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Reisemedizin:Reisedurchfall

Durchfall ist die häufigste Erkrankung bei in tropische oder subtropische Regionen Reisenden. Das Risiko einer Erkrankung variiert von Land zu Land. Hohes Risiko besteht in Mittel- und Südamerika, Afrika und Asien. Entscheidend ist der Hygienestandard des Landes, aber auch das persönliche Hygieneverhalten des Reisenden im Land selber. Individuell begünstigende Faktoren sind: Erstmalige Reisen, Abenteuerreise oder Leben im engen Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung unter ähnlichen Lebensumständen, sorgloser Umgang mit Nahrungsmitteln und Getränken, jüngeres Lebensalter, beeinträchtigter Immunstatus, fehlende Magensäure, Blutgruppe 0.

Der Reisedurchfall tritt meist für wenige Tage innerhalb der ersten Woche nach Ankunft auf. Charakteristisch sind 3 oder mehr ungeformte Stühle innerhalb von 24 Stunden, kombiniert mit einem oder mehreren zusätzlichen Symptomen einer Darminfektion wie Fieber oder Krämpfe. Ein Reisedurchfall führt wegen der Verschiedenartigkeit der Erreger üblicherweise nicht zu einer natürlichen Immunität.

Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. In leichten Fällen ohne erheblichen Flüssigkeitsverlust genügt in der Regel die Einhaltung einer Diät und erhöhte Flüssigkeitszufuhr mit Fruchtsäften oder gesüßtem Mineralwasser. Für mittelschwere Durchfälle mit Flüssigkeitsverlust stehen handelsübliche Salzlösungen zur oralen Rehydratation (Ausgleich des Wasser- und Salzverlustes durch Trinklösung) insbesondere für Kinder und ältere Personen zur Verfügung. Dadurch wird jedoch weder die Dauer der Behandlung noch die Zahl der Durchfälle reduziert. Schwere oder atypisch verlaufende Erkrankungen sind immer ärztlich zu behandeln. Vorbeugend ist die konsequente Einhaltung eines Hygieneregimes entscheidend. Erste Impfstoffe sind in der klinischen Erprobung.

© Dr. med. Eckhard Müller-Sacks und Andreas Berlitz