Schauhöhlen in Deutschland Schauhöhlen im Saarland, in Baden-Württemberg und in Bayern

[] 7. Schlossberghöhlen, Saarland

Unterhalb der Ruinen der Hohenburg im saarländischen Homburg liegen Europas größte Buntsandsteinhöhlen. Geheimnisvolle Gänge führen die Besucher in imposante Kuppelhallen, die aufgrund der gelben, roten und gelbroten Verfärbung des Sandes einen besonderen Reiz ausüben. Entstanden ist der Buntsandstein, der den Höhenzug oberhalb von Homburg bildet, vor etwa 250 Millionen Jahren. Als Teil der Festung Hohenburg diente das Höhlenlabyrinth vornehmlich der Verteidigung. Später wurde hier Quarzsand für die Glasherstellung und Scheuersand abgebaut.

Strenggenommen sind die Schlossberghöhlen keine natürlich gebildeten Höhlen sondern Bergwerksstollen, also von Menschenhand geschaffen. Das mindert die Faszination beim Betrachten des Farbenspiels von Steinen und Höhlenwänden aber nicht.

Führungsweg: 1000 Meter auf den Ebenen 10, 11 und 12. Derzeit ist wegen Sanierung allerdings nur die Etage 10 begehbar (etwa 400 Meter). Gesamtlänge: 4000 Meter über 12 Etagen

[]. 8. Laichinger Tiefenhöhle, Baden-Württemberg

In der Laichinger Tiefenhöhle geht es so tief hinunter wie in keiner anderen Schauhöhle Deutschlands.

(Foto: )

Klaustrophobie ist für den Höhlenbesuch ohnehin nicht förderlich, ganz besonders aber nicht in dieser tiefsten deutschen Schauhöhle. Die Laichinger Tiefenhöhle ist eine Schachthöhle, bis auf 55 Meter können Besucher in engen Tunneln absteigen. Dabei empfiehlt sich eine warme Jacke, selbst im Hochsommer wird die Höhle nur acht Grad Celsius warm. Gänzlich unbeschwert und dazu noch kostenlos kann das im Eingangsbereich gelegene Höhlenmuseum besucht werden.

Führungsweg: 320 Meter, 55 Meter tief Gesamtlänge: 1250 Meter

[] 9. Wendelsteinhöhle, Bayern

Wer die Wendelsteinhöhle besichtigen will, muss ausnahmsweise nicht in die Erde hinabsteigen, sondern kann erst einmal gemütlich den Berg hinauffahren. Als höchstgelegene Schauhöhle Deutschlands (1711 Meter über dem Meeresspiegel) zieht sie sich durch das Gipfelmassiv des Wendelsteins im Mangfallgebirge. Der Besucher-Eingang liegt genau hinter dem Bergbahnhof der Zahnradbahn, von dort aus gelangt man ohne Führung über 82 Stufen ins Innere der Höhle. Im Zickzack führt der Weg durch die Gesteinskluft zum Dom oder an den tiefsten Punkt. In der "Kältefalle" liegt selbst im Hochsommer noch Schnee - insgesamt ein Erlebnis, dass man für nur zwei Euro Eintritt auf jeden Fall genießen sollte.

Führungsweg: 170 Meter, Gesamtlänge: 523 Meter

[] 10. Teufelshöhle, Bayern

Tropfsteine in Bestform: die Teufelshöhle in Pottenstein.

(Foto: Teufelshöhle)

Steter Tropfen formt den Stein - das gilt in besonders eindrucksvoller Weise für die Tropfsteine der Teufelshöhle im fränkischen Pottenstein. Im Schnitt braucht so ein Stein etwa 13 Jahre, bis er einen Millimeter gewachsen ist. Angesichts der Größe der Steine und Formationen wird einem spätestens nach der etwa 45-minütigen Führung klar, dass die Höhle vor vielen Millionen Jahren entstanden sein muss - für Sachkundige: etwa im geologischen Zeitalter des Juras im Tithon. Alle anderen staunen einfach nur unbeleckt über die steinernen Launen der Natur, besuchen kulturelle Veranstaltungen in der Höhle oder kümmern sich um ihre Gesundheit: Asthmakranke inhalieren die allergenfreie Luft in der Höhle bei Liegekuren.

Führungsweg: 1500 Meter, Gesamtlänge: 3000 Meter