten Pachacútec errichtet und liegt gut 3000 Meter hoch spektakulär auf einem Bergkamm.

Auf der einen Seite überblickt die Festung die Schlucht des Flusses Apurimac, ringsherum erheben sich die schneebedeckten Bergen der Vilcabamba-Region - kein Wunder, dass diese schwer zugängliche Festung niemals eingenommen wurde.

Zugegeben: Der Anmarsch ist nicht gerade einfach, die zweitägige Muli-Wanderung führt ab Cachora in der Provinz Cusco durch schluchtenreiche Berge und Regenwald - Komfortreisen ist anders. Das dürfte auch der Grund sein, warum weniger als 10.000 Touristen pro Jahr einen Fuß auf die treppenförmige Anlage von Choquequirao werfen.

Doch die Unbeirrbaren werden belohnt: Umgeben vom saftigen Grün des Regenwaldes liegt eine weitläufige Ansammlung von Gebäuden, Tempeln und Terrassen-Feldern. Vom Aufbau und der Anlage her erinnert Choquequirao stark an die berühmte "Schwester" Machu Picchu - nur ohne die vielen Menschen.

Choquequirao, Foto: visitperu.com

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Kolosseum, AP

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Statt Kolosseum, Rom: Arena von Pula, Kroatien

Kolosseum: "You're the top, you're the colosseum!" - diese enthusiastischen Liedzeilen von Cole Porter datieren aus dem Jahr 1934 und es ist zweifelhaft, ob dem US-Komponisten dieser Superlativ auch heute noch aus der Feder fließen würde. Das Amphitheater, zwischen 72 und 80 nach Christus in Rom erbaut, ist ein großartiges Zeugnis für die Baukunst der alten Römer. Doch heute fließt der Verkehr rund um die Arena, warten Touristenschlangen auf Einlass und Taschendiebe auf ihre Chance, während Römer-Darsteller um bezahlte gestellte Fotos mit Urlaubern buhlen und dabei gelegentlich sogar handgreiflich werden.

Kolosseum, Foto: AP

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Arena von Pula, iStock

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Arena von Pula: Im Vergleich dazu geht es geradezu beschaulich rund um die Arena von Pula in Istrien zu. Diese, ebenfalls im ersten Jahrhundert errichtete, sechstgrößte römische Arena der Welt, ist zwar nicht ganz so gut erhalten wie das Kolosseum, beeindruckt aber trotzdem mit ihren zweigeschossigen Arkadenbögen, die eine Höhe von 33 Metern haben.

26.000 Zuschauer fanden in der Antike Platz, um auf der 68 mal 42 Meter großen Kampfbahn Gladiatorenkämpfe und Tierhatzen zu verfolgen. Auch heute noch ist die in Meernähe gelegene Arena ein Ort für Veranstaltungen wie ein Sommerfestival, Opernabende, Rockkonzerte und große Kinovorführungen.

Arena von Pula, Foto: iStock

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Stonehenge, Getty Images

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Statt Stonehenge: Avebury, Wiltshire/Großbritannien

Stonehenge: Für die einen ist es nur ein Kreis aus groben, großen Steinen, für viele andere dagegen eine magische Stätte des Druiden-Kults - der Steinkreis nahe Stonehenge in der englischen Grafschaft Wiltshire im Südwesten Englands. Besonders zur Sommer- und Wintersonnenwende ist die dramatische Szenerie aus der Jungsteinzeit Treffpunkt für Tausende. Aber nicht nur dann schieben sich die Fahrzeuge dicht an dicht auf der nahegelegenen Hauptverkehrsstraße A303 vorbei. Wer die umgerechnet knapp sieben Euro Eintritt bezahlt hat, darf den Steinkreis den Rest des Jahres aus der Distanz und auf festgelegten Wegen erkunden. Das English Heritage Center bietet Führungen an, während derer man näher an die Steine herankommt.

Stonehenge, Foto: Getty Images

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Avebury, iStock

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Avebury: Gar nicht weit von Stonehenge entfernt, in der Nähe von Marlborough und ebenfalls in der Grafschaft Wiltshire, liegt der Steinkreis von Avebury, der genauso wie der berühmte Nachbar zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. Im Gegensatz zum restriktiven Zugang in Stonehenge können sich Besucher hier zwischen den 36 verbliebenen der ursprünglich 154 Steinen frei bewegen - genauso übrigens wie die weidenden Schafe, in deren Hinterlassenschaften man gelegentlich treten kann. Das ist aber auch schon die einzige Unbill beim Besuch, dazu ist der Eintritt frei.

Obwohl die Steine weiter verstreut liegen - 427 Meter misst der Durchmesser des äußeren Steinkreises, in seinem Inneren sind zwei kleinere erkennbar - verbreitet die heilige Stätte aus der Jungsteinzeit eine ganz besondere Atmosphäre. Ein kleines Museum in der Ortschaft Avebury bietet alles Wissenswerte über den Steinkreis, hier wird allerdings Eintritt verlangt.

Steinkreis von Avebury, Foto: iStock

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Great Barrier Reef, Tourism Queensland

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Statt Great Barrier Reef: Christmas Island, Australien

Great Barrier Reef: Die Touristenattraktion gehört genauso zu Australien wie die 350 Kilometer vor der Küste Javas und 2616 Kilometer nordwestlich von Perth im Indischen Ozean liegende Weihnachtsinsel. Doch die beiden Korallenriffe trennen nicht nur Tausende Kilometer sondern auch Welten, was den paradiesisch-einsamen Zugang zu einer weitgehend intakten Unterwasserwelt betrifft.

Great Barrier Reef, Foto: Tourism Queensland

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Christmas Island, Tourism Queensland

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Christmas Island: Kitschig, aber wahr: Allein der Blick in das kristallklare Wasser rund um Christmas Island kann den Atem rauben. Gleich unterhalb der Wasseroberfläche liegt ein Riff aus Steinkorallen, verschwenderisch bunt und vielfältig bewachsen.

Sonnenstrahlen teilen das türkise Blau, träge ziehen Manta-Rochen vorüber, gefolgt von einer Gruppe Spinnerdelphine - Schnorchler und Taucher genießen ungestört das Unterwasserszenario.

Die mit Regenwald bewachsene Insel ist die Spitze eines uralten Vulkans. Bei Schnorchelausflügen vor den teils schroffen Küsten kann man Tropfsteinhöhlen erkunden, die direkt über die schmalen Stränden zu erreichen sind.

Christmas Island hat ein tropisches Klima, Februar und März sind die Monate mit dem üppigsten Niederschlag. Fünf-Sterne-Unterkünfte findet man hier nicht, regelmäßigen Flugverkehr gibt es vom kleinen Flughafen aus nach Perth, Singapur und Kuala Lumpur. Wer nicht tauchen möchte, ist fehl am Platze - viel mehr gibt es auf Christmas Island nicht zu tun.

Foto: Tourism Australia

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Pompeji, iStock

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Statt Pomepeji, Italien: Leptis Magna, Libyen

Pompeji: Während man die Besichtung von Pompeji auf einer Reise nach Neapel quasi im Vorbeigehen mitnehmen kann, muss man sich für Leptis Magna entscheiden: Die libysche Regierung gestattet keinen Individualtourismus, wer die Ruinenstadt an der libyschen Küste etwa 120 Kilometer westlich von Tripolis besuchen will, ist auf eine Reisegruppe angewiesen.

Pomepeji, Foto: iStock

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Lepis Magna, www.libyen.com

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Leptis Magna ist die größte erhaltene Stadt der Antike und gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Im zweiten Jahrhundert errichtet, bot die Stadt bis zu 100.000 Einwohnern Obdach und Auskommen, sie gehörte zu den bedeutendsten Handelsstädten ihrer Zeit und war unter anderem ein wichtiger Umschlagplatz für Löwen und Elefanten, die für die Zirkusspiele im ganzen römischen Reich benötigt wurden. Im dritten Jahrhundert begann nach zahlreichen Nomadenüberfällen der Niedergang der Stadt, der schließlich das heutige Tripolis an Bedeutung den Rang ablief. Etwa im 7. Jahrhundert wurde Leptis Magna von den verbliebenen Bewohnern aufgegeben. Wüstensand deckte die prachtvollen römischen Sakral-, Triumph- und Alltagsbauten zu - bis ins 20. Jahrhundert hinein.

Bis heute ist die Stadt in ihrer originalen Ausdehnung erhalten und das weitgehend ungestörte Spazieren auf den alten Straßen vorbei am Kolosseum, dem Triumphbogen, dem Forum, den Bade- und Wohnhäusern vermittelt ein besonders authentischen Eindruck über das Leben in der Antike.

Leptis Magna, Foto: www.libyen.com

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Angkor Wat, Reuters

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Statt Angkor Wat, Kambodscha: Wat Phou, Laos

Angkor Wat: Die Tempel von Angkor Wat in Kambodscha gehören ganz zweifellos zu den beeindruckendsten der Welt, aber natürlich auch zu den am meisten besuchten. Zwei Millionen Touristen hatte die kambodschanische Regierung als ambitioniertes Ziel für das Jahr 2008 ausgegeben - und wurde zu ihrer großen Freude sogar übertroffen: 2,1 Millionen Menschen besichtigten die Tempelanlage aus dem 9. bis 11. Jahrhundert. Doch der Zuwachs zeigt Wirkung: Statt wie früher mit dem Fahrrad oder mit Rikschas, kommen die Besucher nun in Massen motorisiert hierher. Bereits ab fünf Uhr morgens drängeln sich Tuk-Tuks, vollklimatisierte Touristenbusse, verbeulte Toyotas und nagelneue Lexus-SUVs auf der sieben Kilometer langen Strecke von Siem Rep bis zur Tempelstadt. An manchen Tagen ist die Luftverschmutzung so stark, dass das Atmen schwierig wird, viele Besucher tragen Mundschutz.

Angkor Wat, Foto: Reuters

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Wat Phu, iStock

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Wat Phou kann mit der schieren Größe von Angkor Wat zwar nicht mithalten - ansonsten ist dieser Außenposten der Khmer-Gottkönige in Laos dem Tempelkomplex im benachbarten Kambodscha absolut ebenbürtig. Und sogar hundert Jahre älter.

Unterhalb des heiligen Berges Phu Khuai wurde die Tempelstadt vermutlich schon im 5. Jahrhundert errichtet, vom Mekong-Fluss aus führt ein schöner Spaziergang herauf. Da Laos noch nicht im Fokus der weltweiten Urlauberaufmerksamkeit liegt, tröpfeln die Touristen mehr hierher, als dass sie strömen. Man kann also relativ ungestört zwischen den Ruinen umherstreifen - kein Vergleich mit der Kulisse aus Motorenlärm und Megaphongeschrei in Angkor Wat.

Nur während Bun Wat Phou, einem dreitägigen, buddhistischen Fest zu Vollmond im Februar, kann es laut werden: Ein nicht abreißender Strom von Gläubigen pilgert auf dem Weg hoch nach Vat Phou Champasak, betet und hinterlässt Opfergaben.

Die Tempel von Vat Phou wurden im Jahr 2001 von der Unesco in die Welterbe-Liste aufgenommen. Doch die Stätte ist bedroht: Über Jahrhunderte hinweg wurde in dem armen Land nichts für den Erhalt der alten Kulturgüter getan, Bodenerosion und das feuchte Klima nagen an den alten Steinen. Viele der Schreine, Treppenaufgänge und Stupas werden nur durch das pittoreske Wurzelwerk der umstehenden Bäume gestützt - was zum Teil die besondere Atmosphäre an diesem verwunschenen Ort ausmacht. Der Global Heritage Found, eine Non-Profit-Organisation aus den USA zur Erhaltung von Kulturstätten weltweit, hat Vat Phou inzwischen unter seine Fittiche genommen.

Die Stadt Pakse knapp 50 Kilometer flussaufwärts ist das Tor für Vat Phou, Flieger aus Bangkok, Phnom Penh und der laotischen Hauptstadt Vientiane landen hier. Weiter geht es mit dem Bus in die verschlafene Provinzstadt Champasak und von dort aus mit Tuk-Tuks zur Ruinenstadt. Stilvoller, aber natürlich wesentlich teurer, sind mehrtägige Mekong-Flussfahrten, die man bereits in Pakse antreten kann.

Vat Phou, Foto: iStock

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Everest South Base Camp, AFP

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Statt Everest Base Camp: Kangchendzönga Base Camp, Nepal/Indien

Mount Everest: Obwohl der höchste Berg der Welt während der Gipfelsaison als überlaufen gilt, wagen sich tatsächlich die wenigsten bis ganz hinauf. Mehr als 40.000 Trekker pro Jahr wollen im South Base auf gut 5300 Meter lediglich ein bisschen Gipfelluft schnuppern. Während der mehrtägige Trek dort hinauf zu einem Hochgebirgserlebnis werden kann, dürfte es im Camp selbst nur wenige Minuten dauern, bis man wieder weg möchte: Zu viel Müll, zu viele Menschen, zu wenige Toiletten - die Bedingungen unterhalb des Khumbu-Eisbruchs sind alles andere als idyllisch und viele der potentiellen Gipfelstürmer können äußerst gereizt auf Leute reagieren, die "nur mal gucken" wollen.

Mount Everest Base Camp, Foto: AFP

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Kangchendzönga, iStock

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Kangchendzönga: Ein anderes Bild bietet sich knapp 150 Kilometer weiter östlich, im Base Camp des Kangchendzönga, mit 8586 Metern der dritthöchste Berg der Erde. Im Gegensatz zum Everest-Trek, wo Teehäuser bis auf gut 5100 Meter Höhe zumindest minimalen Komfort bieten, gibt es bewirtschaftete Hütten am Kangchendzönga nur bis auf gut 3600 Metern Höhe. Das bedeutet, dass auf einem Gutteil der Strecke bis zum Base Camp (Pang Pema) auf 5140 Metern Höhe gezeltet werden muss - was die Zahl der Trekker von ganz alleine reduziert.

Fast noch augenfälliger: Während im Everest South Base Camp die Iglu-Zelte zwischen Felsbrocken auf dem steinigen Ausläufer einer Moräne festgezurrt sind, ist Pang Pema eine grasbewachsene Viehweide, auf der Yaks mit ihren Glocken bimmeln und Vögel wie die Alpenbraunelle nach Brotkrümeln picken. Auch für den Aufstieg zum Kangchendzönga Base Camp braucht man eine offizielle Genehmigung, die nur organisierten Reisegruppen erteilt wird.

Kangchendzönga, Foto: iStock

(sueddeutsche.de/dd/kaeb/bgr)

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, AP

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Statt Taj Mahal: Humayuns Grabmal, Delhi

Taj Mahal: Wahrscheinlich braucht man ein Herz aus Stein, um sich nicht für die majestätische Schönheit des Taj Mahal in Agra südöstlich von Delhi begeistern zu können - und ein Herz aus Gold, um die jährlich drei Millionen Touristen nicht auf den Mond zu wünschen. Die meisten von ihnen besuchen das Mausoleum für die Lieblingsfrau des Großmoguls Shah Jahan aus dem 17. Jahrhundert vermutlich genau am selben Tag wie Sie.

Foto: AP

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Humayun-Grabmahl, iStock

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Humayuns Grabmal: Es steht etwas versteckt in einem wenig besuchten Vorort knapp fünf Kilometer südlich von Delhis Innenstadt. Das Grabmal des Nasiruddin Muhammad Humayun ist ein architektonischer Vorläufer des Taj Mahal. Das Grabmal aus rotem Sandstein wurde für den zweiten Herrscher der Mogul-Dynastie im Jahr 1562 errichtet.

Feines Gitterwerk aus Marmor wölbt sich 43 Meter hoch über der untermauerten Grabkammer, die durch zwei imposante Tore im Süden und Westen zugänglich ist. In der unheimlich stillen Grabkammer und inmitten der zwölf Hektar großen Gartenanlage findet man genügend Ruhe und inneren Rückzug von Delhis Trubel, um die Großartigkeit des Bauwerks genießen zu können.

Geöffnet ist das Grabmal und sein Landschaftspark von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, der Eintritt kostet umgerechnet etwas mehr als drei Euro, genauso wie die Rikschafahrt von Delhis Innenstadt (Connaught Place) aus zum Mausoleum.

Humayuns Grabmal, Foto: iStock

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Kilimandscharo, Reuters

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Statt Kilimandscharo: Mount Kenya, Kenia

Der Kilimandscharo ist Spitze: Er ist der höchste Berg Afrikas (5895 Meter), er hat den bekanntesten Namen und jedes Jahr erklimmen ihn 25.000 Menschen. Nicht alle schaffen es mit ihren geführten Trekking-Gruppen bis zum Gipfel: Die Routen sind zwar nicht besonders anspruchsvoll, doch die Höhenkrankheit schlägt unberechenbar zu.

Kilimandscharo, Foto: Reuters

Sehenswürdigkeiten Touristen Fallen, Mount Kenya, iStock

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Mount Kenya dagegen ist mit 5199 Metern zwar nur das zweithöchste Bergmassiv des Kontinents, aber deswegen nicht zweite Wahl. Im Gegenteil: Gleich drei Gipfel mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden kann man auf dem Massiv besteigen, einige der acht Routen sind für Bergsteiger außerdem anspruchsvoller als die auf den höheren Bruder und bei weitem nicht so überlaufen.

Auf dem Weg nach oben bieten sich spektakuläre Rund- und Ausblicke über Regen- und Bambuswälder, hohe Klippen, Wasserfälle, Gletscher und Schluchten. So gesehen, bietet der Mount Kenya das abgerundetere Bergerlebnis.

Mount Kenya, Foto: iStock

© s.de
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