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Reiseführer Zürich:Bloss nicht

Wie Sie es vermeiden, sich unbeliebt oder lächerlich zu machen

Abfall achtlos wegwerfen

Zürich gibt sich Mühe, eine saubere Stadt zu sein – als Gast sollten Sie das respektieren. Es stehen überall Abfallbehälter herum, und auf einen Aschenbecher müssen Sie auch nicht lange warten, wenn mal vor Ihrer Nase gerade keiner steht. Im Übrigen werden Abfälle getrennt entsorgt und recycelt.

Rücksichtslos Fahrrad fahren

Zürich ist den Fahrradfahrern gegenüber sehr tolerant – manche meinen sogar zu tolerant. Auf den schmalen Straßen zockeln lange Autokolonnen und manchmal sogar die allmächtige, durchweg vorfahrtsberechtigte Straßenbahn (Tram) im Schritttempo hinter einem Velofahrer her. Doch in den Fußgängerzonen sind die Städter unerbittlich. Wer es hier wagt, mit dem Fahrrad an Passanten vorbeizuflitzen, riskiert böse Blicke und Worte – und wenn’s dumm kommt, eine saftige Buße von der Polizeipatrouille.

In die Aargauerfalle tappen

Die Zürcher Trams haben im hinteren Kabinenende eine laute Klingel, die sich mit dem Fuß betätigen lässt. Sie dient den Trämlern als Signal beim Rangieren. „Aargauerfalle“ nennen die Zürcher diese Klingel nach den Bewohnern des angrenzenden Kantons, den sie gerne als Provinz verspotten. Wer den am Boden angebrachten Knopf nicht kennt, tritt oftmals unbeabsichtigt darauf und macht damit nicht nur die ganze Tram, sondern auch den Verkehr rundherum auf sich – und seine provinzielle Herkunft – aufmerksam.

Schwyzerdütsch imitieren

Geben Sie sich keine Mühe, den schweizerdeutschen Dialekt zu sprechen oder – noch schlimmer – mithilfe des häufig eingesetzten Diminutivs nachzuäffen. Schweizerdeutsch ist eine schwierige Sprache, und man blamiert sich nur. Die Schweiz ist überdies ein viersprachiges Land, die Schweizer sprechen nicht nur Hochdeutsch als erste Fremdsprache, sondern auch Französisch und Italienisch sowie – wer aus Graubünden stammt – auch Rätoromanisch.

Kuckucksuhren kaufen

Es gibt Leute, die halten eine Kuckucksuhr für das höchste aller Gefühle. Wenn Sie in Zürich eine Kuckucksuhr kaufen wollen, achten Sie zumindest darauf, dass Sie ein Schweizer und kein Schwarzwälder Modell erwischen, damit das Souvenir wenigstens authentisch ist.

Die Zürcher „Züricher“ nennen

Eindeutig als ignoranten Touristen weisen Sie sich aus, wenn Sie von der Züricher statt von der Zürcher Bahnhofstrasse reden oder eine Zürcherin Züricherin nennen. Das kleine „i“ macht hier den großen Unterschied!

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Gabrielle Attinger wuchs am Zürichsee auf und studierte in Zürich Germanistik und Philosophie. Als Reiseleiterin und Rezeptionistin auf Kreuzfahrtschiffen bereiste sie die Welt. Dann machte sie ihre Leidenschaft zum Beruf und wurde Reisejournalistin und -redakteurin. Sie leitete lange den Reiseteil der „SonntagsZeitung“ und schreibt heute als freie Journalistin für Zeitungen und Magazine.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de