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Reisetipp für 2020: Mountainbiken im Erzgebirge:Durch den Dunkelwald

Tipp für einen Urlaub ohne Flug: auf einer Mountainbike-Runde das Erzgebirge erkunden.

Das nicht gerade im Ruf einer Boomregion stehende Erzgebirge dürfte auch in den Urlaubsplanungen der meisten Deutschen eine eher untergeordnete Rolle spielen. Zumindest unter Mountainbikern gilt die Gegend seit einigen Jahren jedoch als beliebtes Ziel in Deutschland. Und das hat viel mit dem Stoneman Miriquidi zu tun.

Miriquidi ist eine mittelalterliche Bezeichnung für das Erzgebirge und bedeutet so viel wie Dunkelwald. Nun mag die vom Montanwesen geprägte Region vielleicht nicht mehr ganz so finster sein wie im Mittelalter, aber sie ist immer noch ziemlich miriquidi. Der Stoneman wiederum ist eine Schöpfung des ehemaligen Weltklasse-Mountainbikers Roland Stauder aus Südtirol, der in den Dunkelwäldern eine grandiose Kulisse für eine seiner Stoneman-Radlrunden fand. Diese befinden sich auch in anderen Bergregionen Europas, etwa in der Aletschregion in der Schweiz, im Salzburger Land in Österreich oder in den Dolomiten rund um Sexten. Es gibt inzwischen auch eine regelrechte Stoneman-Gemeinde, die sämtliche Stoneman-Touren zwischen Aletschgletscher und Ardennen abklappert, was jeweils mit einem für die Region charakteristischen Stein belohnt wird. Jedenfalls befindet sich das Erzgebirge in bester Gesellschaft.

Mit Sicherheit ist das grobstollige Bergrad auch eine der besseren Möglichkeiten, um das Mittelgebirge an der deutsch-tschechischen Grenze mit all seinen Pfaden kennenzulernen - und dabei auch für mittelmäßig trainierte Biker-Waden geeignet. Denn die insgesamt 4400 Höhenmeter und 162 Kilometer inklusive der neun abzufahrenden Gipfelplateaus auf der bestens ausgeschilderten Runde absolvieren nur die Freaks dieses Sports an einem einzigen Tag, um sich dann den vergoldeten Miriquidi-Stein als Trophäe abzuholen (Stoneman-Schöpfer Stauder hat durchaus erkannt, dass der Sportler zum Trophäensammeln neigt). Alle anderen verteilen die Distanz auf zwei bis drei Tage. Das ist schon alleine deshalb sinnvoll, weil der Mountainbike-Amateur auf den Trails über Stock und Steine am Rabenberg bei zu viel Tempo schnell auf dem ein oder anderen Fliegenpilz oder Heidelbeerstrauch am wurzeligen Wegesrand landet.

Wer am Fuße des Rabenbergs ein Zimmer in der Alten Schleiferei bezieht, kann zum Ausklang des Tages Bier aus der hoteleigenen Brauerei testen. Unterwegs stellen Einheimische am Streckenrand wiederum Zapfstellen mit selbstgepresstem Apfelsaft oder Kühlschränke mit Selbstbedienungscola zur Verfügung. Und weil es den Stoneman seit 2018 auch als sogenannte Roadversion für Rennradler und in der Winterversion für Skitourengeher gibt, kommen sogar die Wurzelpfad-Verweigerer auf ihre Kosten. (www.stoneman-miriquidi.com)

© SZ vom 16.01.2020
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