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Reiseführer Venezuela:Praktische Hinweise

Urlaub von Anfang bis Ende: die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Venezuelareise

Anreise

Flugzeug

Caracas wird von vielen internationalen Fluggesellschaften angeflogen, darunter Lufthansa, Iberia, Air France, TAP und Alitalia. Die Flugzeit von Mitteleuropa beträgt knapp zehn Stunden. Flüge von Deutschland nach Venezuela kosten je nach Saison zwischen 600 und 1000 Euro. Flüge um Weihnachten und Ostern herum sollten frühzeitig gebucht werden.

Auskunft vor der Reise

Botschaften Venezuelas

  • Schillstr. 9-10, 10785 Berlin | Tel. 030 83224000 | www.botschaft-venezuela.de
  • Prinz-Eugen-Str. 72, 1040 Wien | Tel. 01 7122638 | www.austria.gob.ve
  • Schosshaldenstr. 1, 3007 Bern | Tel. 031 3505757

Auskunft in Venezuela

Deutsch geführte Reiseorganisation: Cacao Expediciones | Tel. 0212 9771234 | cacaotravel.com; spezialisiert auf individuelle Wünsche: Parianatours | Tel. 0294 8083602 | www.parianatours.com

Auto & Mietwagen

Autofahren in Venezuela heißt Abenteuer. Gefahren wird auf der rechten Straßenseite, das ist auch schon die einzig weithin bekannte Verkehrsregel. Ansonsten läuft es nach Gefühl und es gilt das Recht des Stärkeren, was meist auch ganz gut funktioniert. Eine rote Ampel bedeutet, man hat keine Vorfahrt; wer bei Grün fährt, muss trotzdem aufpassen - es könnte jemand kommen, der es eilig hat. Auch Geschwindigkeitsbeschränkungen und Alkoholverbot werden nicht ernst genommen, man sollte also aufpassen und ständig mit Fehlern anderer rechnen. Selbstredend gelten diese Regeln für den Touristen im Leihwagen schon, da man in Teufelsküche kommen kann, wenn Verdacht auf Fahrlässigkeit besteht.

Es empfiehlt sich, den Wagen bei einem der großen internationalen Anbieter zu mieten. Die verfügen über ein landesweites Netz, sodass ein defektes Fahrzeug sofort ausgetauscht werden kann. Zudem ist es nur bei diesen möglich, eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung (deducible) abzuschließen. Und das ist empfehlenswert, schon um Diskussionen über angebliche Schrammen bei der Rückgabe zu vermeiden. Internationale Mietwagenanbieter finden sich in größeren Städten, meist am Flughafen. Die Leihgebühren sind um einiges höher als in Europa. Dafür kostet das Benzin fast nichts. Sie benötigen einen Führerschein (der europäische ist ausreichend), eine Kreditkarte und einen Pass - alles auf denselben Namen. Den Wagen vor Übernahme überprüfen, auch ob Ersatzreifen, Wagenheber und Werkzeug vorhanden und brauchbar sind.

Das Straßennetz ist recht gut ausgebaut, wenn man auch mit ändernden Straßenverhältnissen und unmarkierten Hindernissen rechnen muss. Von Nachtfahrten wird abgeraten, schon wegen der vielen unbeleuchteten Verkehrsteilnehmer wie Fahrräder, Fußgänger, Pferde und Kinder.

Die Orientierung wird durch das "Schachbrettmuster" der Innenstädte vereinfacht, außerhalb nutzt man den beigefügten Faltplan. Sehr praktisch ist ein GPS-Gerät.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft Caracas

Edificio La Castellana | Av. Eugenio Mendoza/Av. José Lamas | Tel. 0212 2610181 | www.caracas.diplo.de

Österreichische Botschaft Caracas

Torre Las Mercedes, 4. Stock | Av. La Estancia | Chuao | Tel. 0212 9913863 | caracas-ob@bmeia.gv.at

Schweizer Botschaft

Centro Letonia | Torre Ing-Bank, piso 15 | Av. Eugenio Mendoza/San Felipe | La Castellana | Tel. 0212 2679585 | www.eda.admin.ch/caracas

Ein- und Ausreise

Westeuropäer brauchen normalerweise kein Visum. Reisen Sie jedoch auf dem Landweg ein, müssen Sie sich in der venezolanischen Botschaft bzw. einem Konsulat des Gastlands eines besorgen. Im Flugzeug oder an der Grenze wird eine Touristenkarte (Tarjeta de Turismo) verteilt, die mit dem Pass vorlegt werden muss und zu einem Aufenthalt von 90 Tagen berechtigt. Beim Abflug wird eine Flughafensteuer erhoben; in Caracas rund 35 Dollar für einen Auslandsflug. Sie ist meist im Ticketpreis enthalten. Infos erhalten Sie bei der Fluggesellschaft.

Fotografieren

Farbnegativfilme sind überall erhältlich, Diafilme nicht. Speicherkarten kosten nicht viel; in einigen posadas können Sie Fotos auf CD brennen lassen. Die Fotoausrüstung sollte man unauffällig mit sich führen, etwa in einer Einkaufstüte.

Geldwechsel, Kreditkarten & Währung

Der Wechselkurs vom US-$ zum Bolívar Fuerte (VEF) ist staatlich festgelegt. Der Venezolaner kommt nur sehr schwierig an Devisen, daher ist ein Schwarzmarkt entstanden, auf dem der Bolívar zu einem viel besseren Kurs gehandelt wird. Allerdings gibt es sehr strenge Gesetze, die das Wechseln von Devisen außerhalb der zulässigen Stellen unter empfindliche Strafen stellen. 2010 wurde die Wechselkontrolle verschärft und die Börse geschlossen, nur der Staat hat noch das Recht auf Devisenhandel.

Für Touristen machen die verschiedenen Wechselkurse mit Unterschieden von bis zu 100 Prozent alles noch unübersichtlicher. Sie sollten sich deshalb vor Ort bei vertrauenswürdigen Personen informieren und für alle Situationen ausgestattet sein: Bargeld, Travellerschecks, Kreditkarte und TAN-Nummern fürs Onlinebanking. Bei den meisten Posadas und Tourveranstaltern kann man ohne Bedenken zu einem guten Kurs wechseln. Risikofrei ist es, sich Bargeld gegen eine Überweisung auf ein Konto in Europa auszahlen zu lassen. Daher unbedingt TAN-Nummern mitnehmen. Hier kann man evtl. auch Travellerschecks und Euro in bar abgeben. Die sicherste Form bleibt aber die Überweisung. Aktuelle Information und Details zu dem Thema findet man unter: www.parianatours.com/venezuela/geld.html

Banken haben für gewöhnlich Mo-Fr von 8.30-16.30 Uhr geöffnet, in den Einkaufszentren der größeren Städte bis in die späten Abendstunden. Geld tauschen kann man jedoch nur in privaten Wechselstuben (casas de cambio), auch in US-Währung ausgestellte Reiseschecks ohne Gebühr. Die Zahlung mit Kreditkarte wird in größeren Hotels, Geschäften und Restaurants akzeptiert. Hier wird jedoch der schlechte offizielle Kurs zugrunde gelegt.

Gesundheit

Tropeninstitute, Gesundheitsämter und das Auswärtige Amt informieren über empfohlene Impfungen. Binden Sie dies in die Reiseplanung mit ein, da ein Terminplan eingehalten werden muss. Impfungen gegen Tetanus und Gelbfieber sind ratsam; gegen Malaria gibt es keine. Wer nicht in tiefste Goldgräberlager vorstößt, braucht die Krankheit aber auch nicht zu fürchten. Weit verbreitet ist mittlerweile Cholera, noch häufiger sind Ruhr und Durchfall. Vorsicht ist daher bei Eis, Fruchtsäften, ungeschälten Früchten und Salat geboten. Inzwischen kommt auch Denguefieber vor, eine heftig verlaufende Virusinfektion, gegen die es keine Impfung gibt. Überträger ist eine tagaktive Stechmückenart. Tragen Sie deshalb körperbedeckende Kleidung.

Der Abschluss einer privaten Reisekrankenversicherung ist anzuraten. Falls der Besuch einer Privatklinik notwendig sein sollte, müssen die Kosten vom Patienten übernommen werden (benutzen Sie hierbei die Kreditkarte), die Rechnung wird dann bei der Krankenversicherung zur Erstattung eingereicht. Apotheken (farmacias) haben meist bis in die Nacht geöffnet oder zeigen den Notdienst an. Es sind alle gängigen Medikamente erhältlich, oft ohne Rezept. Man sollte den internationalen Impfpass bei sich führen. Medizinische Nothilfe (in Englisch) unter: Tel. 0212 4837021 oder Tel. 4836092

Inlandsflüge

Das Flugnetz ist gut, die Flüge sind relativ preiswert. Allerdings sollten Sie sich nicht auf die angekündigten Zeiten verlassen und mindestens eine Stunde, bei einem Auslandsflug zwei Stunden vorher am Flughafen sein. Fachmännische Auskunft und gute Beratung über Inlandsflüge findet man unter: www.venezuela.li/flug

Internet

Eine hervorragende Website mit zahlreichen Informationen aller Art ist www.venezuela.li. Lohnende Sites mit zahlreichen Infos sowie weiterführenden Links sind www.think-venezuela.net, www.venezuela-urlaub.de, www.caiman.de und www.venezuelareise.net (alle vier in deutscher Sprache). Unter www.miropopic.com findet man einen Gastronomieführer für Caracas und den Guía Ecoturística mit Informationen über Nationalparks, Camps und posadas.

Internetzugang & WLAN

Da sich in Venezuela noch nicht jeder Haushalt einen Computer leisten kann, ist die Versorgung mit Internetcafés flächendeckend. Die Kosten sind minimal, meist werden zusätzliche Serviceleistungen wie Drucken, Daten auf CD brennen (Urlaubsfotos) sowie Telefon- und Faxdienste angeboten. Darüber hinaus stellt der Staat kostenlose "Infocentros" zur Verfügung, die sich meist in provinziellen Landesteilen befinden und für jedermann zugänglich sind. Unter www.infocentro.gob.ve findet man eine Suchfunktion, geordnet nach Regionen. Eigene Computer oder Smartphones kann man in fast allen Hotels oder posadas per WLAN ins Netz bringen, außerdem in ausgesuchten Restaurants, darunter die meisten Fastfoodketten, sowie gegen Entgelt am Flughafen in Caracas. Per Roaming zu surfen, ist extrem teuer, daher ist davon abzuraten. Prepaid-SIM-Karten, die vor Ort gekauft werden, sind nicht zur Datenübertragung geeignet.

Öffentliche Verkehrsmittel

Venezuela hat ein hervorragendes Busnetz. Fast in jedes Dorf kommt man sicher und meist auch ziemlich bequem. Auf den großen Überlandstrecken fahren klimatisierte und mit Toiletten ausgerüstete Busse, die sehr pünktlich sind. Für kurze und mittlere Strecken empfiehlt sich das Sammeltaxi (por puesto), das fast überall zu finden ist und erst losfährt, wenn alle Plätze (puestos) belegt sind. Feste Haltestellen gibt es nicht - man klopft aufs Blech des Fahrzeugs, wenn das Taxi halten soll. In Städten gilt das gleiche System in Bezug auf die sogenannten microbuses. Por puestos auf interurbanen Routen fahren an Busterminals ab, auch außerhalb der regulären Verkehrszeiten. So hat man zu jeder Zeit und zu jedem Ziel eine recht gute Verkehrsanbindung.

Öffnungszeiten

Supermärkte sind bis abends geöffnet. Bei Museen und Sehenswürdigkeiten gilt der Montag als Ruhetag, angeschlagene oder im Internet veröffentlichte Zeiten ändern sich jedoch oft und werden meist nicht eingehalten. Selbst Restaurants öffnen eher nach Lust und Laune.

Post

Die Post ist langsam und unzuverlässig. Eine Postkarte braucht viele Wochen.

Reisezeit

Die Jahreszeiten unterscheiden sich vor allem durch den Wechsel von Regen und Trockenheit, was natürlich auch Einfluss auf den Tourismus hat. Ende November bis April (also in der Trockenzeit) ist die beste Periode, um die Llanos zu besuchen; in der Regenzeit sind hier viele Straßen unpassierbar. Für den Süden ist diese hingegen gerade empfehlenswert, denn dann sind die Wasserfälle in der Gran Sabana erst wirklich eindrucksvoll. An der Küste herrscht ein konstant sommerliches Klima.

Strom

Die Netzspannung beträgt 110 Volt/60 Hertz (Wechselstrom). Man benötigt amerikanische Flachstecker. Am besten einen Multistecker besorgen.

Taxi

Handeln Sie vor der Fahrt einen Pauschalpreis aus oder bestehen Sie aufs Einschalten des Taxameters. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie nur die offiziell zugelassenen Taxis mit Dachaufsätzen und gelben Kennzeichen nehmen.

Telefon & Handy

Besorgen Sie sich am besten eine Telefonkarte für die öffentlichen Telefonzellen. Für ein Auslandsgespräch benötigen Sie eine tarjeta telefónica für mindestens 25 VEF. Die Apparate für internationale Gespräche sind gekennzeichnet. Die Vorwahlen sind für Deutschland 0049, für Österreich 0043, für die Schweiz 0041. Die venezolanische Vorwahl lautet 0058.

Europäische Handys funktionieren mit Einschränkungen. Durch zwei verschiedene Roamingpartner im Land kommt es bei einigen Netzen zu Funklöchern, die den Westen oder den Osten des Landes betreffen können. Besorgen Sie sich bei Ankunft eine SIM-Karte der Firma Digitel (rotweißes Logo). Dann erhält man für ca. 10 Euro eine venezolanische Telefonnummer mit einem Grundguthaben und kann sein eigenes Handy kostengünstig auch für internationale Gespräche nutzen. Venezolanische Handynummern erkennt man an den ersten beiden Ziffern "04".

Trinkgeld

Trinkgelder bis zehn Prozent sind bei Zufriedenheit eine Selbstverständlichkeit. Kofferträger, Schuhputzer und Portiers erwarten ein paar kleinere Scheine - sie müssen davon leben.

Unterkunft

Hotels sind mit einem Sternesystem klassifiziert, das dem deutschen nicht genau entspricht. Empfehlenswert ist es in einer der 2500 posadas unterzukommen. Sie befinden sich meist in den interessantesten Gebieten und werden häufig vom Besitzer persönlich geführt. Der Standard liegt bei gleichem Preisniveau erfahrungsgemäß höher. In Caracas sollten Sie aus Sicherheitsgründen nicht am Hotel sparen.

Zeit

Venezuela liegt fünfeinhalb, während der europäischen Sommerzeit sechseinhalb Stunden gegenüber Mitteleuropa zurück.

Zoll

Die Einfuhr von Frischprodukten und Lebensmitteln nach Venezuela ist verboten. Zollfrei bei der Ein- und Ausreise sind u. a. 500 g Kaffee, 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen und 50 g Parfum sowie Schmuck für den persönlichen Bedarf (Quittungen aufheben!). Der Kokainschmuggel in Kaffeepackungen hat zugenommen; bei der Ausfuhr wird deshalb meist kontrolliert.

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Der Autor und Betreiber einer kleinen Reiseagentur (www.parianatours.com) lebt seit über 20 Jahren in Lateinamerika und gilt als Pionier für den Individualtourismus in Venezuela. Stets im Urwald, auf der Piste, an den abgelegensten Orten, aber auch in Städten unterwegs, kennt er das Land wie kaum ein Zweiter und überrascht selbst seine venezolanischen Freunde immer wieder mit neuen Zielen.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de