Marokko: Grüne Welle

Vor Weihnachten veröffentlichte das US-Außenministerium eine ziemlich bunte Weltkarte. Auf ihr sind die Länder eingefärbt, je nachdem, wie gefährlich US-Diplomaten sie als Reiseziele für die Bürger ihres Landes halten. Nord- und Südamerika: grün, dazwischen recht rot. Russland: gelb. Asien: weitgehend grün. Der Nahe Osten: ziemlich rot, genau wie Afrika. Deutschland und Europa: wegen der jüngsten Anschläge gelb. Marokko: grün.

Dass das Königreich als weniger gefährlich gilt als die Bundesrepublik, sollte zum einen den hiesigen Behörden zu denken geben. Andererseits aber vor allem jenen, die ihre Urlaubspläne wegen Sicherheitsbedenken zu sehr einschränken. Dass Reisen hier problemlos möglich ist, gilt in dem nordafrikanischen Land vor allem auch in Hinblick auf die Fortbewegung: Der Straßenverkehr ist hier deutlich zivilisierter als in vielen arabischen Nachbarstaaten, wer mit dem Auto südlich des Brenners zurecht kam, wird auch in Marokko keine Schwierigkeiten haben. Und ein Roadtrip mit einem Mietwagen ist ideal, um nach mehreren obligatorischen Spaziergängen durch die Altstadt von Marrakesch auch die unglaubliche Vielfalt und die Kontraste auf dem Land kennenzulernen: Am Meer locken lange Strände und Städtchen wie Essaouira, in denen man sofort versteht, warum so viele Hippies in den Siebzigerjahren hier hängen blieben.

Auf der Fahrt durch das Atlasgebirge streift man verschiedene Vegetationszonen und fühlt sich angesichts der spektakulären Landschaften nicht selten wie ein Location-Scout, der fantastische Straßen als Drehorte für Autowerbungen findet. Jenseits des Atlas führt die berühmte "Straße der Kasbahs" an Lehmburgen vorbei, dahinter beginnt die Wüste. Wer deren Schönheit erkunden will, sollte sich aber vielleicht doch fahren lassen - oder gleich auf ein Kamel umsteigen.

Beste Reisezeit: Frühling bis Spätherbst.

Nicht verpassen: Am Stadtrand von Marrakesch hat André Heller den bunten "Anima"-Garten angelegt, in dem es sich nach dem Basar prima entspannen lässt.

Moritz Baumstieger

Der Krisenmanager und Risikoberater Oliver Schneider erklärt, worauf man beim Reisen wirklich achten muss - vom richtigen Geldbeutel bis zur Wahl des Hotelzimmers. Jetzt hier lesen, mit SZ Plus.

Bild: Reuters 4. Januar 2017, 19:012017-01-04 19:01:13 © SZ vom 05.01.2017/kaeb