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Schildkröten auf Zakynthos:Panzer gegen Sandburgen

Vardakastanis hat sein Büro in einer luftigen Hütte, mit Holzwänden voller Land- und Seekarten. Sie zeigen den Nationalpark von Zakynthos, ein 135 Quadratkilometer großes Reservat im Ionischen Meer.

Die Unechte Karettschildkröte ist vom Aussterben bedroht und steht unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzabkommens.

(Foto: Foto: Reuters)

Es ist der einzige Meerespark Griechenlands, der nach Drängen von Naturschützern wie Vardakastanis ein professionelles Management erhielt - nur wegen der Schildkröten. Aber Vardakastanis reicht das nicht. "Das Gesetz verlangt, dass alle Boote von den Tieren Abstand halten müssen, mindestens 50 Meter, nur kümmert das keinen."

Schwerfällig wie Schildkröten auf Landgang

Ob Vorschriften eingehalten würden, interessiere weder Politiker in Athen noch Bürokraten in Brüssel, die den Park kräftig mitfinanzieren. "Die sind so schwerfällig wie Schildkröten auf Landgang", klagt Vardakastanis.

Wie sich die bis 100 Kilo schweren Tiere aus dem Wasser stemmen, um im warmen Sand von Zakynthos ihre Eier zu verbuddeln, hat der 44-Jährige oft gesehen, zuletzt aber viel seltener als in seiner Kindheit. "Da war der Sand schwarz von frisch geschlüpften Schildkröten." Heute kann man die Nester rasch zählen, weil jedes von einem blauen Käfig geschützt werden muss.

Nationalparkwächter und freiwillige Helfer stülpen sie darüber, denn der Park ist eine Art Großversuch. Getestet wird, ob Tiere, die schon vor 200 Millionen Jahren mit den Dinosauriern zusammen die Welt bevölkert haben, ihren Lebensraum mit Tausenden Touristen teilen können.

Erfahren Sie auf der nächsten Seite, inwiefern Schildkröten dieselben Vorlieben haben wie Menschen.