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Reiseführer Yucatan:Einkaufen

Volkskunst, Ton und Hängematten: Die yucatekische Variante des "Doppelbetts" passt sogar ins Handgepäck

MARCO POLO Autor Manfred Wöbcke

Das mexikanische Kunsthandwerk gehört zu den vielfältigsten der Welt. Vieles, was auf den Märkten als Volkskunst, als arte popular, angeboten wird, hat im traditionellen Leben große Bedeutung. Die hölzernen Masken, die es u. a. auf der Isla Mujeres in großer Auswahl zu kaufen gibt, stellen bizarre Charaktere aus dem Alltag und aus der Mythologie dar: Teufel und Dorfpolizisten, Engelchen und Pumas. Sie werden bei Volkstänzen noch heute getragen. Einen ersten Überblick über das Kunstschaffen des Landes erhält man in den Volkskunstmuseen (museos de artepopular). In Mérida beispielsweise befindet sich ein Volkskunstmuseum, das detailreich über die Kunsthandwerksproduktion informiert. Besonders groß ist die Auswahl in Playa del Carmen - entlang der 5a Avenida reihen sich Geschäfte; außer billigem (in Asien gefertigten) Souvenirkitsch gibt es Boutiquen mit authentischem Kunsthandwerk, mit von Maya gewebten Trachten und anderen farbenfrohen Produkten - nicht billig, aber ihren Preis wert.

Hängematten

Hängematten und Mexiko gehören zusammen - ein typisches mexikanisches Produkt und ein ideales Mitbringsel aus Yucatán, denn hier war es, wo fast ein Jahrhundert lang, von 1865 bis etwa 1960, das Rohprodukt für die Hängematten hergestellt wurde. Die hamaca wird heute nicht mehr nur aus Sisalfasern, sondern zunehmend auch aus Seide (am teuersten), Baumwolle oder Nylon (am billigsten) gefertigt. Ihre Qualität ergibt sich weiterhin aus der Dichte der Knoten und damit der Enge der Maschen. Auch bei der Größe muss man aufpassen: Im Vergleich zu Mexikanerinnen und Mexikanern eher groß gewachsene Europäer nehmen lieber die Ausführung matrimonial, mit anderen Worten: das Doppelbett.

Lebensbäume

Maria und Josef unter einem blühenden Baum, umgeben von zwitschernden Vögeln, Engeln und Paradiesblumen: Die halbrunden, aus Ton gearbeiteten Lebensbäume (árboles de la vida) sind besonders prächtige Vertreter des mexikanischen Kunsthandwerks. Neben Szenen aus der Bibel werden solche aus mexikanischen Legenden wiedergegeben. Die teilweise beträchtlichen Preise (von 50 bis 2500 Euro) sind abhängig vom Detailreichtum, der Größe sowie vom Bekanntheitsgrad des Künstlers.

Märkte

Indianische Webarbeiten, kunstvoll bestickte Blusen, bunt gemusterte Jacken, Westen und Tücher gibt es in großer Auswahl auf den Märkten zu kaufen. Die Halbinsel Yucatán ist der richtige Ort, um die weißen, am Ausschnitt bestickten Blusen im typisch yucatekischen Stil zu kaufen sowie die leichten Panamahüte, die u. a. in einem kleinen Dorf nahe Campeche gefertigt werden und schon für 20 Euro zu haben sind. Was gibt es außerdem? Geflochtene Körbe in jeder Größe, exotisches Obst und Gemüse sowie medizinische Kräuter, neuerdings auch CDs, DVDs und Bekleidung aus Fernost.

Schmuck

Mexiko ist reich an Bodenschätzen. Kein Wunder, dass es überall Ketten mit den schönsten Edelsteinen sowie solche aus Natursteinperlen zu kaufen gibt, phantasievoll verarbeitet. Yucatán ist zudem ein lohnendes Ziel für den Kauf von Silberschmuck. Die im Land hergestellten Ketten, Ringe, Armbänder und Ohrringe sind preisgünstig, handwerklich gut verarbeitet und in unzähligen Ausfertigungen zu haben.

Tonwaren

Trotz des Siegeszugs von Plastik und Kunststoffen benutzt man nicht nur in den dörflichen Gegenden Yucatáns nach wie vor traditionelles Tongeschirr. Denn bei der Vorratshaltung sind die bauchigen Krüge und Vasen, die ihren Inhalt schön kühl halten, sehr beliebt. Typisch mexikanisch sind auch die herrlichen Talaverakacheln aus Puebla; deren ornamentale Muster und kräftige Farben zeigen sich auch auf Tongeschirr, auf Kannen, Tellern, Tassen, Schalen und Schüsseln.

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"Verde arriba!", das "Grüne nach oben", hörte der Autor einen Agrarexperten vor Jahren bei Aufforstungsarbeiten in Yucatán zu den Landarbeitern sagen. Diesen genialen Hinweis beherzigt er seitdem auch in seinem Garten im Rheingau. Hier lebt der Psychologe mit seiner Familie, wenn er nicht auf Reisen ist, oft auf der Yucatán-Halbinsel, wo er gern aktuelle Ausgrabungen besucht.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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