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Reisen in Zeiten der Pandemie:So ist die Lage in den europäischen Urlaubsländern

Spain's Phased Exit From Coronavirus Lockdown Varies By Region

Playa de Levante in Spanien

(Foto: David Ramos/Getty Images)

Welche Reisen sind derzeit möglich, was gilt wieder als Risikogebiet? In welchen Ländern müssen sich Urlauber vorher anmelden? Wo wird die Maskenpflicht verschärft? Ein Überblick für beliebte Ferienziele.

In Europa sind die Grenzen auch für Touristen wieder geöffnet. Die weltweite Reisewarnung ist grundsätzlich seit dem 15. Juni für die Mitgliedstaaten der EU, Großbritannien, die Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein, Andorra, Monaco, San Marino und den Vatikanstaat durch Reisehinweise ersetzt worden. Wenn die Infektionszahlen steigen oder im jeweiligen Land Einreisebeschränkungen verhängt werden, kann wieder eine Warnung ausgesprochen werden, seit 14. Juli ist das aufgrund von zahlreichen Neuerkrankungen für Luxemburg der Fall. Seit 31. Juli rät das Auswärtige Amt auch von touristischen Reisen in Teile Spaniens ab, betroffen von der formellen Reisewarnung des Auswärtigen Amts sind Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra, nicht aber Mallorca und auch nicht die Kanaren. Seit 5. August gilt auch für die Provinz Antwerpen in Belgien eine Reisewarnung.

Grundsätzlich gilt: Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland heimkehrt, muss für 14 Tage in Quarantäne, sofern er kein negatives Testergebnis vorweisen kann. Ab 8. August ist der Rachenabstrich auf Covid-19 für Risikogebiet-Rückkehrer verpflichtend, an Flughäfen, Bahnhöfen und großen Grenzübergängen wurden Teststationen eingerichtet, der Test ist kostenlos. Alle übrigen Urlauber können sich schon seit 1. August freiwillig testen lassen. Die Kosten werden auch hier übernommen, sofern der Test innerhalb von drei Tagen nach der Rückkehr erfolgt und der Auslandsaufenthalt belegt wird, etwa durch ein Flugticket oder eine Hotelrechnung.

Fernreisen liegen tatsächlich noch in der Ferne. Für mehr als 160 Länder hat die Regierung die Reisewarnung für Touristen bis zum 31. August verlängert. Außenminister Heiko Maas rät den Deutschen zudem, vorsichtig und realistisch zu bleiben. Es komme nun "auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen an". Der Urlaub 2020 werde "wenig zu tun haben mit dem Urlaub, den man kennt" - denn überall in Europa gebe es Beschränkungen und Auflagen, "an den Stränden, in den Restaurants, in den Innenstädten". Und: Eine Rückholaktion wie im März werde es nicht noch einmal geben.

Hier ein Überblick, wie die Sommersaison in Europa derzeit verläuft.

Österreich

Reisende aus Deutschland haben grundsätzlich wieder freie Fahrt nach und durch Österreich. An den Grenzen zu Ungarn oder Slowenien wird aber kontrolliert. Das ist die Folge der Reisewarnungen Österreichs für die sechs Westbalkan-Staaten sowie für Rumänien und Bulgarien. Angesichts der steigenden Zahl der Neuinfektionen ist das öffentliche Leben in Österreich nicht mehr ganz so unbeschwert wie zuletzt. Seit 24. Juli gilt wieder landesweit eine Maskenpflicht unter anderem in Lebensmittelgeschäften, bei der Post oder in der Bank. Schwerpunkte von Neuinfektionen sind derzeit Wien sowie Oberösterreich: Dort wurde der Touristenort St. Wolfgang am Wolfgangsee zum Corona-Hotspot mit mehr als 60 Infektionen, nachdem junge Saisonarbeiter gemeinsam gefeiert hatten. Die gute Nachricht für die deutschen Urlauber: In den beliebten Bundesländern Tirol und Kärnten ist die Zahl der aktuell Infizierten mit 48 und 14 sehr niedrig.

In Reaktion auf den Ansturm von Reisenden führt Tirol im Bezirk Reutte vorübergehend wieder ein regionales Fahrverbot ein - auf Ausweichstrecken auf der auch bei Deutschen beliebten Fernpassroute. Konkret betrifft dies die Abfahrten im Bereich Reutte-Nord und Vils an der Grenze zu Bayern. Die Maßnahme gilt an den Wochenenden im Zeitraum vom 1. August bis zum 13. September jeweils von Samstag, 7 Uhr, bis Sonntag, 19 Uhr.

Griechenland

Griechenland ist weiter eines der Länder der EU mit den niedrigsten Infektionszahlen. Die Einreise aus Deutschland, der Schweiz und Österreich sowie fast allen EU-Staaten ist frei. Es besteht keine Quarantänepflicht. Reisende müssen sich aber spätestens 48 Stunden vor der Abreise online anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus errechnet dann, ob und welche Reisende nach ihrer Ankunft einen Corona-Test machen müssen. Vorsicht: Bei Nichteinhaltung dieser Bestimmung kann eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro verhängt werden. Bis das Testergebnis vorliegt, müssen sich betroffene Reisende an die Regeln des "social distancing" halten. Fällt das Ergebnis positiv aus, geht es für 14 Tage in eigens eingerichtete Isolier-Unterkünfte in Hotels. Die Kosten übernimmt Griechenland. Wer über Bulgarien oder Rumänien nach Griechenland kommt, muss bereits bei der Einreise einen negativen Covid-19-Test vorweisen. Seit 4. August müssen auch an Deck der Fähren zu den griechischen Inseln Masken getragen werden, die Maßnahme gilt bis zum 18. August. Ende Juli hatte Griechenland eine Maskenpflicht in allen öffentlichen Gebäuden eingeführt, im Freien gilt diese, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können.

Spanien (teilweise Reisewarnung)

Urlauber aus der EU und den Schengenstaaten dürfen seit dem 21. Juni unbegrenzt einreisen. Seit 1. Juli müssen Flugreisende ein Formular im Spain-Travel-Health-Portal zur Gesundheitskontrolle ausfüllen. Das Formular erzeugt einen QR-Code, der bei der Einreise vorgelegt werden muss. Alternativ kann eine kostenlose App genutzt werden. Spanien-Besucher müssen zudem bedenken, dass wegen steigender Infektionszahlen im ganzen Land derzeit strenge Corona-Regeln wie Maskenpflicht fast überall auch im Freien sowie das Abstandsgebot gelten, auch auf Mallorca und den restlichen Balearen. Ausnahmen von der Maskenpflicht bestehen weiter am Strand, am Pool, beim Essen und Trinken sowie beim Sport. In Barcelona sind die Menschen aufgerufen, das Haus nur wegen dringender Erledigungen wie etwa für Einkäufe oder Arztbesuche zu verlassen. Die Buchungszahlen sowohl aus dem Ausland wie auch inländischer Urlauber sind deshalb schon stark gefallen. Auch das Nachtleben mit Clubs und Bars ist vielerorts wieder eingeschränkt worden. In Barcelona sind Discos geschlossen, Bars und Restaurants dürfen nur die Hälfte der Plätze besetzen. Über den Umgang mit den zuletzt wieder steigenden Infektionszahlen wird im Land massiv debattiert. Das Robert-Koch-Institut stuft die Regionen Aragón, Katalonien und Navarra seit dem 31. Juli wieder als Risikogebiete ein. Wegen des starken Anstiegs der Infektionen warnt auch das Auswärtige Amt wieder vor touristischen Reisen in diese drei Regionen. Erstmals seit der Wiedereröffnung für Touristen wurden Ende Juli zudem auf Mallorca Urlauber positiv getestet und in Quarantäne geschickt.

Italien

Reisende aus der EU oder aus dem Schengenraum dürfen seit Juni ohne Beschränkungen einreisen. Sie müssen - anders als Besucher aus Nicht-EU-Ländern - auch nicht in Quarantäne. Innerhalb des Landes darf man sich ungehindert fortbewegen. Die Infektionszahlen waren zuletzt leicht gestiegen, was neue Unruhe ausgelöst hatte. Allerdings beschränken sich die Probleme derzeit auf lokale, kleinere Ausbruchsgebiete. In Geschäften, Zügen oder anderen geschlossenen Räumen gilt bis mindestens 31. Juli Maskenpflicht. An Stränden müssen Distanzregeln eingehalten werden - was aber nicht immer richtig gelingt. An Seen im Inland bleiben Bäder hingegen unter der Woche teils sehr leer. In den Bars und Restaurants haben viele Wirte ihre Tische fast komplett nach draußen gestellt. Manchmal gibt es zusätzlich eine Plexiglas-Abtrennung zum nächsten Tisch. Vorherige Reservierungen sind erwünscht, aber kein Muss. Zuletzt sorgte die Belegung von Zügen für Ärger. Nachdem die italienische Bahn unerwartet angekündigt hatte, ihre Schnellzüge wieder komplett auszulasten, erinnerte Gesundheitsminister Roberto Speranza am ersten Augustwochenende daran, dass die Abstandsregeln weiter einzuhalten seien. Mittlerweile gab Trenitalia nach und lässt weiterhin nur 50 Prozent belegen, jeder zweite Platz in den Abteilen muss also frei bleiben, außerdem müssen Passagiere während der ganzen Fahrt Masken tragen.

Portugal

Das Land am Atlantik hatte zunächst viel weniger unter der Pandemie zu leiden als der große Nachbar Spanien, was Infektionen und Todesfälle betrifft. Für Deutsche gibt es keine Einreisebeschränkungen. Besucher müssen aber Angaben unter anderem zum Zielort und zur Erreichbarkeit während des Aufenthalts im Lande machen. Zudem wird die Körpertemperatur gemessen. Seit einigen Wochen wird eine besorgniserregende Zunahme der Neuinfektionen vor allem im Großraum Lissabon verzeichnet. In mehreren (von Touristen weniger besuchten) Vororten der Hauptstadt galt daher seit Ende Juni bis Sonntag, 26. Juli, ein Lockdown. Auf der Insel Madeira müssen ab 1. August Gesichtsmasken auch im Freien getragen werden. Bislang war der Schutz nur in geschlossenen Räumen und im Nahverkehr vorgeschrieben. In Madeira wurden seit Beginn der Pandemie 105 Infektionen gezählt, die Insel ist damit vergleichsweise glimpflich davongekommen. "Das Tragen der Masken ist dazu da, unseren Besuchern zu zeigen, warum wir diese Ergebnisse haben", so der Gesundheitsbeauftragte der Region, Pedro Ramos. Voraussetzung für einen Besuch der Insel ist zudem ein negativer Coronatest.

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Schweiz

Eine Einreise aus den Schengenstaaten ist möglich, wer aber vorher in einem von inzwischen 42 Risikoländern war, muss erst einmal zehn Tage in die Quarantäne. Deutschland gehört nicht dazu, neuerdings aber Luxemburg, während Schweden von der Liste gestrichen wurde. Wer sich vor der Quarantäne drückt, kann mit 10 000 Franken (etwa 9300 Euro) bestraft werden. Restaurants, Bars und Clubs sind wieder geöffnet, aber immer mehr Kantone führen neue Bestimmungen ein, eine Beschränkung auf 100 Gäste etwa, und Besucher müssen Kontaktdaten hinterlassen. Maskenpflicht besteht schweizweit nur in öffentlichen Verkehrsmitteln, darunter Seilbahnen. Über ähnliche Vorschriften in Geschäften wird diskutiert.

Frankreich

Touristen aus Deutschland können ohne Probleme einreisen, spezielle Unterlagen sind nicht nötig. Die Zahl der Neuinfektionen ist zuletzt wieder leicht gestiegen, Behörden riefen zur Einhaltung der Corona-Regeln auf. In öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie beispielsweise Geschäften und Markthallen gilt eine Maskenpflicht. Diese wurde zuletzt von mehreren Städten auch für belebte Orte im freien angeordnet - so in Nizza etwa an der Promenade des Anglais. In Paris haben Museen und Sehenswürdigkeiten geöffnet. Tickets für viele Sehenswürdigkeiten sind begrenzt, damit Besucher genügend Abstand halten können. Sie müssen in den meisten Fällen schon vorab online reserviert oder gekauft werden. Viele Restaurants in Paris haben ihre Terrassen erweitert, um mehr Gäste im Freien bewirten zu können.

Malta

Nach Malta dürfen Bürger aus Deutschland und vielen weiteren Ländern Europas, die als "sicher" eingestuft sind, in der Regel wieder ohne Beschränkungen einreisen. Allerdings dürfen sie in den vergangenen 14 Tagen nicht außerhalb dieser "sicheren" Länder gewesen sein. Sie müssen bei der Ankunft eine Selbstauskunft über ihren vorherigen Aufenthaltsort abgeben, zudem wird bei der Ankunft die Körpertemperatur aller Reisenden gescreent, bei Auffälligkeiten auch genauer nachgemessen. Je nach Ergebnis kann ein Test erforderlich sein. Im Land läuft der Ferienbetrieb nach der Devise Hygiene und Abstand.

Zypern

Die Insel hat verglichen mit anderen Staaten Europas eine sehr niedrige Infektionsrate und meldet seit der Öffnung ihres Tourismus wenige neue Infektionen von Reisenden oder Einheimischen. Allerdings müssen sich auch Gäste aus Deutschland vor dem Abflug online registrieren, um einen Cyprus Flight Pass zu erhalten. Wird ein Urlauber positiv getestet, muss er 14 Tage lang in eigens eingerichtete Isolier-Unterkünfte in Hotels. Die Kosten übernimmt Zypern. Eine Maskenpflicht gilt für alle öffentlichen Verkehrsmittel und Krankenhäuser.

Kroatien

Kroatien erlaubt Deutschen und Bürgern einiger anderer EU-Staaten seit Anfang Juni die Einreise ohne Nachweis bestimmter Gründe. Seit 10. Juli gilt dies für die Bürger aller EU-Staaten. Die Reisenden müssen an der Grenze nur erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. Damit sollen sie gefunden werden können, wenn es in ihrer Umgebung neue Corona-Infektionen gibt. Das nötige Formblatt kann vorab online heruntergeladen werden. An den Stränden gelten Abstandsregeln, eine Überbelegung soll verhindert werden. In Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt seit dem 13. Juli wieder Maskenpflicht.

Slowenien

Das kleine Land zwischen Alpen und Adria lässt Reisende aus Deutschland ohne Auflagen einreisen. Wer dort Urlaub machen will, muss nicht einmal mehr eine Buchungsbestätigung vorlegen. Zudem können Bürger aus diesen sowie anderen Ländern im Transit durchreisen. Es gelten Abstandsregeln, in geschlossenen öffentlichen Räumen und öffentlichen Verkehrsmitteln muss eine Maske getragen werden.

Niederlande

"Bitte kommen Sie nicht einfach auf gut Glück", mahnte Ministerpräsident Mark Rutte zum Start der Sommersaison. Urlaubsunterkünfte sollten unbedingt vorab reserviert werden, heißt es in den amtlichen Mitteilungen für Touristen. Bungalowparks öffnen stufenweise und es werden auch wieder Ferienhäuser vermietet. Seit dem 1. Juni können sie jeweils von mehreren Familien gemeinsam genutzt werden. Auf Campingplätzen und in Ferienparks stehen auch Duschen und WCs wieder zur Verfügung. Restaurants, Cafés, Strandpavillons und Kneipen sind geöffnet. Die Anziehungskraft von Amsterdam ist schon wieder so groß, dass die Stadt die Tagesbesucher bittet, nach Möglichkeit nicht am Wochenende zu kommen. Das Rotlichtviertel und die Haupteinkaufsmeile Kalverstraat wurden zur Einbahnstraße für Fußgänger erklärt, einige Grachten und Gassen mussten im Juli zeitweise abgesperrt werden, weil sich der Sicherheitsabstand nicht mehr einhalten ließ. Angesichts weiter steigender Infektionszahlen führen Amsterdam und Rotterdam ab dem 5. August zudem als erste niederländische Städte eine Maskenpflicht ein. Diese gelte für besonders belebte Plätze, Straßen und Geschäfte für alle Personen über 13 Jahren.

Belgien (teilweise Reisewarnung)

Wegen steigender Fallzahlen verschärft Belgien seit 25. Juli die Vorsichtsmaßnahmen gegen das Coronavirus wieder. Besonders betroffen ist die Provinz Antwerpen, die vom Robert-Koch-Institut am 5. August als Risikogebiet eingestuft wurde. Das Auswärtige Amt sprach eine Warnung vor nicht notwendigen touristischen Reisen in die Region aus. Dort gelten neben einer besonders strengen Maskenpflicht eine nächtliche Ausgangssperre und ein nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol. An der Nordseeküste müssen sich Urlauber und Einheimische für Strandbesuche teils vorher anmelden. Die Einreise nach Belgien ist weiterhin möglich, wer länger als 48 Stunden bleibt, muss allerdings vorab online ein "Passagiersuchformular" ausfüllen. Eine Maske muss in Bussen und Bahnen, auf öffentlichen Plätzen wie Märkten, Einkaufsmeilen und an anderen Orten mit viel Publikumsverkehr getragen werden.

Luxemburg (Reisewarnung)

Für das kleine Land zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien wurde am 14. Juli eine Reisewarnung ausgesprochen. Die Zahl der Infizierten ist zuletzt deutlich gestiegen, der Grenzwert von 50 neuen Erkrankungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde überschritten. An den Grenzen zum Großherzogtum gibt es keine Kontrollen und keine Einreisebeschränkungen. Maskenpflicht gibt es unter anderem im öffentlichen Nahverkehr. In Geschäften und öffentlichen Einrichtungen muss zudem ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. In manchen Bereichen gelten unter Umständen noch strengere Bestimmungen.

Dänemark

Nachdem die Dänen als eines der ersten Länder Europas am 14. März ihre Grenzen für Ausländer ohne konkreten Einreisegrund geschlossen hatten, können Deutsche mittlerweile wieder einreisen. Einzige Bedingung: Sie müssen sechs Übernachtungen im Land gebucht haben. Ausnahmen gelten etwa für Deutsche, die ein Sommerhaus besitzen, ihre Partner besuchen wollen oder Einwohner Schleswig-Holsteins sind. In Dänemark ist die Zahl der Neuinfektionen gering. Restaurants, Cafés und Geschäfte sind seit Mai wieder offen, eine Maskenpflicht besteht nicht.

Schweden

Schweden hatte mit deutlich lockereren Maßnahmen auf die Pandemie reagiert als der Rest Europas, vergleichsweise hohe Corona-Zahlen waren die Folge. Dies sorgt unter anderem dafür, dass sie innerhalb Skandinaviens und Europas nicht so freizügig reisen können wie manch andere. Die schwedischen Grenzen sind für EU-Bürger dagegen offen - die Anreise per Flugzeug, Fähre oder Auto über die Öresundbrücke ist möglich, und auch innerhalb des Landes gibt es keine Beschränkungen. Angesichts der sinkenden Infektionszahlen hob das Auswärtige Amt Mitte Juli seine Reisewarnung für das Land auf.

Norwegen

Auf Norwegen mussten deutsche Skandinavienfans lange verzichten. Seit 15. Juli jedoch ist Touristen aus dem Europäischen Wirtschafts- und dem Schengenraum die Einreise gestattet sein, sofern dies die Corona-Zahlen des jeweiligen Landes erlauben. Deutschland erfüllt die Kriterien, der Weg ist frei für einen Norwegen-Urlaub ohne Quarantäne, denn die Reisewarnung wurde aufgehoben. Norwegen begrenzt allerdings wieder die Möglichkeiten für Passagiere von Kreuzfahrtschiffen. Landgänge von Schiffen mit mehr als hundert Menschen an Bord würden in Häfen wegen der Pandemie nicht mehr zugelassen, hieß es am 3. August. Die Auflage gelte zunächst für 14 Tage, Fähren seien davon ausgenommen. Zuvor hatte es einen Corona-Ausbruch auf einem Hurtigruten-Schiff gegeben.

Finnland

Das Land öffnet sich für Reisende aus dem Baltikum und dem Großteil Skandinaviens. Die Grenzkontrollen für den Straßen-, Flug- und Fährverkehr nach Estland, Lettland, Litauen, Norwegen, Dänemark und Island wurden zum 15. Juni aufgehoben. Das gilt nicht für Finnlands wichtigstes Nachbarland Schweden, das derzeit noch mit verhältnismäßig hohen Corona-Zahlen fertig werden muss. Für mehrere weitere Länder sind die Reisebeschränkungen am 13. Juli gefallen - darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Entscheidend für die Finnen ist, dass in den entsprechenden Ländern binnen zwei Wochen weniger als acht neue Corona-Fälle pro 100 000 Einwohner registriert worden sind. Seine an die Deutschen gerichtete Reisewarnung hat das Auswärtige Amt in Reaktion auf die Öffnung vom 13. Juli aufgehoben.

Island

Die stark vom Tourismus abhängige Insel im Nordatlantik gibt internationalen Reisenden seit 15. Juni die Möglichkeit, sich direkt bei der Ankunft auf Corona testen zu lassen, um eine Quarantäne zu umgehen. Für Urlauber aus Deutschland fällt ab 16. Juli auch diese Restriktion: Sie dürfen ohne Test einreisen, sofern sie sich in den 14 Tagen zuvor nicht in einem Risikogebiet aufgehalten haben.

Großbritannien

Reisende aus Deutschland und etwa 70 anderen Ländern können wieder ohne Einschränkungen einreisen. Vor der Einreise nach Großbritannien müssen sich Touristen aber elektronisch registrieren und ihre Adressdaten hinterlassen. Kurz vor Reiseantritt lohnt sich ein Blick ins Internet, die Liste der von der Quarantänepflicht ausgenommenen Länder kann sich ständig ändern und weicht in den Landesteilen Schottland, Wales und Nordirland geringfügig ab. Seit 26. Juli müssen beispielsweise aus Spanien zurückkehrende Briten wieder in Quarantäne, nachdem die Zahl von Corona-Neuinfektionen in Spanien gestiegen ist. Auch bei der Maskenpflicht gibt es Unterschiede. Während in England und Schottland Masken sowohl in öffentlichen Verkehrsmitteln als auch in Läden getragen werden müssen, gilt die Maskenpflicht in Wales und Nordirland nicht beim Einkauf.

Irland

Reisende aus Deutschland müssen nach ihrer Ankunft in Irland weiter zwei Wochen in Isolation gehen. Nur eine geringe Zahl von Ländern auf einer "grünen Liste" ist von dieser Regelung ausgenommen. Dazu gehören etwa Italien, Griechenland, Finnland und Norwegen. Bei der Einreise müssen zudem Kontaktdaten hinterlassen werden. Innerhalb des Landes sind Reisen wieder erlaubt, auch auf die Inseln. In öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften und anderen geschlossenen Räumen müssen Masken getragen werden.

Tschechien

Die Einreise ist für Deutsche seit Anfang Juni wieder möglich. Eine Quarantäne oder ein negativer Corona-Test sind nicht erforderlich. Eine Maskenpflicht gilt unter anderem in der Prager U-Bahn sowie in der östlichen Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien. Zuletzt hatte es wieder mehr Neuinfektionen gegeben. Die Hauptstadt Prag versucht, Touristen mit Kultur-Gutscheinen anzulocken - Hotels und Restaurants im historischen Stadtkern sind aber für die Jahreszeit noch ungewöhnlich leer. Bisher gab es in Tschechien mehr als 360 Todesfälle in Verbindung mit einer Corona-Infektion.

Slowakei

Auch die Slowakei hat die Pandemie bisher relativ gut überstanden. Deutsche können ohne Einschränkungen einreisen. Das Land war vom Coronavirus kaum betroffen und hat deshalb die meisten anfangs sehr strengen Schutzmaßnahmen wieder gelockert. Weiter ist in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Inneren von Geschäften ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen, in Lokalen nur beim Rein- und Rausgehen. In Warteschlangen etwa an Kassen ist ein Zwei-Meter-Abstand empfohlen.

Polen

Das Land hat seine Grenzen zu allen EU-Nachbarländern am 13. Juni geöffnet. Einreisende EU-Ausländer und Polen müssen nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne. Hotels, Einkaufszentren sowie Restaurants und Cafés sind mittlerweile geöffnet. Gleiches gilt für Friseursalons und Kosmetikstudios, Schwimmbäder und Fitnessstudios. Das Verbot der polnischen Regierung für internationale Flüge ist mittlerweile aufgehoben.

Ungarn

Deutsche können ohne Einschränkungen einreisen, wenn sie ihre Reise in einem Land antreten, das als sicher in Hinblick auf die Pandemie eingestuft ist. Deutschland und die meisten EU-Staaten gelten als sicher. Der Transit durch Ungarn ist in jedem Fall möglich, diese Reisenden dürfen aber von bestimmten Korridoren nicht abweichen und müssen das Land binnen maximal 24 Stunden verlassen. In Ungarn haben die meisten Hotels, Restaurants und Bars wieder geöffnet. In öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis und Geschäften gilt eine Maskenpflicht. Zudem sind Abstandsregeln zu beachten.

Bulgarien

Für Feriengäste aus allen EU-Staaten gibt es seit Mitte Juli keine Quarantänepflicht. Reisende aus Schweden und Portugal müssen allerdings einen negativen Coronavirus-Test vorweisen. An den Sandstränden und Promenaden ist es für Juli aber weiter ungewöhnlich ruhig. Viele große Hotels in den Badeorten am Schwarzen Meer haben noch geschlossen, weil es ungewiss war, mit wie vielen Gästen sie rechnen können. Die bereits geöffneten Hotels haben sich auf Schutzmaßnahmen eingestellt - wie größere Distanz zwischen Tischen und Stühlen. Wegen schnell steigender Corona-Fallzahlen sind Mund-Nasen-Masken in gemeinschaftlich genutzten geschlossenen Räumen wieder Pflicht. Nachtlokale dürfen seit 13. Juli auch die Innenbereiche wieder öffnen, allerdings auch dort bei einer Platzbesetzung von einem Gast pro Quadratmeter.

Rumänien

EU-Bürger dürfen frei nach Rumänien einreisen. Allerdings könnten diese später Probleme bei der Aus- oder Weiterreise bekommen, weil wegen stark ansteigender Infektionszahlen Reisende aus Rumänien in mehreren EU-Ländern mit Hindernissen rechnen müssen. So werden sie etwa im Nachbarland Ungarn automatisch unter Quarantäne gestellt. In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Infektionen stark angestiegen, die Behörden rechnen mit einem weiteren Anstieg. Jederzeit können einzelne Ortschaften kurzfristig zum Infektionsherd erklärt und gesperrt werden. In geschlossenen öffentlichen Räumen gilt Maskenpflicht, Distanzpflicht in Gastronomie, auf den Stränden und bei Veranstaltungen im Freien.

Für zwei weitere, bei Deutschen besonders beliebte Urlaubsländer am Mittelmeer gibt es vorerst keine oder nur eine teilweise Aufhebung der Reisewarnung:

Türkei

Für die Türkei als Nicht-EU-Staat gilt die Reisewarnung des Auswärtigen Amts bis 31. August - aber nicht mehr für das ganze Land: Die Warnung vor touristischen Reisen entfällt für die Provinzen Aydin, Izmir und Muğla in der Ägäisregion sowie die Provinz Antalya in der Mittelmeerregion. Voraussetzung ist allerdings, dass das Hygienekonzept der türkischen Regierung strikt befolgt wird: Unter anderem müssen alle Urlauber innerhalb von 48 Stunden vor der Rückreise nach Deutschland einen PCR-Test machen. Fällt der positiv aus, bleiben die Betroffenen in der Türkei in Quarantäne.

Das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen wird als Corona-Risikogebiet eingestuft. Menschen, die aus einem Risikogebiet in Deutschland einreisen, müssen auch zuhause mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Allerdings können Urlauber aus der Türkei davon befreit werden, wenn sie bei der Einreise nach Deutschland den höchstens zwei Tage alten negativen Corona-Test vorweisen - der ja sowieso Pflicht ist. Nach der Einreise aus Deutschland in die Türkei gibt es keine Quarantänepflicht mehr. Am Flughafen wird aber die Temperatur gemessen. Bei Symptomen kann ein Corona-Test durchgeführt werden - das türkische Gesundheitsministerium entscheidet dann über das weitere Vorgehen. An den Stränden gilt ein Sicherheitsabstand, am Pool gibt es nur abgepackte Handtücher, in Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt. Die Regierung hat ein Zertifikationsprogramm für Gastronomen und Hotels entwickelt. Auch deutsche Firmen stellen Inspektoren.

Ägypten

Es ist weiterhin unklar, wann an beliebten Ferienorten wie Hurghada und Scharm el Scheich wieder Normalität einkehrt. Hotels sind inzwischen für einheimische Urlauber geöffnet, am 1. Juli wurde die Grenze mit der Ankunft von zwei Flügen aus der Ukraine wieder für Touristen geöffnet. Die Hotels müssen unter anderem Desinfektionsmittel am Eingang bereitstellen und das Gepäck bei Ankunft und Abreise desinfizieren; sie dürfen weder ein Buffet aufstellen noch Wasserpfeifen reichen. In Geschäften, Supermärkten und im öffentlichen Nahverkehr gilt eine Maskenpflicht, öffentliche Strände bleiben vorerst geschlossen: Corona bestimmt nach wie vor den Alltag, das Land registrierte die meisten Todesfälle im arabischen Raum.

© SZ/mai/haag/sfi/ave/dop/ihe/kaeb/edi/mit Material von dpa/aner
Haus hinter Dünen der Ostsee bei Ahrenshoop auf der Halbinsel Fischland/Darß

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