Schneeverhältnisse in den Alpen 207 Prozent Winter

Wer vergessen hat, wie sich Schnee unter den Brettern anfühlt, muss derzeit sein Glück jenseits des Alpenhauptkamms versuchen. Dort kann es einem allerdings auch passieren, dass man wegen des Schneefalls nicht auf die Pisten kommt.

Schneemangel? Welcher Schneemangel? In den bayerischen Skigebieten macht sich gerade Frust breit. Auf der Südseite der Alpen gibt es dagegen genügend Stoff für Wintersportler. In manchen Orten ist es sogar fast zu viel. Eine Auswahl.

Oberengadin, Schweiz

Man kann den Schweizern so einiges nachsagen, aber fehlenden Hang zur Akkuratesse nun wirklich nicht. Das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos gibt seit Jahren sogenannte Schneekarten heraus. Eine davon zeigt die "Schneehöhe im Vergleich zum langjährigen Mittel". Das klingt erst einmal sehr nach Schwiizer Institutsdütsch, ist aber gar nicht so schwer zu verstehen. Für die Region um den Berninapass unweit von Pontresina weist die Karte momentan die Zahl 207 aus. Oder anders ausgedrückt: Es liegt hier mehr als doppelt so viel Schnee wie in einem Durchschnittsjahr.

Das Beste: Wer die 207 Prozent wirklich spüren möchte, dem steht die ganze Welt des Wintersports offen - und zwar zu beinahe allen Tages- und Nachtzeiten. An der Diavolezza beispielsweise werden nicht nur Vollmondskifahren (Rätoromanisch: Glüna Plaina) und Sprudelbad (vulgo: Jacuzzi) angeboten, sondern auch die mit zehn Kilometern längste Gletscherabfahrt der Schweiz. Sie führt bis direkt zum Restaurant der Bahnstation Morteratsch, von wo aus Langläufer wiederum die etwa 2,8 Kilometer lange Loipe bis zur Gletscherzunge des Morteratschgletschers angehen. Die Bahn erschließt die Weiten des großartigen Oberengadins - oder führt zurück zur Diavolezza-Talstation. Wer warten muss, trinkt am besten einen Espresso - zum Preis in Höhe von 207 Prozent im Vergleich zum langjährigen deutschen Mittel.

Ski Skigebiet St. Moritz
Skifahren in der Schweiz

Skigebiet St. Moritz

Der Ruf von St. Moritz ist legendär. Schließlich liegt hier, im Oberengadin, die Geburtsstätte der "weißen Winterferien" (1864).   von Stefan Herbke

Dominik Prantl

Tageskarte: 50 Euro (62 CHF), www.engadin.stmoritz.ch, www.slf.ch