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Reiseführer Südschweden - Stockholm:Auftakt

Entdecken Sie Südschweden!

„Ich wohne in dem schönsten Land der Welt … Hier gibt es alles, vom Lichten und Lächelnden bis zum Dunklen und Ernsten, oft auf die bezauberndste Weise gemischt“, sagte die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren. Reines Wasser, dichte Wälder, die den Namen verdienen, unberührte Wildnis und weit und breit kein Mensch – kein Wunder, dass die Schweden ihr Land so lieben, vor allem im Sommer. Viele Touristen teilen ihre Begeisterung. Sie suchen keinen Trubel, sondern Ruhe und Einsamkeit. Die einzigartige Natur im schwedischen Süden wollen sie genießen, wollen angeln, baden, Rad fahren oder paddeln.

Die meisten reisen mit dem eigenen Auto und kommen in einem der großen Fährhäfen an der Südküste des Landes an. Schnell fällt ihnen auf: Schweden ist anders. Auf den gut ausgebauten Straßen wird langsam gefahren. Man kann gelassen die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen. Im Landesinnern wirkt das Land unendlich weit: riesige Felder, tiefe Wälder und immer wieder Seen – unbebaute Flächen, wohin man schaut, nur hier und da ein roter Bauernhof. Und ab und zu auch mal ein Elch – wenn man Glück hat. 9,4 Mio. Schweden verteilen sich auf der enormen Fläche von 450 000 km2 . 86 Prozent der Bevölkerung lebt im Süden des Landes, vor allem in den drei größten Städten, Stockholm (mit Vororten über 2 Mio. Ew.), Göteborg (520 000 Ew.) und Malmö (302 000 Ew.).

Skåne (Schonen) im Süden mit dem Wirtschaftszentrum Malmö ist die Kornkammer Schwedens und bekannt für gutes Essen. Mit weiten Feldern, gemütlichen Fachwerkhäusern und weiß getünchten Giebelkirchen ähnelt es dem Nachbarn Dänemark. Kein Wunder, 500 Jahre lang war die Region dänisch. Weiter gen Osten gelangt man über die idyllischen Fachwerkstädte Ystad und Simrishamn nach Österlen, einer lieblichen Landschaft, die im Sommer in allen Farben leuchtet.

Sandstrände, Schäreninseln und mittelalterliche Städtchen wie Sölvesborg sind typisch für Blekinge, die kleine Region mit großem Schärengarten nordöstlich von Skåne – ein Paradies zum Baden, Segeln und Angeln, denn der Mörrumsån ist einer der lachsreichsten Flüsse des Landes.

Rau und kontrastreich präsentiert sich dagegen die Westküste. Weite Sandstrände, endlose Dünen und traditionsreiche Badeorte finden Sie in Halland. Felsige, zerklüftete Schären mit malerischen Fischerdörfern in Bohuslän, der angeblich salzigsten Ecke Schwedens. Beide Regionen trennt Göteborg, Skandinaviens größter Hafen mit vielen Sehenswürdigkeiten, Läden und pulsierendem Nachtleben.

Im Süden Schwedens liegen auch die drei größten Seen des ganzen Landes: der Vänern (ca. 5400 km2 ), der Vättern (1888 km2 ) und der Mälarsee (1084 km2 ). Unberührte Wildnis erleben Sie in den Regionen Dalsland und Värmland, die an den Vänernsee grenzen. Phantastische Wanderstrecken, glasklare Seen und fischreiche Flüsse, ideal auch für Kanu- und Floßtouren, machen die Gebiete zum attraktiven Ziel für Aktivurlauber. Vänern und Vättern sind zudem durch den Göta-Kanal verbunden. Dieser einstige Handels- und Transportweg zwischen Göteborg und Stockholm lockt heute zahlreiche Touristen an.

Småland, im Herzen Südschwedens, ist die wohl bekannteste Region, dank der Bücher von Astrid Lindgren, die hier aufwuchs. Mit tiefblauen Seen, dunklen Wäldern und roten Holzhäusern ist es das Bullerbü-Idyll schlechthin, das sich hervorragend für einen Urlaub in einem Ferienhaus eignet.

Segel- und Badefans zieht es an die wild zerklüftete Ostküste. Die Schären bei Gryt oder St. Anna sind ein ausgezeichnetes Segelrevier. Auch Öland, die flache Sonneninsel in der Ostsee, ist mit ihren feinen Sandstränden ein Badeparadies.

Rund um den Mälaren, vor den Toren Stockholms, liegen die alten Kulturlandschaften Södermanland und Uppland mit stattlichen Herrenhöfen und imposanten Schlössern. Das wohl bekannteste ist Schloss Drottningholm, Residenz der schwedischen Königsfamilie. Stockholm schließlich, strahlende Hauptstadt auf dem Wasser, vereint Natur und Kultur auf besondere Weise. Mit Regierungssitz und Königsschloss, schöner Altstadt, vielen Museen, Geschäften und Restaurants ist es umgeben von einem riesigen Schärengarten mit rund 24 000 Inseln.

Auch die Schweden machen im Sommer gern Urlaub im eigenen Land, und zwar in ihrem Sommerhaus, der stuga. Die Menschen sind sehr naturverbunden und haben auch ein starkes Bewusstsein für den Schutz der Natur. Jeder Schwede weiß: Für frische Luft, sauberes Wasser und gesunde Bäume muss man etwas tun. Ökologie, Umweltschutz und Maßnahmen zur Nachhaltigkeit haben inzwischen überall in Städten und Gemeinden hohe Priorität – eine große Herausforderung besonders auf dem Land, wo viele Menschen nach wie vor auf das Auto als Transportmittel angewiesen sind. Stockholm wurde im Jahr 2010 als erste grüne Umwelthauptstadt Europas ausgezeichnet und ist Vorreiter im urbanen Kampf gegen Luftverschmutzung, Verkehrschaos und den Ausstoß von Treibhausgasen. Die Schweden vergessen nicht, dass sie der Natur ihren Wohlstand verdanken. Wasserkraft aus den reißenden Flüssen des Nordens, Holz und Bodenschätze wie Silber, Eisenerz und Kupfer haben das Land reich gemacht. Dabei war es noch vor 100 Jahren ein armes Bauernland mit großen Hungersnöten, das im 19. Jh. mehr als 1 Mio. Menschen nach Amerika verließen.

In der Mitte des 19. Jhs. begann in Schweden die Industrialisierung. Durch den Ausbau des Eisenbahn- und Kanalnetzes konnten die riesigen Naturressourcen im Norden erschlossen und genutzt werden. Fabriken und Sägewerke entstanden, die Nachfrage auf dem Kontinent nach schwedischem Holz, Eisenerz und Industrieprodukten war groß. Heute ist Schweden eine der führenden Industrienationen Europas und hat dank vieler sozialer und politischer Errungenschaften einen der höchsten Lebensstandards der Welt. Der Wohlfahrtsstaat machte Schweden berühmt. Die hohen Steuern allerdings auch.

Und wie sind sie denn nun, die typischen Schweden? Besucher aus dem Ausland haben oft den Eindruck, sie seien kontaktscheu und introvertiert. Doch kühl und langweilig sind sie keineswegs. Erleben Sie Schweden beim Feiern und Sie werden staunen: Die Menschen lieben das Zusammensein und pflegen ihre Traditionen. Sie genießen ausgelassen ihre Feste, im Winter wie im Sommer. Dann taut selbst der schweigsamste Schwede auf. Natürlich darf dann auch Alkohol nicht fehlen. Doch nicht nur deshalb singen die Schweden ausgiebig. Trinklieder gehören in Schweden zum Feiern einfach dazu. Auch die Nationalhymne kommt meist irgendwann an die Reihe. Die Schweden sind eben stolz auf ihr Land mit der blau-gelben Fahne. Es ist doch schließlich das schönste Land der Welt, oder?

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Auf nach Bullerbü! Mit sieben Jahren verbrachte die Kölnerin ihren Sommerurlaub in Südschweden und wollte gar nicht mehr weg. Jahre später hat sie sich ihren Traum erfüllt und ist nach Stockholm gezogen. Durch den Job als freie Journalistin etwa für die ARD ist sie viel in Südschweden und seiner faszinierenden Natur unterwegs und durfte schon hinter so manch schwedische Gardine gucken.

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Quelle: www.marcopolo.de