Schmittenhöhe bei Zell am See Das Erbe des Schnapshans

Auch nicht, dass alles hier beim Schnapshans seinen Preis hat, billig ist rein gar nichts. Eine Pizza kostet 12,50 Euro, die Knödelvariationen gibt es für 11,90 Euro. "Kein Convenience Food", sagt Schiefer. Das ist ihm wichtig, denn das Konsumverhalten habe sich geändert: "Der Gast ist schwieriger geworden. Weniger Schnaps, mehr Wein." Bis zu 6000 Flaschen von 26 bis weit über 100 Euro pro Stück gehen in einem Winter über die Theke.

Manche Winzer lassen sogar eigens Etiketten mit seinem Schnapshans-Logo drucken. Es gibt ein Schnapshans-Bier und natürlich einen besonders teuren Hausmarken-Schampus. Der Schnapshans ist inzwischen selbst eine Marke.

Das Publikum ist international, der Großteil sind traditionell Deutsche, "60 Prozent", schätzt Schiefer. Aber auch viele Engländer, Schotten, Iren trinken mit. Gibt es in Ländern Krisen, so erzählt der Schnapshans, dann kann er das hier oben an seiner Bar sehen. Zurzeit kämen die Skandinavier wieder verstärkt zurück, dafür würden die Russen weniger. Schiefer versteht sich auf dieses Spiel, er hofiert die solvente Klientel. Und er weiß den "normalen" Skifahrer zu schätzen: "Willst du Kaviar essen, musst du Heringe verkaufen."

Das Geld verdient er mit dem kleinen Mann, erklärt er, denn wenn nichts los wäre, dann kämen auch keine großen Fische. Die wiederum sind unabdingbar fürs Image und so fügt sich alles zusammen im Schnapshans-Kosmos.

50 Jahre Skifahren am Kitzsteinhorn

Wenig Gletscher für alle

Da ist es für ihn auch kein großes Problem, dass sich kleine wie große Fische bei übermäßigem Alkoholgenuss nicht gerade zum Vorteil verändern. Schiefers Frau Birgit, die mit ihm den Barbetrieb und das Selbstbedienungsrestaurant leitet, sagt aber, dass Ärger eher die Ausnahme sei.

Anekdoten kann der Schnapshans dennoch genug erzählen: Einmal habe er sich gefragt, wo denn die lustigen Iren geblieben seien, die gerade noch fröhlich gezecht hätten. Erst als er um die Bar herumging, sah er sie daliegen. "Ich hab sie huckepack auf Skiern zur Station gebracht."

Praktischerweise gehört auch die Bergstation zum Hotelkomplex: Jeder, den die Gondel auf den Berg bringt, muss an seiner Bar vorbei. Und bestellt sich Wein, Schampus oder Mischungen wie "Vitamina Potentia", Wodka und Melonensaft mit einem Melonenbällchen im Schnapsglas, wenngleich dieses momentan nicht auf der Karte steht. "Mit meinen Melonen verdien' ich Millionen", posaunte der Schnapshans gerne. Und? Verdient er Millionen?

"Es lafft", sagt er wieder und macht eine kurze Pause, "sehr gut." Optisch hat sich viel getan in den vergangenen 30 Jahren, aber an der Theke ist alles beim Alten geblieben: Skifahrer aus der ganzen Welt lassen sich von dem kauzigen Kerl an der Bar mit Musik und Schmäh zum Verweilen überreden, manche länger, manche kürzer.

Bleibt eine Frage: Woher kommt nur dieser Name? Ganz einfach, sagt Herwig Schiefer, wie alles hier in seiner Welt: Zu seinen Anfängen habe ein Deutscher hinter der Theke gearbeitet, "ein guter Freund", sagt er, und der hieß tatsächlich Hans. Und der Hans, der habe schon mal allein eineinhalb Liter Blasius Kräuterschnaps vernichtet - pro Schicht. Das Original ist lange weg, also übernahm Schiefer den Namen, das Vermächtnis des Schnapshans sozusagen. "Und jetzt ist er Kult", sagt Schiefer. So wie er selbst.

Skigebiet Zell am See-Kaprun

Zell am See-Kaprun bietet mit dem zugehörigen Gletscherskigebiet am Kitzsteinhorn sowie dem Maiskogel auf insgesamt 138 Pistenkilometern Skifahrern und Snowboardern Strecken jeglicher Couleur: Leichte und mittelschwere Familienabfahrten wie beispielsweise auf der langen Areit, die in den Zeller Ortsteil Schüttdorf führt. Breite, gut präparierte Pisten am Sonnenkogel, schwarze, anspruchsvollen Pisten auf der Kettingalm oder vom Hirschkogel zur Talstation, oder sogenannte Varianten, mit denen das anspruchsvolle Freeride-Publikum gelockt werden soll. Im Jahr 1965 wurde am Kitzsteinhorn das erste Gletscherskigebiet Österreichs erschlossen, heuer feiert es 50-jähriges Bestehen.

Allein die Schmittenhöhe, der Hausberg von Zell am See, wird von einem Netz von 26 Seilbahnen und Liften umspannt und kann auf insgesamt 77 Pistenkilometern befahren werden. Die langen und fordernden Abfahrten bereiten besonders ambitionierten Fahrern Freude, die Trass ist dabei eine kleine Berühmtheit. Seit 1951 wird der Trasslauf einmal im Jahr ausgetragen. Er gilt als einer der härtesten Riesentorläufe Österreichs: mehr als vier Kilometer Piste sind mit 120 Tore ausgeflaggt. 1995 stellte ein gewisser Hermann Maier einen Streckenrekord auf, bevor er ein Jahr später seine internationale Weltcup-Karriere begann. Sein Rekord hatte bis 2011 Bestand, heute hält ihn ein Skilehrer aus Zell.

Die steilsten Ski-Abfahrten

Profi-Pisten für jedermann