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Reisen in Frankreich: Fréjus, Provence:Fast wie am Rand des Grand Canyon

Ein schöner Tagesausflug führt nach Grasse, das historische Zentrum der Parfümherstellung, wo noch mehrere Fabriken duftende Essenzen kreieren und Besucher in die Hallen schauen lassen. Um sie anschließend im Probenraum mit verführerischen Duftwolken zu umnebeln und zum Einkauf zu motivieren. Der Ansturm auf das eigentlich beschauliche Städtchen hat seit dem Welterfolg des Romans "Das Parfüm" von Patrick Süskind noch zugenommen.

Die Fahrt nach Grasse lässt sich mit der Besichtigung des Grand Canyon du Verdon kombinieren. Wer sich Zeit nehmen will, um mehr Details zu betrachten, plant besser einen ganzen Tag für die eindrucksvolle Schlucht ein, die der Verdon-Fluss mit seinem türkisblauen Wasser in das Kalksteinmassiv gewaschen hat. Die Panoramastraße bietet immer wieder eindrucksvolle Ausblicke. Schon das Beobachten der Kletterer an den steilen Felswänden lässt manchen schwindeln. Über ihnen ziehen Adler ihre Kreise in der aufsteigenden Luft. Am Übergang des Lac de Ste-Croix in die Schlucht vergnügen sich Touristen in Tretbooten, vom Balkona de la Mesa bietet sich ein Ausblick fast wie vom Rand des Grand Canyon in Arizona.

Schmale Küstenstraßen mit großartigen Ausblicken

Wem der Sinn mehr nach Großstadttreiben steht, der erreicht von Fréjus aus in gut zwei Stunden Marseille. Ein Umweg über die Calanques östlich der Stadt lohnt sich, denn die schmale Straße entlang der schroffen Steilküste bietet tolle Blicke aufs Meer. In Marseille genießt man einen schönen Blick über den alten Hafen von der etwas eigenwilligen Kirche Notre Dame-de-la-Garde aus.

Bei einer Fahrt von Fréjus aus in die andere Richtung beginnt schon bald die Côte d'Azur. Dabei bietet es sich an, auf dem Weg nach Cannes das Esterel-Gebirge auf der schmalen Küstenstraße zu umrunden. Wenn die Sonne tief steht, leuchtet das Porphyrgestein in den schönsten Rottönen. Beim Spaziergang entlang der Promenade La Croisette in Cannes, vorbei am wenig einladenden Veranstaltungszentrum, in dem alljährlich die Filmfestspiele stattfinden, darf man sich einen Moment dazugehörig fühlen. Um dann aber festzustellen, dass der Strand unterhalb der Schutzmauer schmal und steinig und der Zugang teuer ist. Der kleine Aufstieg in die Altstadt am Vieux Port kostet dagegen nichts und bietet eine schöne Aussicht auf die berühmte Bucht.

In Juan-les-Pins lässt es sich gut baden und feiern, in Antibes liegen die größten Luxusjachten der Côte d'Azur. Abends wird der überdachte Marktplatz Marché provencal zum gemütlichen Restaurant.

Auf der Fahrt nach Nizza kommt etwas in Sicht, das überall an Frankreichs Küsten zu finden ist: eine gigantische Hochhaus-Appartementburg. Baie des Anges in Villeneuve Loubet besteht aus vier riesigen geschwungen Gebäudekomplexen mit Strand und Marina.

Ein paar Kilometer weiter geht es vorbei am internationalen Flughafen nach Nizza. Die Promenade de Anglais schwelgt im Luxus, die Altstadt bietet Märkte, Restaurants, Cafés und Geschäfte mit allem, was Touristen wünschen.

Um Avignon mit dem Papstpalast zu besichtigen, bietet sich eher die An- oder Abreise mit einem Tag Unterbrechung an - die Entfernung von Fréjus ist für einen Tagesausflug sehr groß.

Wer die berühmten Lavendelfelder der Provence in der Blüte sehen möchte, etwa auf dem Plateau de Vaucluse oder in der Montagne du Luberon, muss seine Reise in die Zeit von Ende Juni bis Anfang August legen.

© Sönke Möhl, dpa/dd

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