Süddeutsche Zeitung

Reiserecht:2500 Euro für eine Bruchlandung

  • Ein Reiseveranstalter entschädigt eine Familie in Deutschland mit 2500 Euro für eine missglückte Landung.
  • Auf diesen Vergleich haben sich die Konfliktparteien am Amtsgericht Hannover geeinigt.
  • Bei der Landung im bulgarischen Varna war das Flugzeug über die Landebahn hinausgeschossen. Die Passagiere mussten die Maschine über Notrutschen verlassen und wurden erst mit Stunden Verspätung ins Hotel gebracht.

Reiseveranstalter zahlt 2500 Euro

Eine Woche Pauschalurlaub am Goldstrand in Bulgarien wollte eine Familie aus Ostdeutschland verbringen. Doch schon die Ankunft hat einer Frau, ihrem Partner und ihren Eltern die Reiseerholung gehörig verhagelt.

Weil sie nach einer missglückten Landung ihren Urlaub nicht mehr genießen konnte, hat die Frau ihren Reiseveranstalter auf Schadenersatz und Schmerzensgeld verklagt. Nun endet das Zivilverfahren vor dem Amtsgericht Hannover mit einem Vergleich. Der Reiseveranstalter wird der Frau weitere 2500 Euro überweisen. Bereits vor dem Prozess hatte er freiwillig 3540 Euro an sie gezahlt.

Die Klägerin hatte in dem Zivilverfahren in Hannover für sich, ihre mitgereisten Eltern sowie ihren Lebensgefährten insgesamt 4988 Euro verlangt. Darin enthalten waren unter anderem die Erstattung von Kosten für psychologische Behandlung. Gegen den Vergleich kann der Reiseveranstalter innerhalb von zwei Wochen Widerspruch einlegen. (AZ: 438 C 6051/14)

Bruchlandung und Starkregen

Die Familie aus Ostdeutschland war im Mai 2013 von Leipzig nach Varna geflogen, um eine Woche in einem Hotel am Schwarzen Meer zu verbringen. Doch bei der Landung setzte die Maschine nach Angaben der Klägerin mit viel zu hohem Tempo auf, schoss 200 Meter über die Piste hinaus und kam erst nach Durchschlagen eines Zaunes zum Stillstand.

Die Passagiere hätten das Flugzeug in Panik über Notrutschen verlassen, machte die Frau geltend. Viele hätten Prellungen und blaue Flecken erlitten, weil das Flugpersonal nicht für Ordnung gesorgt habe.

20 bis 30 Minuten mussten die Passagiere der Urlauberin zufolge im Starkregen verharren, bis sie ins Flughafengebäude gebracht wurden. Dort habe es weitere fünf Stunden gedauert, bis sie in ihre Hotels gebracht wurden. Die Angst vor dem Rückflug habe die ganze Gruppe täglich, auch nachts, beschäftigt.

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Süddeutsche.de/AFP/dpa/sks/mkoh
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