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Reiseführer Sylt:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Sylt perfekt im Überblick

Los geht es natürlich in Sylts "Metropole" Westerland , wo Sie z.B. bei Syltcar ein E-Auto oder ein mit Benzin betriebenes mieten können. Fahren Sie auf der Norderstraße, vorbei an der Nordseeklinik, aus der Stadt heraus. Unmittelbar hinter dem Nordwäldchen stehen schon die ersten Häuser des familiären Badeorts Wenningstedt . Sehr hübsch sind der idyllische Dorfteich und drumherum der alte Ortskern mit einigen schönen Friesenhäusern. In Wenningstedt beginnt das wunderschöne Rotes Kliff , das bis nach Kampen den Strand überragt. Halten Sie an, gehen Sie ein Stück Richtung Küste und genießen Sie den Blick aufs Meer.

Wenn Sie Kampen erreicht haben, können Sie sich selbst ein Bild machen vom viel beschriebenen Dorf der Reichen und Prominenten. Die schönsten Ecken Kampens liegen zur Wattseite hin. Dort, ganz am Ostrand des Orts, ist auch ein Stopp in der Kupferkanne Pflicht: Genießen Sie hier Kaffee und Kuchen oder einen Snack mit phantastischem Wattblick!

Über den vielleicht schönsten Straßenabschnitt der Insel, vorbei an der Vogelkoje, kommen Sie nun ins Gebiet der imposanten Lister Wanderdünen - folgen Sie nicht der Hauptstraße, sondern halb links der Beschilderung "Weststrand/Ellenbogen"; wo es dann ca. 3 km weiter links zum Ellenbogen geht, bleiben Sie auf der Hauptstraße. An der Königshafen genannten Bucht vorbei, die als Vogelschutzgebiet zum Nationalpark Wattenmeer gehört, erreichen Sie dann den Hafen , der sich längst zur Shopping- und Eventmeile gemausert hat. Hier ist Gelegenheit für einen Imbiss an einer der Fischbuden.

An der Blidselbucht auf der Wattseite entlang fahren Sie nun wieder zurück bis zur Hauptstraße. Bis nach Kampen ist die Straße dann dieselbe wie auf dem Hinweg - aber das macht überhaupt nichts, denn der Blick in Fahrtrichtung Süden auf Keitum - unverkennbar die Silhouette der St.-Severin-Kirche - und weiter bis zum Morsum-Kliff ist einfach traumhaft! Von der Mitte Kampens führt die Route - Sie bleiben immer an der Wattseite - zunächst zum Naturschutzgebiet Braderuper Heide . Halten Sie an und gehen Sie ein Stück durch diese stille Landschaft! Kurz danach erreichen Sie Munkmarsch mit seinem kleinen Hafen und Surfspot, zu dem Sie links abbiegen müssen (ausgeschildert).

Vorbei an Sylts bekanntester Kirche, St. Severin , in die Sie unbedingt einen Blick werfen sollten, kommen Sie nun nach Keitum . Das ehemalige Dorf der Kapitäne mit seinen schnuckeligen Friesenhäusern ist zweifelsohne Sylts schönster Ort; einen Spaziergang durch das Dorf beschreibt die Erlebnistour 4. Parken Sie am Ortseingang, genau gegenüber der Kirche, und besuchen Sie am Ende des Dorfbummels Johannes King Genuss-Shop auf ein Getränk. Oder Sie erwerben eine der hier angebotenen Delikatessen - sie sind allesamt vorzüglich.

Nun gehts weiter: Am Südwestrand von Keitum überqueren Sie die Bahngleise, biegen dann rechts ab in den Sii­dik und fahren durch Wiesen- und Marschland, bis Sie nahe dem südlichen Ende von Westerland wieder auf die Hauptstraße stoßen. Wenige Hundert Meter später biegen Sie beim Schild " Eidum-Vogelkoje " links ab: Hier informiert das Infozentrum der Eidum-Vogelkoje über die Vielfalt der Natur an dieser Stelle und ein kleiner Spaziergang, teilweise auf Bohlenwegen, durchs Kojenwäldchen tut gut. Auf der Weiterfahrt, nun immer am Dünengürtel entlang, zur Südspitze folgen Sylts schmalste Stelle und die kultige Sansibar . Falls der Parkplatz nicht allzu voll ist, legen Sie hier eine kulinarische Pause ein, dann können auch Sie sagen: Ich bin da gewesen.

Schließlich erreichen Sie Hörnum mit dem alles überragenden rot-weißen Leuchtturm. Der Ort hat zuletzt mit neuen Hotels und Ferienhäusern, Golfplatz, mehr Restaurants und Geschäften und neuer Promenade den längst fälligen Modernisierungsschub erfahren. Im Hafen können Sie sich frische Krabben oder Miesmuscheln fürs Abendessen besorgen, nachdem Sie Ihre Inseltour mit einem Strandspaziergang zur Hörnum-Odde , Sylts Südspitze, abgeschlossen haben. Von hier haben Sie einen herrlichen Blick auf die Nachbarinseln Föhr und Amrum. Zurück nach Westerland geht es dann auf der schon bekannten Strecke.

Natur pur zwischen Strand und Watt

Ausgangspunkt ist der Strandübergang Berthin-Bleeg-Straße in Wenningstedt. Hier halten Sie sich nordwärts (rechts) und nehmen den Wanderweg durch die Dünen. Auf der Höhe des Strandrestaurants Wonnemeyer - mittlerweile laufen Sie direkt auf der Abbruchkante des Roten Kliffs - haben Sie einen herrlichen Blick über den knapp 30 m unter Ihnen liegenden Strand. Bald ist der Weg versperrt. Hier biegen Sie rechts in die Dünen ein und werden direkt zur höchsten Erhebung der Insel geführt, der Uwe-Düne . Von hier oben genießt man bei guter Sicht einen traumhaften Blick über den ganzen Nordteil der Insel.

Von der Düne führt ein Fußweg durch die Kampener Heide weiter nordwärts. So erreichen Sie die Sturmhaube (geschlossen) und laufen über die Parkplätze weiter in Richtung des berühmten Haus Kliffende (privat). In den Zwanziger- und Dreißigerjahren des 20. Jhs. erholten sich hier u. a. der Schriftsteller Thomas Mann, der Maler Emil Nolde und auch NS-Reichsmarschall Hermann Göring. Nachdem Sie die Eingangspforte passiert haben, biegt direkt neben dem Haus ein Weg rechts in die Heide ein: ein wunderschöner Pfad, der Sie direkt durch das Gräberfeld der Krockhooger führt, eine Gruppe von hohen Rundhügeln aus der Bronzezeit.

Sie kreuzen den Radweg, kommen zur Hauptstraße, die Sie ebenfalls queren (Ampel!), um auf der anderen Seite dem Radweg nach Norden (links) zu folgen. Nach 200 m biegen Sie rechts in den Fußweg Grönning ein. An dieser schmalen Stelle kommen Sie bald auf die Ostseite der Insel. Die Häuser hier gehören zu den teuersten Immobilien Deutschlands.

Der vor Ihnen liegende Weg ist jetzt eindeutig. Immer am Watt entlang, führt er Sie im Bogen in Richtung Süden zurück. Wenn Sie den Pfad am Wasser verlassen und sich rechts orientieren, befinden Sie sich bald im Naturschutzgebiet Braderuper Heide , das an den Ort Braderup grenzt. Wandern Sie immer weiter am Rand des Weißen Kliffs entlang, bis rechts ein Stieg abgeht, der zur Straße Up de Hiir wird und zur Bushaltestelle am Martin-T.-Buchholz-Stich führt. Von dort ein Stückchen nach links und Sie landen im Naturzentrum Braderup mit dem Körnerladen direkt nebenan, wo Sie auf der Sonnenterrasse z.B. ein Stück ökologisch korrekten Kuchen zu sich nehmen können.

Wenn Sie satt sind, geht es auf dem Martin-T.-Buchholz-Stich ca. 200 m zurück nach Norden, wo Sie in einer scharfen Linkskurve auf die markante alte Poststation "Weißes Kliff" stoßen. Gleich daneben sollten Sie unbedingt in der Manufaktur stöbern und vielleicht einen leichten Lederbeutel für Ihre zukünftigen Wanderungen erstehen. Nach dem Einkauf nehmen Sie schräg links gegenüber den Wiip Wai, von dem Sie dann rechts in den Bröns Wai abbiegen. An dessen Ende folgen Sie links dem Fußweg, der am Gelände des Golfplatzes entlangführt. Der Weg mündet auf eine kleine, asphaltierte Straße namens Gaadt. Dieser folgen Sie nach links und werden so unter der Umgehungsstraße nach Kampen hindurchgeführt. Gleich sind Sie am Dorfteich - setzen Sie sich auf eine der Bänke und schauen Sie den Enten zu. Wenn Sie sich dann links halten, kommen Sie nach ca. 500 m wieder zum Strandübergang Berthin-Bleeg-Straße zurück.

Auf Vogelschau von Rantum ans Morsum-Kliff

Sie starten in Rantum an der Sylt-Quelle , von der aus Sie durch das kleine Gewerbegebiet zum ebenso kleinen Yachthafen radeln. Von da gelangen Sie nordwärts auf den Deich, der das Rantumbecken vom Meer abgrenzt. Auf diesem fahren Sie nun die nächsten Kilometer - linker Hand zunächst Reet, dann die Wasserfläche des Beckens, rechts das Wattenmeer. Bald beschreibt der Deich eine Linkskurve und Sie entdecken im Becken einige flache Inselchen: künstlich geschaffene Brutplätze für Seeschwalben, Möwen und Säbelschnäbler, die hier zur Brutzeit einen Höllenlärm veranstalten. Am Ende des Rantumbeckens biegen Sie scharf nach rechts, also nach Osten ab und rollen den Deich hinunter auf den seeseitigen Weg vor dem Nössedeich.

Immer noch rechter Hand liegt das Wattenmeer, auf dem sich im Frühjahr und Herbst viele Tausende von Zugvögeln beobachten lassen. Doch auch im Sommer gibt es hier Enten und Watvögel in Menge zu sehen. Nach etwa 6 km, kurz bevor der Deich eine deutliche Linkskurve beschreibt, müssen Sie die Deichkrone überqueren, da der Küstenweg vor dem Deich bald enden wird. Nach dieser kurzen Steigung radeln Sie nun hinter dem Deich weiter gen Osten, vorbei zunächst am Katrevel einem ehemaligen Meeresarm, der durch die Eindeichung zu einer Reihe von Süßwasserteichen wurde und heute ein Refugium vieler Vogelarten ist. 3 km weiter knickt die Straße, die nun Uasterhörn heißt, links ab in Richtung Norden nach Morsum. An der ersten größeren Kreuzung biegen Sie links ab in den Terpstig und kurz danach rechts in den Nösi­stig, auf dem Sie über eine Brücke die Schienen der Bahnlinie überqueren.

Hinter der Brücke geht es rechts in Richtung Naturschutzgebiet Morsum-Kliff . Hier endet die Tour erst einmal, und zwar im Landhaus Severin's, wo Sie auf der Terrasse mit herrlichem Blick auf die naturgeschützte Heidelandschaft ringsum einen knackigen Salat oder ein Stück hausgebackenen Kuchen genießen können.

Zum Schluss müssen sie noch mal ca. 2,5 km zurückradeln bis zum Bahnhof in Morsum , von wo Sie bequem mit dem Fahrradbus über Keitum nach Westerland fahren können. Die Wartezeit auf den Bus lässt sich in der Sylter Seifenmanufaktur verkürzen. Mit einem hier gekauften, exquisiten Duftstück wird das Duschen hinterher noch mal so schön.

Ein Spaziergang durch Keitum

Sie starten am Parkplatz West am Ortseingang (hier hält auch der Bus aus Richtung Westerland) und gehen zunächst ein Stück auf Keitums Hauptstraße, dem Gurtstig. Bei der Gold- und Silberschmiede mit ihrem schönen Vorgarten biegen Sie halb links in den Erich-Johannsen-Wai ein, dann geht es quasi im Zickzack links in die Munkmarscher Chaussee, rechts in den Takerwai und wieder links in den Erich-Johannsen-Wai - überall hier stehen gut gepflegte alte Friesenhäuser. Noch ein kleines Stück geradeaus und Sie kommen auf die Straße Am Kliff und zur Kleine Küchenkate . Ob Sie hier schon eine Pause machen wollen oder nicht - weiter gehts in jedem Fall zum Witthüs , wo Sie Designobjekte auch schon im Vorgärtchen betrachten können, und links den Hoyerstig hinab ans Wattenmeer.

Sie folgen nun dem sogenannten Kliff- oder Kurweg - links das Meer, rechts das 10 m hohe Grüne Kliff. Nach etwa 800 m erklimmen Sie das Kliff (hier endet auch der obere Kliffweg an einem Aussichtspunkt mit Bänken).

Nun biegen Sie links in die Straße Am Tipkenhoog ein, die Sie an den östlichen Ortsrand führt, an dem Sie rechts abbiegen. An der nächsten Ecke geht es links durch die Marsch bis nach Morsum; Sie aber biegen rechts ab in den Ingiwai, der nach ca. 700 m in den Gurt­stig mündet, dem Sie halb rechts und gleich wieder halb rechts in die C.-P.-Hansen-Allee folgen. An dieser Ecke können Sie nun wirklich guten Gewissens ein Päuschen einlegen, nämlich rechter Hand im Frühstückscafé Kamps - vorausgesetzt, Sie kommen hier vor 13 Uhr an.

Nach der Rast gehen Sie die C.-P.-Hansen-Allee weiter in Richtung Ortsmitte. Die Allee war einst die Vorzeigestraße Keitums, gesäumt von mächtigen Ulmen, die 1999 wegen Pilzbefalls gefällt werden mussten. An ihrer Stelle wurden Ahorne, Eschen und andere Bäume gepflanzt - viele gespendet von Syltern und Touristen -, die mittlerweile immerhin bis zu 10 m hoch sind. Beinahe bilden sie schon wieder ein lichtdurchflirrtes Blätterdach über der Allee, die Sie nun verlassen, indem Sie rechts in den Weidemannweg einbiegen. Hier steht gleich rechter Hand ein schönes weißes Kapitänshaus von 1776, in dem bis 1967 der Pastor und Maler Magnus Weidemann lebte.

Der nach ihm benannte Weg, an dem Sie noch weitere hübsche Häuschen entdecken werden, stößt auf die Straße Am Kliff, auf der Sie sich nach links wenden und vorbei am besuchenswerten Sylter Heimatmuseum und am ebenso interessanten Altfriesisches Haus bis zum kreuzenden Uwe-Jens-Lornsen-Wai spazieren, in den Sie links einbiegen. An der nächsten Ecke (Alter Kirchenweg) finden Sie das Haus Nr. 8 aus dem Jahr 1786, dem man mit etwas Phantasie noch ansieht, dass es bis 1958 ein Lebensmittelgeschäft beherbergte.

Wiederum eine Ecke weiter (Bahnhofstraße) steht in einem Minipark eine Gedenksäule für Uwe-Jens Lornsen (1793-1838), den Vorkämpfer für ein geeintes Schleswig-Holstein. In die Bahnhofstraße biegen Sie nun rechts ein und an der nächsten Ecke links in den Dikwai. Wenn Sie jetzt links in die Munkmarscher Chaussee einbiegen, kommen Sie nach wenigen Schritten auf den Gurtstig. Hier können Sie auf der linken Straßenseite in der Kleine Teestube Ihren Füßen endlich Ruhe und Ihrem Magen Futter gönnen, bevor Sie dem Gurtstig folgend wieder den Parkplatz West erreichen.

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Silke von Bremen ist Gästeführerin und eine profunde Kennerin der Insel. Von ihr liegen zahlreiche Veröffentlichungen zu Sylt vor, sie auf Rundgängen zu begleiten, ist so unterhaltsam wie interessant. Arnd M. Schuppius arbeitet als freiberuflicher Autor und Lektor für mehrere Verlage und Zeitschriften. Er besucht die Insel ein paar Mal im Jahr und verfolgt ihre Entwicklung mit konstruktiver Kritik.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de