Rings um Rio de Janeiro Die Reize des Hinterlands

Copacabana, Karneval, Zuckerhut: Rio de Janeiro zieht jährlich Millionen Urlauber an. Doch die wenigsten kommen über die Stadtgrenzen hinaus - schade eigentlich.

Dabei lockt das Umland der brasilianischen Weltmetropole mit Kolonialstädtchen, Kaffee-Farmen, Inseln, Nationalparks und dichtem Urwald. Der Nationalpark Serra da Bocaina befindet sich zum Beispiel nur wenige Autostunden südlich von Rio. Doch man fühlt sich wie am Amazonas: Von Orchideen, Flechten und Farnen überwachsene Urwaldriesen säumen den Steinweg mitten im Regenwald.

Brasilien

Sehenswertes abseits von Rio de Janeiro

Die Luft ist tropisch-schwül, auf den mit Moos bewachsenen Steine will jeder Schritt wohl überlegt sein. Kaum vorstellbar, wie sich hier vor 250 Jahren Schmuggler bis zur Atlantikküste nach Parati durchschlagen konnten. Noch unvorstellbarer ist, wie Tausende von Sklaven den Schmugglerweg durch das Dickicht des Regenwalds legen konnten. Heute ist er einer der attraktivsten Routen im Nationalpark.

Luciano Freire hält plötzlich an. "Hört Ihr das? Wir sind gleich da", sagt der Trekking-Guide. Zuerst geht das Geräusch im Gebrüll der Macaco-Affen unter, die hoch oben in den Baumwipfeln Unfug treiben. Dann ist das dunkle Rauschen der Veados-Wasserfälle deutlich zu hören.

Der Boden wird feuchter, das Donnern des herabstürzenden Wassers immer lauter, bis sie endlich zu sehen sind: Spektakulär fällt das Wasser aus 100 Metern Höhe in die Tiefe. Die Wasserfälle gehören zu den schönsten des Landes.

Die nächste Tagesetappe beträgt 18 Kilometer. Immer wieder müssen Gebirgsbäche überquert werden. Das Gezwitscher von Papageien und Tukanen begleitet die Wanderer, auch Affen, Tapire, Faultiere und Riesenameisenbären sind hier im Nationalpark an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Rio de Janeiro und São Paulo zu Hause.

Die Serra da Bocaina streckt sich bis nach Parati aus. Das Städtchen liegt in einer fjordartigen Bucht. "Oh Gott, wenn es auf Erden ein Paradies gäbe, dann würde es diesem Fleckchen Erde ähneln", sagte selbst der Seefahrer und Entdecker Amerigo Vespucci beim Anblick des kleinen Fischerdörfchens der Guaiana-Indios. Heute ist die Stadt eine der am besten erhaltenen Kolonialstädte des Landes.

Rio de Janeiro

Zwischen Strand und Slums