bedeckt München 28°

Rennrad-Touren im Erzgebirge:Bewunderung ist angebracht

Online nur, wenn das Bild auch in Print erscheint!!

Nicht nur für Rennradfahrer, auch für Mountainbiker hat das Erzgebirge was zu bieten.

(Foto: Robert Niedring/Alamy/MITO images RM/Mauritius mages)

Geschwungene Bergkuppen, steile Stichstraßen, Talsperren und enge Täler - das Erzgebirge zwischen Sachsen und Tschechien.

Von Sebastian Herrmann

Plötzlich geht da eine Familie. Eltern und Kinder tragen prall mit Pilzen gefüllte Körbe. Die Beute scheint üppig zu sein, Steinpilze, Maronenröhrlinge und andere Speisepilze, so sieht es zumindest aus, Gewähr kann für die Bestimmung nicht übernommen werden. Die Pilzsucher laufen nämlich neben einem nur leidlich asphaltierten, einspurigen Weg, der hier im Wald im Erzgebirge an einer Erhebung namens Tellkoppe vorbeiführt. Hirschstange nennt sich dieses Teilstück laut der Tourenbeschreibung, und diese Hirschstange ist entsetzlich steil, fast 13 Prozent auf einer Länge von knapp zwei Kilometern. Mit dem Rennrad auch wegen des Untergrunds eine knackige Sache. Der Puls rast, die anderen in der Gruppe sind deutlich schneller, und so bleibt wenig Restaufmerksamkeit übrig, um die Landschaft oder die Pilzausbeute der Wanderer wirklich aufmerksam zu begutachten.

Das ist ein bisschen schade, denn das Erzgebirge in der Grenzregion zwischen Tschechien und Sachsen verdient Aufmerksamkeit und Bewunderung. Die Berge sind meist runde Kuppen, zwischen denen sich teils enge Täler hindurch schlängeln. Wer mit dem Rad, gerne mit dem Rennrad, im Erzgebirge unterwegs ist, kann es sich dabei fast beliebig schwer machen: Zahlreiche Anstiege sind eher milde, dafür warten einige kleine, phasenweise sehr steile Stichstraßen, welche Beine, Lunge und Puls eines Radlers mächtig fordern.

Die weniger fordernden, breiten Straßen führen hier im Erzgebirge an mehreren Seen vorbei, zum Beispiel an der Talsperre Rauschenbach direkt an der tschechischen Grenze, wo sich eine Pause oder gar auch eine kleine Wanderung anböte. Weiter im Westen, in der Nähe der Orte Schwarzenberg/Erzgebirge und Annaberg-Buchholz, erhebt sich der Fichtelberg, der mit 1215 Metern höchste Gipfel im deutschen Teil des Erzgebirges. Den höchsten Berg eines Gebirges zu erradeln, kitzelt stets den Ehrgeiz. Wer diesem Drängen nachgibt, erlebt dort einigen Trubel. Auf dem Gipfel befindet sich ein Ausflugslokal mit großem Parkplatz. Manchmal ist er voller Autos, Motorräder, Wohnmobile und eben auch Radfahrer. Es lohnt sich dennoch. Der Wind pfeift hier oben über die Bergkuppe, der Blick schweift frei über weites Hügelland. Spätestens hier wird einem klar, dass das Erzgebirge mehr als nur einen kurzen Besuch wert wäre. Man könnte auch mal zum Pilze suchen kommen. Oder halt wieder mit dem Rad.

© SZ/ihe
Zur SZ-Startseite
Mountainbiker steht auf der Startrampe für Drachenflieger unterhalb des Melibokus und blickt auf die Rheinebene (Model r

Radtouren im Odenwald
:Kein Hokuspokus am Melibokus

Im Odenwald gibt es jede Menge verschiedenster Radtouren, auch fürs Mountainbike. Unterschätzen sollte man ihn aber nicht.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB