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Reiseführer Venezuela:Special

Humboldt und Bolívar

Zwei Männer, die das Südamerika des 19. Jhs. prägten

Sie kannten und sie schätzten sich, der deutsche Wissenschaftler Alexander von Humboldt (1769-1859) und der „Befreier Südamerikas“ Simón Bolívar (1783-1830) aus Caracas. Kennengelernt hatten sie sich in den Pariser Salons. Humboldt bereiste mit Genehmigung der Krone spanische Besitzungen in Amerika. Seine Berichte vermitteln ein Bild wirtschaftlicher und geistiger Blüte, aber auch krasser sozialer Spannungen. Der reiche Großbürgersohn Bolívar nannte Humboldt sogar den „wahren Entdecker Südamerikas“, weil es ihm nicht um Gold und Unterjochung ging, sondern um die genaue Erfassung des natürlichen Reichtums des südamerikanischen Subkontinents. Bolívar selbst machte mit seinem brillanten Geist und seinen militärischen Leistungen der Kolonialherrschaft Spaniens in Lateinamerika ein Ende. So gut wie jeder Hauptplatz trägt heute seinen Namen. Aber auch Humboldt ist Taufpate von Schulen, Straßen, Plätzen. Der zweithöchste Gipfel des Landes ist nach ihm benannt, der höchste heißt natürlich: Bolívar.

Umweltsünder Mineros

Wo die Goldgräber anrücken, droht eine rote Wiese

Zu den schlimmsten Umweltsündern im Regenwald zählen die zigtausend mineros, die im Sand der Flüsse und tief im Dschungel nur mit geringem Erfolg nach Gold und Diamanten graben. Tonne um Tonne Gestein und Flussgeröll durchmahlen die Goldgräber. Sie schlämmen und waschen den Sand und spülen ihn mehrere Male über die „rauchende Schlange“; so nennen sie die Rutsche, auf der die feinsten Goldpartikel an der Stoffbahn hängen bleiben und dann mit dem rauchenden Quecksilber gebunden werden. Fast zehn Prozent der Weltförderung dieses hochgiftigen Schwermetalls verteilen sich im Umkreis der Goldgräberlager in die Luft, die Erde und das Wasser. Abgesehen davon, dass die Männer sich bei der Goldgewinnung nachhaltig schädigen können - Quecksilber ist ein schweres Nervengift -, beeinträchtigen sie die Umwelt erheblich.

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Der Autor und Betreiber einer kleinen Reiseagentur (www.parianatours.com) lebt seit über 20 Jahren in Lateinamerika und gilt als Pionier für den Individualtourismus in Venezuela. Stets im Urwald, auf der Piste, an den abgelegensten Orten, aber auch in Städten unterwegs, kennt er das Land wie kaum ein Zweiter und überrascht selbst seine venezolanischen Freunde immer wieder mit neuen Zielen.

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Quelle: www.marcopolo.de