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Schweizer Rheinschwimmer Bromeis gibt auf:Zu kalt, viel zu kalt

Die Schweiz warb damit, dass Extremsportler Bromeis als "erster Mensch überhaupt" den ganzen Rhein von der Quelle im Kanton Graubünden bis zur Mündung im niederländischen Rotterdam durchschwimmen sollte. Jetzt gab er auf. Der Erste war er sowieso nicht.

Nach erschöpfenden Schwimmetappen in eiskaltem Wasser hat der Schweizer Extremsportler Ernst Bromeis seinen Versuch abgebrochen, den ganzen Rhein zu durchschwimmen. Unerwartet harte Umstände hätten seiner "großen Vision" ein Ende bereitet, ließ der "Wasserbotschafter" der Schweiz mitteilen.

Schweizer will von der Quelle bis zur Mündung des Rheins schwimmen

Ernst Bromeis wollte die 1230 Kilometer den Rhein hinunter schwimmen - von der Quelle bis zur Mündung - und damit die Aufmerksamkeit auf den Fluss und die endliche Ressource Wasser lenken. Doch der Zeitpunkt war schlecht gewählt.

(Foto: Andrea Badrutt/dapd)

Bis dahin hatte er im Rahmen seiner Aktion "Das blaue Wunder - Rhein 2012" seit dem 2. Mai etwa 400 der 1230 Kilometer langen Strecke geschafft. Sorge um seine Gesundheit lasse "eine Weiterführung nicht mehr zu", erklärte das Unternehmen Schweiz Tourismus. Zuvor hatte dieser wichtigste Sponsor der Aktion in der Werbung erklärt, Bromeis durchschwimme den Rhein von der Quelle in den Bündner Alpen bis zur Mündung an der niederländischen Nordseeküste "als erster Mensch überhaupt".

Doch wenige Tage nach dem Start von Bromeis an der Rheinquelle im eisigen Tomasee meldete sich ein Deutscher und erklärte: "Die Strecke bin ich doch schon 1969 geschwommen."

Der heute 71-jährige pensionierte Silberschmied Klaus Pechstein aus Linz am Rhein legte Berichte von Zeitungen vor, die ihn damals begleiteten, sowie seine eigenen Planungsunterlagen. Er wolle aber keineswegs einen Rekord beanspruchen, sagte Pechstein. Im Gegenteil, er wünsche dem Schweizer alles Gute und verfolge dessen Aktion mit großer Sympathie.

"Für sein großes Vorhaben hätte ich ihm durchaus ein paar Tipps mit auf den Weg geben können", sagte er. Der Schweizer Extremschwimmer hatte das gelassen zur Kenntnis genommen. Er habe schlicht nicht gewusst, dass schon jemand vor ihm den Rhein durchschwommen habe, sagte er. "Ich freue mich für Herrn Pechstein und ich möchte ihn sehr gern kennenlernen."

Bromeis selbst hatte nie behauptet, der "Erste" zu sein. Auch um einen Rekord sei es ihm nie gegangen, sondern um seine Botschaft: Die Aktion "Das blaue Wunder Rhein" sollte darauf aufmerksam machen, dass "Wasser verletzlich, sogar zerstörbar, und doch unverzichtbarer Quell unseres Lebens ist" und die Menschen zum klugen und schonenden Umgang mit dieser wertvollen Ressource ermahnen.

Nun musste sich der Schweizer, der sich als aktiver Naturschützer und Sportler in seiner Heimat großer Achtung und Anerkennung erfreut, eingestehen, dass sein Plan wohl doch zu ambitiös war.

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