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Reiseziel Apulien:Wo Italiens Stiefelabsatz glänzt

Baden bis November, pittoreske Städtchen, freundliche Einheimische: Die Halbinsel Salento im äußersten Südosten ist das ideale Reiseziel für den Herbst.

Üppige Mohnfelder, von Wildblumen gelb und grün durchwirkt, dahinter Trockensteinmäuerchen und auch ein Olivenhain. Provence? Nein, dieses Stimmungsbild liefert das süditalienische Salento in seinem Hinterland.

Apulien

Italiens freundlicher Süden

Flache weiße Häuser am Strand, in der Ferne ragen ein paar Felsen ins saubere Blau des Mittelmeeres. Das muss wohl Griechenland sein!? Nein, auch diese Impression stammt von der Halbinsel, die Italiens Stiefelabsatz formt.

Aber diese dynamischen Schnörkel im kühn-leidenschaftlich bearbeiteten Stein der Kirchen - das ist die Barock-Metropole Rom?! Auch gefehlt: Willkommen in Lecce, Hort verspielter Architektur und bezaubernde Hauptstadt der Peninsula Salentina, der kleinen Halbinsel mit dem großen Eigenleben.

Der südliche Zipfel Apuliens, der auf der Landkarte immer auf den ersten Blick zu erkennen ist, liegt ziemlich weitab von Allem. Wer Bari und Brindisi auf dem Weg gen Süden hinter sich gelassen hat, der ist so richtig auf jener Halbinsel angekommen, die nur 70 Kilometer von Albanien entfernt ist und sich wie ein Zeigefinger nach Südosten reckt.

Zwei Meere - die Adria und das Ionische Meer - umspülen die Küsten. Und was für Küsten das sind! Doch dazu später - denn diese italienische "Wundertüte" öffnet sich wie selbstverständlich in Lecce, der Provinzhauptstadt samt Kirchen, Kastell und Amphitheater.

Lecce ein "Einfallstor" zu nennen auf dem Weg zur absoluten Spitze der italienischen Hacke bei Capo Santa Maria di Leuca, das wäre wohl zu martialisch. Denn hier herrscht die friedlich-freundliche Stimmung des äußersten Südens.

Die 100.000-Einwohner-Stadt öffnet sich Fremden einladend und weitab jeder Hektik, wie sie einem im Alltag im Norden, selbst in Rom, auf den Wecker gehen kann. Lecce bietet seinen schwülstig-überladenen "Lecce-Barock" im Centro Storico rund um die Piazza Sant'Oronzo freizügig feil. Es muss sich aber nicht aufdrängen und denkt auch nicht daran, wegen all der Touristen seinen südlichen Lebensrhythmus aufzugeben. Lecce ist sich selbst genug, scheint es.

Dabei ist die Stadt, über die der Heilige Oronzo von seiner Säule auf der Piazza wacht, alles andere als verschlafen. Man trifft sich in seinem Schatten für einen Cappuccino, um dann zu der weitläufigen Piazza Duomo mit dem Campanile und den Fassaden von Kathedrale und Palazzi zu schlendern. Das Kastell von Kaiser Karl V. kann man sich schon ansehen.