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Reiseziel für 2020: Camping in der Schweiz:Der Camping-Trick

Tipp für einen Urlaub ohne Flug: günstig durch die Schweiz, vom Vierwaldstättersee bis zur Eigernordwand.

Zu den größten Ängsten der Deutschen gehört, neben dem Hängenbleiben mit einem Elektroauto, dass man beim Urlaub in der Schweiz um sein Vermögen gebracht wird. Das mag zum Teil begründet sein, dann nämlich, wenn man jeden Tag ins Restaurant ginge oder in Vier-Sterne-Hotels übernachtete. Es gibt aber eine Reiseart, bei der man das Land, sicherlich eines der schönsten in Europa, zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis erleben kann: Camping.

Zum Beispiel am Vierwaldstättersee. In Buochs, am Südufer dieses mythischen, von grünen Bergen und Streuobstwiesen umgebenen Sees, gibt es einen relativ neuen Campingplatz. Der empfängt Familien mit Hüpfburg, Spielplatz und flächendeckendem Wlan; in der Früh verkauft ein mobiler Bäcker frisches Brot und Gipfeli. Zwar hat der Campingplatz keinen eigenen Strand, aber gleich nebenan ist das Strandbad Buochs, eine parkähnliche Wiese mit alten Weiden, Grillstellen, Babybecken und unbezahlbarem Blick über den See bis zum Glärnisch mit seinem Gletscher. Das Beste daran: Wer im Camping übernachtet, kann gratis ins Strandbad. All das kostet 50 Franken für zwei Erwachsene und zwei Kinder pro Nacht. An den gemauerten Grillstellen liegt Holz bereit, und die freundlichen polnischen Angestellten des Strandbads händigen einem Anzünder aus. Schwimmen, lesen, Hähnchenschenkel vom nahen Migros grillen, und dazu ein eiskaltes Calanda-Radler aus der Dose.

Das ist kaum zu übertreffen, aber wenn man schon mal hier ist, im historischen Herz der Schweiz (die Rütli-Schwur-Wiese ist nicht weit), muss man auch mal einen Ausflug zu Eiger, Mönch und Jungfrau machen. Der Campingplatz vermietet einen Elektro-BMW, falls der eigene Bus schon millimetergenau in die Waage gebracht ist. In einer guten Stunde ist man in Lauterbrunnen, von dort fährt die Jungfrau-Zahnradbahn nach Wengen, wo man umsteigt in die Seilbahn auf den Männlichen. Ja, das kostet was, da langen sie zu, die Schweizer Bahnritter. Aber es ist jeden Franken wert: Vom Männlichen kann man mit Kindern bequem Richtung Kleine Scheidegg hinüberspazieren, immer mit Blick auf die Eigernordwand, den weißen Gugelhupf des Mönchs und die noch großen Gletscher der Jungfrau. Da kann einem der weite Flug zum Himalaja so was von gestohlen bleiben. (tcs.ch)

© SZ vom 16.01.2020/ihe
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