
Noch ist von der zu erwartenden Pracht und Opulenz nicht viel zu sehen. Doch im Inneren des Gebäudes am Südflügel von Schloss Versailles wird schon eifrig gewerkelt: Bis Ende 2011 soll hier ein Luxus-Hotel mit 23 Zimmern entstehen.

Das Gebäude mit dem Namen "Hôtel du Grand Contrôle" diente bis 2009 als Offiziersmesse und gehörte zum Verteidigungsministerium. Die Schlossverwaltung hatte es erst im vergangenen Jahr übernommen.

Nun ist es voraussichtlich für die nächsten 30 Jahre in Händen der Privatfirma Ivy International, die sich die Renovierung des 1700 Quadratemer großen Gebäudes 5,5 Millionen Euro kosten lässt. Den Namen "Hôtel du Grand Contrôle" hat es von seiner ursprünglichen Bestimmung: Unter Ludwig IVX. errichtete Hofarchitekt Jules Hardouin-Mansart eine Behörde für die Finanzaufsicht, die hier bis zur Revolution residierte.

Hardouin-Mansart baute in Versailles weitere Teile des Schlosses, den Grand Trianon, die Orangerie, das Château von Marly und in Paris den Invalidendom, den Pont-Royal, die kreisrunde Place des Victoires und die rechteckige Place Vendôme. Dabei kümmerte sich der Barockbaumeister nicht nur um Planung und Ausführung von großen Bauvorhaben, sondern auch um die Details.

So wurde auch das berühmte königliche Tor nach seinen Entwürfen gefertigt.

Das Hotel wird ein idealer Ausgangspunkt für eine ausführliche Besichtigung des Schlosses nahe Paris sein. Nur ein kurzer Spaziergang führt die Gäste zu weltbekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Spiegelsaal und dem ...

... Opernhaus, das sich der "Sonnenkönig" ...

... Ludwig IVX. für sein monumentales Bauwerk gewünscht hatte.

Doch Versailles ist nicht nur berühmt für seine verschwenderischen Glanz im Schlossinneren, sondern auch für seine weitläufigen und vielfältigen Gartenanlagen, die Vorbild vieler Schlossparks in Europa wurden. Im Außenbereich von Versailles stehen weitere kleinere Schlösser wie das Grand Trianon, das Hameau de la Reine und das Petit Trianon, der private Rückzugsort von ...

Marie Antoinette. Ursprünglich war das kleine Schloss im Auftrag von Ludwig XV. für die königliche Mätresse Madame de Pompadour errichtet worden. Später kam es in den Besitz ...

... der Gemahlin von Ludwig XVI. Die aus Österreich stammende junge Herrscherin hatte ihre Schwierigkeiten mit den Etiketten und Sitten am französischen Hof, das Petit Trianon diente ihr als Fluchtpunkt.

Sie ließ das kleine Schloss nach ihrem Geschmack renovieren und stattete die Salons und Kabinette mit hochwertigen Möbeln, Gemälden und anderen Kunstwerken aus. Hier umgab sie sich nur mit Freunden und Vertrauten und stand im zum Trianon gehörenden Theater sogar selbst auf der Bühne.