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Reiseziele und Währungen:Japan - Im perfekten Tourismusland

Ausländische Touristen, die sich in Japan nie verirrt haben, waren gar nicht da, sagt der Volksmund. Im Bahnhof Shinjuku, mit 3,5 Millionen Reisenden täglich der passagierreichste Bahnhof der Welt, verlieren sich sogar Japaner. Und alle haben es eilig. Abgesehen davon: Die Züge sind pünktlich, die Hotels pieksauber, das Essen selbst im Imbiss an der Ecke hervorragend, man wird nicht bestohlen und betrogen. Und niemand nimmt Trinkgeld. Japan ist also das perfekte Tourismusland.

Gleichwohl kamen 2014 nur 13 Millionen Ausländer nach Japan, unter ihnen 140 000 Deutsche - Geschäftsleute und Crews eingeschlossen. Mehr als 95 Prozent der Touristen in Japan sind Japaner. Dass Japan sehr teuer sein soll, ist ein Klischee, die Preise stagnieren seit Jahren. Und der Yen hat seit 2012 gegenüber dem Euro 30 Prozent verloren.

Für Touristen, die in Hotels mit vielen Sternen absteigen und Restaurants nach Michelin auswählen, kann Japan aber tatsächlich horrend teuer werden. Wer darauf verzichtet, der speist ums Eck für drei bis sieben Euro so gut wie in Michelin-Lokalen für 70 oder 150 Euro.

Selbstbucher, die sich mit den winzigen Zimmern der "Business-Hotels" begnügen, übernachten für 40 bis 60 Euro anstatt anderswo für 250 Euro aufwärts. Die Bahnpreise sind hoch, aber für Ausländer gibt es den Japan-Rail-Pass. Und die Züge bringen einen auch in abgelegene Regionen. Bleibt der zwölfstündige Flug: Der wird nie ganz billig sein.

Von Christoph Neidhart

© SZ vom 31.01.2015/ihe

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