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Reiseführer Südafrika:Essen & Trinken

Vielfältige Spezialitäten: Asiatische, indische, europäische und afrikanische Küche verwöhnen selbst anspruchsvolle Genießer

MARCO POLO Autorin Dagmar Schumacher

Die Afrikaaner lieben ihr braai, ein Barbecue, das häufig mehr wegen seiner Geselligkeit als wegen seiner kulinarischen Genüsse in Erinnerung bleibt. Es werden erstklassige Steaks und boerewors, gut gewürzte Bratwürste, gegrillt. Dazu gibt es stywe pap, einen fast trocken gekochten Brei aus Maismehl. Echt afrikaanisch verhalten Sie sich, wenn Sie den pap mit den Händen zu einem Klumpen formen und in eine Sauce tauchen, bevor Sie ihn mit der Wurst essen. An Wochenenden trifft man sich überall in Südafrika zu braai partys: Die Männer stehen um das Feuer, ein Bier in der Hand, die Frauen sitzen am Tisch und reden über Alltagsprobleme.

Fast alle Restaurants haben ein großes Angebot an Fisch, der gerade in den Küstenregionen garantiert fangfrisch ist. Der crayfish ist geschmacklich eine Mischung aus Hummer und Languste. Verglichen mit den Preisen in Europa kostet diese Delikatesse in Südafrika weit weniger. Das Angebot an Obst und Gemüse ist sehr groß und die Qualität hervorragend. Fast immer handelt es sich um Freilandprodukte. Das wirkt sich auf Duft und Geschmack aus. Besonders empfehlenswert sind Weintrauben, Melonen und Äpfel. Gemüse- und Obstsorten entsprechen durchweg dem europäischen Angebot, einmalig am Kap sind jedoch Cape gooseberries. Die kleinen, gelben Früchte werden hauptsächlich für Kuchen und Konfitüren verwendet. Außerdem wachsen auf vielen Teichen ab Mai die waterblommetjies. Die Blüten der seerosenähnlichen Wasserpflanze, die nur am Kap wächst, werden gern als Bestandteil eines Lammeintopfs genommen.

Das Leitungswasser können Sie überall bedenkenlos trinken. Südafrika hat mit die beste Wasserqualität der Welt. Deshalb kam Mineralwasser erst vor nicht allzu langer Zeit in Mode. Zu jedem Essen bestellen sich die Südafrikaner ein Glas Eiswasser. Das populärste alkoholische Getränk bei der schwarzen Bevölkerung ist Bier; Weiße trinken gern Brandy mit Cola, aber auch andere Longdrinks. Gin, Rum, Wodka und Whisky – viele Schnäpse werden in Südafrika hergestellt oder zumindest abgefüllt.

Obwohl das Land seit über 300 Jahren Wein anbaut, sind die Südafrikaner selbst erst vor zwei Jahrzehnten so richtig auf den Geschmack gekommen. Südafrikanische Weine sind ausgezeichnet, für Weinliebhaber ist das Kapland ein Paradies. Die Trauben wachsen unter idealen Bedingungen.

Wenn Sie Ihre Reise am Kap beginnen, sollten Sie die Weinrouten von Franschhoek, Stellenbosch, Paarl oder Constantia abfahren. Bei den überall angebotenen Weinproben können Sie gleich herausfinden, welche Tischweine Sie auf Ihrer Reise trinken wollen. Hier einige Empfehlungen: Meerlust, Hamilton Russell, Springfield, Simonsig, Bouchard Finlayson, Waterford und Tokara erzeugen wunderbare Rot- und Weißweine. Den roten Pinotage gibt es nur in Südafrika. Die Traube ist eine Kreuzung aus Pinot Noir und Cinsaut.

Der Kaffee entspricht nicht immer dem Geschmack der Besucher aus Europa, weil häufig – vor allem in ländlichen Regionen – Instantkaffee verwendet wird. Vielleicht probieren Sie stattdesssen auch einmal den Rooibos-Tee, hergestellt aus den feinen, nadelähnlichen Blättern eines Busches, der nur in den Cedarbergen wächst.

Besonders in den Großstädten und Ferienorten finden Sie eine große Auswahl an Lokalen. Die Küche ist international. Es gibt kaum eine Nationalität, die in Südafrika nicht mit einem Restaurant vertreten ist. Wenn Sie gern Wein oder Bier zum Essen trinken und zum Schluss auch einen Schnaps, überzeugen Sie sich zuvor, ob das Lokal eine Schanklizenz hat. Dabei wird unterschieden zwischen einer Volllizenz und einer Lizenz, die nur den Ausschank von Wein und Bier gestattet. Wenn ein Lokal den Hinweis unlicensed trägt, können Sie sich Ihre eigenen alkoholischen Getränke mitbringen. Dann zahlt sich der vorherige Besuch eines Weinguts besonders aus. Normalerweise wird man bei der Tischreservierung darauf hingewiesen, wenn ein Restaurant not licensed ist.

Restaurants sind meist mittags von 12 bis 14.30 und abends von 19 bis 23 Uhr geöffnet. Montags haben viele Lokale geschlossen, in ländlichen Gebieten oft auch Sonntagabends. Es empfiehlt sich, vor allem für das Abendessen, in den größeren Städten immer einen Tisch zu reservieren. Dabei sollten Sie beachten, dass einige Restaurants und Hotels speziell am Abend auf elegante Kleidung Wert legen.

Rauchen ist in Südafrika in Gebäuden mit Publikumsverkehr verboten. Einige Restaurants verfügen aber über eine Raucherecke.

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Dagmar Schumacher lebt seit 1988 in Südafrika und wohnt mit ihrer Familie auf einer Weinfarm in der Nähe von Villiersdorp. Sie schreibt für deutsche Magazine über Tourismus und unternimmt jedes Jahr mehrere Reisen durch das große Land. Besonders fasziniert sie, wie Südafrika sich in den letzten 20 Jahren von einem von der Welt boykottierten Land zu einem beliebten Reiseziel entwickelt hat.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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