Dem Geheimnis auf der Spur:Das übersehene Dorf

Lesezeit: 3 min

Nina Menegatto, die "Fürstin von Seborga": Die Aufnahme entstand am 20. August 2021, dem Nationalfeiertag des Fürstentums. (Foto: Mandoga Media/imago images)

Jahrhundertelang führte Seborga, ein vier Quadratkilometer großer Flecken am Mittelmeer, ein Dasein jenseits aller Verträge. Heute ist es ein selbsternanntes Fürstentum. Wie kam es dazu?

Von Rudolf von Bitter

Das Erstaunen war groß, als Nina Menegatto, eine in Kempten im Allgäu geborene Immobilienverwalterin, zur Fürstin von Seborga gekürt wurde. Seborga ist ein Dörfchen auf einer ligurischen Bergkuppe, es liegt 500 Meter über dem Mittelmeer, der Blick reicht von dort bis in das französische Département Alpes-Maritimes. Eigentlich war die Fürstenwürde auf ihren Mann Marcello Menegatto übergegangen, als Marcello I.; doch die beiden trennten sich, sehr bürgerlich, und so verzichtete er am 12. April 2019 in einer Erklärung an die "gesamte Bevölkerung des Fürstentums Seborga, an die Edlen, den Kronrat und die Regierung des Fürstentums Seborga" auf alle seine Ämter, einschließlich Kfz-Nummernschild "001SB", Diplomatenpass und Personalausweis "Nr. 00001". Seine Frau wurde per Akklamation der Einwohnerschaft die neue Fürstin.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusDem Geheimnis auf der Spur
:Der verschwiegene Gau

1957 ereignete sich in der Sowjetunion eine Atomkatastrophe, die fast so schwer war wie Tschernobyl. Nur erfuhr die Welt kaum von dem Unfall bei Kyschtym. Was passierte in der geheimen Anlage tatsächlich?

Von Fabrice Braun

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: