Schauhöhlen in Deutschland Schauhöhlen in Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Hessen

[] 3. Heimkehle-Höhle, Thüringen/Sachsen-Anhalt

Die Karsthöhle auf den Landesgrenzen von Thüringen und Sachsen-Anhalt ist ein verzweigtes Netz aus mehreren Hallen und Seen.

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1357 wurde die Heimkehle-Höhle in Uftrungen im Harz das erste Mal erwähnt. Ihr alter Name bedeutet so viel wie "geheimer Keller" und tatsächlich besteht die Karsthöhle aus einem verzweigten Netz von mehreren Hallen und Seen, die durch Gänge miteinander verbunden sind. Am Ende jeder Führung zuckt eine Lasershow über die Steinwände und die Wasseroberfläche. Nur wenige Schritte weiter gelangt der Besucher zu einem Mahnmal für die unrühmliche Vergangenheit der Höhle. Während des Zweiten Weltkrieges wurden Teile des "geheimen Kellers" zum bombensicheren Rüstungsbetrieb umgebaut. Häftlinge des Konzentrationslagers Dora-Mittelbau mussten hier unter anderem Teile für das Kampfflugzeug Ju 88 zusammenbauen.

Führungsweg: 750 Meter, Gesamtlänge: etwa 2000 Meter

[] 4. Dechenhöhle, Nordrhein-Westfalen

Orgel, Nixenteich, Kaiserhalle und Palmensäule - schon allein die Namen für die unzähligen Tropfsteine und Formationen vermitteln einen Eindruck von der märchenhaften Zauberwelt, die man in dieser Höhle betritt. Recht irdisch wird es dann allerdings wieder im angegliederten Spezialmuseum für Höhlenkunde: Die Dechenhöhle ist eine bedeutende Fundstätte für prähistorische Tierknochen von Sauriern, Höhlenlöwen, Wollnashörnern, Mammuts und Lemmingen. Zuletzt wurde das Skelett eines Höhlenbärenbabys entdeckt - aufgebaut und präpariert steht es nun neben dem Modell seiner Mutter im Museum.

Führungsweg: 360 Meter, Gesamtlänge: 900 Meter

[] 5. Drachenhöhle, Sachsen

Die Drachenhöhle in Syrau im Vogtland nördlich von Plauen ist zwar die einzige Schauhöhle Sachsens. Dafür bietet sie gleich mehrere Höhlenseen, die aufgrund des hohen Kalkgehalts im Wasser zartgrün schimmern. Bei Bauarbeiten in einem Steinbruch wurde die Höhle 1928 entdeckt und nur wenig später für die ersten Besucher geöffnet. Die Überreste eines Urtiers wird man hier vergeblich suchen: Ihren Namen hat die Höhle von einer Sage, in der ein Drache und eine Kapelle in Syrau eine Rolle spielen.

Führungsweg: 350 Meter, Gesamtlänge: 550 Meter

[] 6. Kubacher Kristallhöhle, Hessen

347 Stufen führen in die Erde hinab. In dem düsteren Stollen ahnt man nicht, welche faszinierenden Eindrücke sich hinter dem Eingang zur Kristallhöhle im hessischen Kubach verbergen: Wände und Decke des "Doms" sind mit unzähligen Kristallen und mineralischen Ablagerungen bedeckt. 350 Millionen Jahre alt sind die Kalksteine, auf denen Calzitkristalle und Perltropfsteine sitzen. Dank der ausgeklügelten Beleuchtung verwandeln sie den "Dom" in eine Glitzerwelt. Die Kubacher Kristallhöhle ist die einzige Kristallhöhle der Republik und besitzt außerdem die höchste Halle aller deutschen Schauhöhlen. Durch einen Stollen gelangt man vom "Dom" in den 30 Meter hohen Südteil. Tropfsteine gibt es ebenfalls in der Kristallhöhle, allerdings keine besonders spektakulären.

Führungsweg: 350 Meter (davon 150 Meter Stollen), Gesamtlänge der Höhle: noch nicht vollständig erforscht