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Rheinland-Pfalz:Wie am Amazonas

Speyer hat den Kaiserdom und Stechmücken.

Von Joachim Käppner

Der Herbst ist eine gute Zeit für den Besuch in Speyer, und das nicht nur wegen des bunten Laubs am Rheinufer. Noch schöner ist es, dass es fast keine Stechmücken mehr gibt, die im Sommer mit gierigem Surren die Langmut selbst der Umweltbewusstesten strapazieren. Teils kommen die Biester nämlich aus den letzten Auwäldern des Rheins nahe der Stadt, wo man von "unserem Amazonas" spricht, einem wundersam durch die Zeiten gekommenen Stück sehr ursprünglicher Natur, das sich jetzt gefahrlos erwandern lässt.

Speyer selbst, etwas abseits der Touristenströme gelegen, hat viel zu bieten: die schöne Altstadt, herrliche Wirtshäuser wie den Alten Hammer am Flussufer (wenn sie denn öffnen dürfen), den romanischen Kaiserdom, die Geschichte des reichen jüdischen Lebens, das Museum der Pfalz. Und wer sich fragt, wieso eine Boeing 747 in der Luft über Speyer zu schweben scheint: Das riesige Flugzeug ist Teil des sehenswerten Technikmuseums, in dem es sogar ein Space Shuttle gibt (es ist nur eine Legende, dass begüterte Speyerer damit im Sommer vor den Mücken ins All fliehen). Unser Favorit allerdings: die Sammlung historischer Schallplattenautomaten.

© SZ vom 29.10.2020
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