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Schweiz: Monte-Rosa-Hütte:Hütten-Romantik in der Silberhaut

Urig ist zwar anders, doch die Monte-Rosa-Hütte in der Schweiz glänzt mit Ökotechnik und neuem Komfort für Tourengeher und Wanderer.

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Monte Rosa Hütte Zermatt Schweiz, Switzerland Tourismus/Christof Sonderegger/dpa

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Anfangs geht es gemütlich mit der Gornergratbahn aufwärts. Doch dann müssen Tourengeher und Bergwanderer zwei Gletscher überqueren und drei Stunden Aufstieg hinter sich bringen, bevor sie die Neue Monte-Rosa-Hütte hoch über Zermatt in der Schweiz erreichen. Wer noch die urige Atmosphäre der alten Monte-Rosa-Hütte vor Augen hat, wird überrascht sein.

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Touren in den Alpen Schweiz Zermatt Matterhorn Gornergletscher, AP

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Ufo oder Bergkristall? Die silberne Außenhülle aus Aluminium und die Südfront aus Solarpaneelen lässt an ein gelandetes Raumschiff denken.

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Mit ihrem achteckigen Grundriss und den schräg nach oben laufenden Außenwänden erinnert die Hütte aber auch an einen geschliffenen Kristall.

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Das Gebäude an einer der schönsten Stellen der Alpen, 2884 Meter über dem Meer, setzt in vielerlei Hinsicht Maßstäbe. Mehr als 90 Prozent der Energie, die das Haus verbraucht, liefert es selbst.

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Möglich macht das die abgeschrägte Südwand, auf der 84 Quadratmeter Photovoltaikzellen die Höhensonne einfangen. Zusätzlich wurden nahe der Hütte Solarkollektoren aufgestellt. Überschüssige Sonnenenergie wird in Batterien gespeichert, für die Nächte und wolkenverhangene Tage. Erst wenn das nicht ausreicht, springt ein Blockheizkraftwerk ein, das Rapsöl verbrennt.

Die Befehle dazu funken Computer der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), die die übermittelten Daten der Wetterstation und des Energiesystems der Hütte erfassen.

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Die ETH hat die Software für die Haustechnik entwickelt und von dort kommen auch die Architekten (im Bild Andrea Deplazes, li., und Marcel Baumgartner), die so nachhaltig wie möglich bauen sollten.

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Vom 10. März an können die ersten Skitourengeher erkunden, was ihnen die moderne Technik der neuen Hütte bringt. "Es ist nicht mehr so stickig und im Winter nicht mehr kalt, alles ist gut klimatisiert", verspricht Peter Planche vom Schweizer Alpen-Club (SAC).

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Möbel, Decken und Balken im Hütteninneren sind aus hellem Holz, durch Panoramafenster entlang der Kaskadentreppe können die Gäste auf allen fünf Etagen die Kulisse mit dem Matterhorn und dem Monte-Rosa-Massiv überblicken.

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Mancher Wanderer schätzte wohl gerade die urige Atmosphäre der alten Monte Rosa-Hütte, das Raue, Improvisierte, Romantische. "Wenn urig heißt, dass die Decken kratzen und man in riesigen Lagern zusammen mit vielen Schnarchern schläft - das ist vorbei", entgegnet Planche. Zwar gebe es weiterhin keine Einzelzimmer, doch immerhin schlafen hier nur vier bis acht Wanderer gemeinsam in einem der 19 Zimmer. "Jeder bekommt sein eigenes Bett mit Daunendecken und genügend Platz, um seinen Rucksack abzustellen", so Planche. Und im Restaurant gebe es für jeden Gast einen Sitzplatz.

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Was Wanderern aber viel wichtiger sein dürfte: Sie müssen die Hütte nun nicht mehr verlassen, um auf die Toilette zu gehen. Das Wasser für die Spülung kommt aus der Aufbereitungsanlage in der Hütte. Damit die Gäste die ganze Saison über duschen können, wird Schmelzwasser gesammelt.

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Touren in den Alpen Schweiz Zermatt Matterhorn Gornergletscher, ETH-Studio Monte Rosa/Tonatiuh Ambrosetti

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Nicht zuletzt wegen des aufwendigen Abwassersystems kostete der Neubau rund 6,5 Millionen Schweizer Franken (etwa 4,5 Millionen Euro). Neben dem Schweizer Alpen-Club und der ETH Zürich halfen Sponsoren mit, die enorme Summe aufzubringen.

Foto: ETH-Studio Monte Rosa/Tonatiuh Ambrosetti

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"Für uns war das eine einmalige Sache", sagt Planche. "Wir wollten zeigen, dass man auch im Hochgebirge energieautark bauen kann."

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Vielleicht spornt das Ergebnis ja Nachahmer an. Delegationen aus Japan und China haben sich den Öko-Bergkristall jedenfalls schon genauer angesehen.

Foto: ETH-Studio Monte Rosa/Tonatiuh Ambrosetti/dpa

(sueddeutsche.de/Forian Sanktjohanser, dpa/dd/kaeb)

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