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Reiseführer Yucatan:Essen & Trinken

Margaritas, Mais und Meeresfrüchte: In Yucatán ist die mexikanische Küche vor allem karibisch inspiriert

MARCO POLO Autor Manfred Wöbcke

Yucatán ist umgeben von Meer - kein Wunder, dass Fisch und Meerestiere seit jeher eine große Rolle spielen: huachi-nango (Red Snapper) und calamar (Tintenfisch), cazón (Hundshai) und róbalo (Meerbarsch). Immer wieder tauchen auf den Speisekarten camarones al mojo deajo auf, Garnelen, die mit reichlich Knoblauch gebraten werden. Die mexikanische Variante der Paella ist Reis mit Meeresfrüchten (arroz con mariscos). Oft angeboten wird huachinango. Der Fisch mit dem milden Aroma wird gegrillt, gebraten und gedünstet serviert. Eine verbreitete Form der Zubereitung ist auch das Garen in Alufolie oder einer Papierhülle (empapelado). Die Bezeichnung a la mexicana bedeutet, dass das jeweilige Gericht mit Zwiebeln, Tomaten und Chilis zubereitet wird. Da sind beispielsweise die köstlichen Eintöpfe, pozoles genannt, meist mit Schweinefleisch, Chilis und kleinen würzigen Tomaten hergestellt. Aus Yucatán stammt die exotisch duftende Limettensuppe, mit Hühnerfleisch gekocht und mit Avocados, Zwiebeln, klein geschnittenem Gemüse und frittierten Tortilla-Stückchen serviert. Gehaltvolle Saucen aus Avocado, Tomaten und Chilis bereichern die Gerichte.

Wer die mexikanischen Märkte besucht, die es in jedem größeren Ort gibt, staunt über das gewaltige Angebot an frischem Gemüse, farbenfroh und kunstvoll arrangiert. Typisch für das Straßenbild sind auch die Garküchen. An behelfsmäßig gezimmerten Ständen zaubern Mexikanerinnen die gesamte Palette schmackhafter einheimischer Imbisse. Man isst im Stehen oder nimmt Platz auf den bereitstehenden Hockern - Fast Food einmal anders. Was gibt es zu essen? Tortillas (Maispfannkuchen), in die man Gemüsestückchen, Hühnchenteile, Fisch, Käse und Bohnen wickelt. Das entstandene Fingergericht heißt dann enchilada, mit überbackenem Käse werden daraus enchiladas suizas.

Seit jeher rundet Obst in Yucatán ein Essen ab. Neben Ananas, Mangos und Orangen überzieht man auch Kürbis und Kaktusfeigen mit Sirup, exotische Leckereien, wie sie auch Kinder lieben. Aus Mérida stammt der Kaiserkuchen (torta imperial), der aus gemahlenen Mandeln und viel Eigelb zubereitet wird und seine besondere Note durch die Verwendung von reichlich Vanille und Zimt erhält. Beim Nachspeisenbuffet in den Hotels ist Karamellpudding (flan) gefragt und auch die beliebte crème brûlée, eine karamellisierte Sahnecreme. Und Milchreis (arrozcon leche) schmeckt nicht nur Kindern.

Mexikaner essen gern auswärts, Restaurants gibt es daher in allen Preisklassen und Variationen, auch solche mit ausländischer Küche. Zur Rechnung kommen 15 Prozent Mehrwertsteuer (in Quintana Roo zehn Prozent) hinzu. Empfindliche Besucher sollten die Essensstände am Straßenrand und Garküchen auf Märkten besser meiden. Das staatliche Gütesiegel "H" verweist auf hygienisch einwandfreie Gaststätten.

Das Frühstück heißt desayuno, und der mexikanische Tag beginnt mit Eiern, Speck, frijoles (gebratenem Bohnenmus) und Käse. Das Mittagessen (comida) wird ab 13 Uhr serviert, in den Touristenorten auch früher. Das Abendessen (cena) nehmen die Mexikaner später ein als die Europäer.

Als Erfrischungsgetränk (refresco) sind vor allem Cola, Limonade und Mineralwasser verbreitet. Vitaminreich sind die frisch gepressten Obst- und Gemüsesäfte, die es nicht nur in Hotels und Restaurants, sondern für wenige Pesos auch am Straßenrand und in speziellen Saftbars zu kaufen gibt. Agua fresca heißen mit Wasser versetzte Obstsäfte, in Cancún hygienisch meist einwandfrei, im Landesinneren jedoch eher mit Vorsicht zu genießen. Köstlich schmecken aus den Früchten des Tamarindenbaums zubereitete agua de tamarindo und agua de Jamaica aus roten Hibiskusblüten. In Mexiko gibt es Hunderte von Mineralquellen, deren Wasser in Flaschen überall im Land für wenige Pesos erhältlich ist. Eine Unsitte einiger Touristenrestaurants ist es daher, Gästen ungefragt für viel Geld importiertes Evian-Wasser vorzusetzen.

Kaffee serviert man in den Touristenhotels gewöhnlich nach US-amerikanischer Art, für den europäischen Geschmack häufig zu dünn. Fragen Sie lieber nach café de olla. Dieser Kaffee, wie ihn die Mexikaner schätzen, wird im Tontopf mit Zimt und Nelken aufgekocht, manchmal fügt man noch braunen Zucker und Orangenschale hinzu. Ein köstliches Getränk ist heiße Schokolade. In Mexiko besteht diese nicht nur aus Kakao und Zucker, sondern auch aus Zimt und weiteren Gewürzen.

In Yucatán kennt man eine ganze Reihe exotischer Cocktails, meist auf der Basisvon Tequila oder Rum. Weltberühmt ist die aus Mexiko stammende margarita (Limettensaft mit Tequila, Orangenlikör und zerstoßenem Eis). Beliebt ist auch die piña colada (Ananassaft, ungesüßte Creme von Kokosnüssen und brauner Rum mit gestoßenem Eis).

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"Verde arriba!", das "Grüne nach oben", hörte der Autor einen Agrarexperten vor Jahren bei Aufforstungsarbeiten in Yucatán zu den Landarbeitern sagen. Diesen genialen Hinweis beherzigt er seitdem auch in seinem Garten im Rheingau. Hier lebt der Psychologe mit seiner Familie, wenn er nicht auf Reisen ist, oft auf der Yucatán-Halbinsel, wo er gern aktuelle Ausgrabungen besucht.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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