bedeckt München

Reiseführer Südafrika:Auftakt

MARCO POLO Autorin Dagmar Schumacher

Entdecken Sie Südafrika!

Südafrika ist ein Reiseland, das Besuchern Vieles bietet: Spaziergänge an den endlosen Stränden des Indischen Ozeans oder Wanderungen an der Küste der Garden Route, Ballonfahrten über die Steppe oder den Besuch in einem der vielen Wildparks, Tauchen mit Haien oder Walbeobachtungen aus nächster Nähe. Das Land ist riesig. Allein zwischen Johannesburg und Kapstadt beträgt die Entfernung ungefähr 1600 km. Dazwischen liegt die Inlandsteppe Karoo. Die Küste erstreckt sich über 3000 km entlang des Atlantiks und des Indischen Ozeans.

Sie können in Luxuszügen oder auf dem Motorrad durch das Land reisen, am besten aber doch mit einem Auto über die sehr guten Straßen. Auf der Fahrt kommen Sie an riesigen Schafsfarmen vorbei. Immer mehr Landwirte öffnen ihre Häuser für Touristen. Es ist ein Erlebnis, die Gastfreundschaft der überwiegend burischen Farmerfamilien kennenzulernen. An der Strecke liegt Kimberley, wo in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. der größte Diamantenrausch aller Zeiten stattfand. In den Wild- und Naturparks gibt es eine unglaubliche Artenvielfalt, und besonders der Besuch des Kruger National Parks ist unvergesslich. Er gehört zu den größten Wildschutzgebieten der Welt. Das sonnige, aber gemäßigte Klima macht den Südzipfel Afrikas das ganze Jahr über zu einem idealen Reiseland. Für Besucher aus der nördlichen Hemisphäre sind die Monate Oktober bis April besonders verlockend, denn wenn dort die Tage kürzer werden, Kälte und Dunkelheit die Stimmung dämpfen, beginnt im Süden Afrikas der Sommer. Wer nach der langen Fahrt von Johannesburg nach Kapstadt auf der Höhe der letzten Bergkette steht, die das Kap gewissermaßen vom Landesinnern abschirmt, muss glauben, den Garten Eden erreicht zu haben: So weit das Auge reicht erstrecken sich Wein- und Obstanbaugebiete sowie Getreidefelder, die im Winter sattgrün leuchten. In der Ferne am Meer liegt Kapstadt – klar erkennbar das Wahrzeichen, der Tafelberg. Erlesene Weine werden Ihnen auf Weingütern in einer Landschaft wie aus dem Bilderbuch angeboten. Entlang der Atlantikküste nach Namibia ist die Natur noch vielfach unberührt. Das Blumenparadies Namaqualand verwandelt sich von August bis Oktober in ein Blumenmeer. Je weiter Sie von Kapstadt entlang des Indischen Ozeans gen Norden kommen, desto wärmer wird das Wasser. Den ersten Teil der Strecke bildet die berühmte Garden Route mit Knysna und Plettenberg Bay. Südafrikas unterschiedliche Kulturen begegnen Ihnen besonders in den großen Städten. In Durban, der Metropole von KwaZulu-Natal, dem Gebiet der Zulu, dem stolzesten und größten Stamm Südafrikas. Aber auch südafrikanische Inder, die 20 Prozent der Einwohner stellen, prägen des Straßenbild. Der Ferienort ist wegen seines tropischen Klimas beliebt. Vom Trubel nicht allzu weit entfernt liegen das Tal der Tausend Hügel in wahrhaft ergreifender Schönheit und die Drakensberge mit dem höchsten Berg Mont aux Sources (3299 m). Ein grandioses Panorama erwartet Sie im Royal National Park. Besonders schön sind die Strände zwischen Mtubatuba und der Grenze zu Mosambik. Im Kontrast zu dem immergrünen, vom Regen verwöhnten KwaZulu-Natal steht der Freistaat. Hier – wie auch in den Nordprovinzen – regnet es nur im Sommer, dann sieht das Land saftig grün aus. Im Winter wirkt es ziemlich trostlos: braun, trocken und staubig. Allerdings ist eben dann auch der afrikanische Eindruck am stärksten. Tagsüber scheint die Sonne vom blauen Himmel, abends können die Temperaturen um bis zu 20 Grad sinken – in Gefrierpunktnähe oder sogar darunter.

Die größten Städte Tshwane und Johannesburg werden wohl eines Tages zusammenwachsen, aber sie könnten nicht unterschiedlicher sein. Johannesburg ist die glitzernde und schnelle Finanzmetropole, Tshwane ruhig und beschaulich, eine Beamtenstadt. Wie in allen Städten und Dörfern erinnern die Townships, Slums am Rand der reichen (früher nur weißen) Wohngebiete, an die Jahrzehnte der Apartheid. Viele der Hütten haben seit 1994 Wasser und Strom bekommen. Außerdem baut die Regierung, die für dieses Programm von der Uno ausgezeichnet wurde, jedes Jahr Tausende neuer Häuser.

In Kapstadt, das die Südafrikaner liebevoll Mothercity (Mutterstadt) nennen, hat die europäische Besiedlung begonnen: Als der portugiesische Seefahrer Bartholomëu Diaz Ende des 15. Jhs. ans „Kap der Stürme“ kam, lebten hier „Hottentotten“ und „Buschmänner“, die heute politisch korrekt Khoisan-Völker genannt werden. Die ersten Siedler in der Region um Kapstadt waren die Buren aus Holland und Deutschland. Ab 1688 kamen die wegen ihres Glaubens aus Frankreich vertriebenen Hugenotten. Sie begründeten die südafrikanische Weintradition. Als die Engländer, begierig, ihr Kolonialreich auszudehnen, ans Kap kamen und eine – vergleichsweise – liberale Menschenrechtspolitik einführten, suchten viele Buren 1835 im Landesinnern Raum. Nach einem erbitterten „Freiheitskrieg“ – so die Buren bis heute – erklärte Großbritannien 1899 den Kapstaat zur Kronkolonie. Bis Anfang des 20. Jhs. bekämpften sich die Briten und Buren in schrecklichen Kriegen, bis 1910 die Südafrikanische Union gegründet wurde. Ab 1948 geriet das Land ins internationale Abseits. Zunehmend beunruhigt verfolgte die Welt die Einführung der Apartheid. Es war ein Weg in die Sackgasse, aus der erst Frederik Willem de Klerk, der 1989 die Regierung übernahm, das Land führte. Er entließ den Freiheitskämpfer Nelson Mandela nach fast 30 Jahren Haft, setzte alle Apartheidgesetze außer Kraft und schaffte damit die Voraussetzungen für eine friedliche, demokratische Lösung. Nach den ersten freien Wahlen 1994 wurde Mandela Staatspräsident. Südafrika wird seitdem auch das Land des Regenbogens genannt, denn es besitzt ein unvergleichlich farbiges Spektrum von Kulturen und Religionen. Südafrika hat elf offizielle Landessprachen, die der Bevölkerungsgruppen Zulu, Xhosa, Afrikaans, Northern Sotho, Sesotho, Tswana, Tsonga, Swati, Ndebele, Venda und Englisch, das heute die Lingua franca ist und vor allem in Großstädten gesprochen wird. Es gibt zwei politische Hauptstädte: Pretoria, heute Stadtteil der Gemeinde Tshwane, ist Regierungssitz, und in Kapstadt tagt das Parlament.

Südafrika wirbt mit dem Slogan „Eine Welt in einem Land“ – und es gibt eigentlich keinen Besucher, der dem nicht zustimmt.

Weiter zu Kapitel 2

Dagmar Schumacher lebt seit 1988 in Südafrika und wohnt mit ihrer Familie auf einer Weinfarm in der Nähe von Villiersdorp. Sie schreibt für deutsche Magazine über Tourismus und unternimmt jedes Jahr mehrere Reisen durch das große Land. Besonders fasziniert sie, wie Südafrika sich in den letzten 20 Jahren von einem von der Welt boykottierten Land zu einem beliebten Reiseziel entwickelt hat.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

Zur SZ-Startseite