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Reiseführer Umbrien:Einkaufen

Handwerk mit alter Tradition: Schöne Reiseerinnerungen sind feine Stickereien, bunte Fayencen, Trüffeln und Olivenöl

Umbrien ist vor allem ein Einkaufsland für Keramik, aber auch für Schmiede- und Holzarbeiten, Antiquitäten, zarte Spitzen - und Olivenöl und Trüffeln.

Delikatessen

Zu den kulinarischen Reiseerinnerungen gehören Umbriens regionale Produkte, allen voran das grüne, dickflüssige olio extra vergine di oliva. Sehr leicht tragen Sie an Trüffeln, deren Preis pro Gramm berechnet wird! Die besonders wertvollen weißen Trüffeln (tuber magnatum) werden im Herbst bei Gubbio gefunden. Bewahren Sie die Knolle zwischen Reiskörnern auf, um sie zu Hause in hauchdünne Scheibchen über Ihre Speisen zu hobeln. Die preiswerteren schwarzen tuber melanosporum können Sie im Gläschen in jedem Feinkostgeschäft kaufen.

Überall in den Delikatessläden (pizzicherie) erhalten Sie köstliche Schinken und allerlei Sorten von Schweinswürsten aus Norcia. Besonders würzigen Schafskäse (pecorino) bringen die Schäfer aus Castelluccio ins Tal. Klein und schmackhaft sind auch die Linsen (lenticchie) aus Castelluccio. Ebenso wie Dinkel (farro) werden sie für die typisch umbrischen Suppen verwendet. Handliches Mitbringsel sind auch die silbern verpackten Schokokugeln mit Liebesversen, die Baci Perugina.

Kaschmirveredelung

Die Kaschmirziege klettert gemeinhin im Himalaya, nicht im Apennin herum. Die Böcke stinken nämlich ziemlich, doch die Veredelung ihrer feinen Wolle entwickelt sich zu einem wichtigen umbrischen Wirtschaftsfaktor. Der Unternehmer und Mäzen Brunello Cucinelli (www.brunellocucinelli.com) hat sein Kaschmirreich in Solomeo, dessen historisches Zentrum er liebevoll restauriert hat. Wollspinnerei und Fabrikverkauf liegen im Schloss, die Preise sind trotz Rabatt fürstlich. Im mittelalterlichen Bevagna produziert Renzo Tasselli (Corso Matteotti 81 | www.tassellicashmere.com) sportlich elegante Kaschmir- und Seidenpullover mit Outlet im Palazzo. Firmenpatriarch Luca Caprai (nahe Foligno, SS 3 Abfahrt Sant'Eraclio | www.cruciani.net) besitzt nicht nur edle Weingüter, sondern ebenso eine Kaschmirfabrik mit Outlet. Modefürstin Luisa Spagnoli (Strada S. Lucia 71 | www.luisaspagnoli.it), in deren roten Edelkostümchen auch Prinz Williams Frau Kate bella figura machte, hat ihren Fabrikverkauf schon immer in Perugia.

Kunsthandwerk

Hauptorte der Keramikproduktion sind Deruta und Gualdo Tadino. Hier gibt es noch immer genügend Kunsthandwerker, die das handgetöpferte Geschirr mit den berühmten Muster zum Teil nach jahrhundertealten Vorlagen verzieren. Bei Teilen, die handbemalt (dipinto a mano) und darum teurer sind, wird beim Brennen mit größerer Sorgfalt vorgegangen, was auch die Haltbarkeit erhöht.

Gubbio, aber auch Assisi, Norcia, Spoleto, Amelia und Città della Pieve sind die Hochburgen der Kunstschmiede. In Città di Castello und Todi gibt es noch viele Rahmenvergolder und Kunsttischler, die Antiquitäten restaurieren.

Feine Häkelarbeiten stammen häufig aus Orvieto, und in Assisi finden Sie die typischen Kreuzsticharbeiten punto d'Assisi, mit denen Tischdecken, aber auch Kleider und Blusen verziert sind. Klöppelspitzen und "Irische Spitzen" werden seit hundert Jahren von den Frauen am Trasimenischen See auf der Isola Maggiore angefertigt. Nicht zu vergessen die Tüllspitzen, die in Panicale südlich des Sees hergestellt werden. Ebenso bekannt ist edles Leinen aus Perugia mit eingewebten geometrischen Mustern, Greifen und anderem Fabelgetier. Selbst der Vatikan bezieht Tischwäsche und Gebrauchsleinen aus den Werkstätten der Collezione Tessili in Città di Castello.

Märkte

Auf den Märkten werden außer Obst und Gemüse auch Kleidung, Schuhe, Handwerkszeug und Tonwaren feilgeboten. Hübsche Mitbringsel sind die kunstvoll geflochtenen Zöpfe aus Knoblauch, Zwiebeln und roten Peperoni. Märkte finden dienstags in Deruta, Gubbio, Foligno und Perugia statt, mittwochs in Nocera Umbra, Spello und Umbertide, donnerstags in Orvieto und Perugia, freitags in Spoleto und samstags in Assisi, Orvieto, Perugia und Todi.

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"Umbrien muss man riechen, schmecken, fühlen", sagt die Autorin und Italienkorrespondentin, die u. a. für "Die Zeit", "Merian" und den "Stern" schreibt. Als Kontrast zur quirligen Hauptstadt Rom spannt sie gern in einem umbrischen Bauernhaus aus. Von dort erkundet sie stets mit Begeisterung die Region - spürt alte Traditionen und neue Restaurants, idyllische Plätze und aktuelle Trends auf.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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