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Reiseführer Schweden:Special

Snusen erlaubt

Schweden rauchen wenig, Tabak ist trotzdem beliebt

Glimmstengel sind in Schweden selten zu sehen - nur rund jeder Sechste raucht. Nirgendwo sonst in Europa rauchen so wenig Menschen wie in Schweden. Dafür ist snusen weit verbreitet. Snus ist ein Tabak, der zwischen Lippe und Zahnfleisch geklemmt wird und dort Geschmack und Wirkung verbreitet. Obwohl die Meinungen darüber auseinander gehen, ob Snus genauso Krebs erregend ist wie Rauchtabak, ist Snus in keinem anderen Land der EU erlaubt. Schweden bekam wegen der langen Tradition des snusens eine Ausnahmegenehmigung. Das Rauchen in Gaststätten und Diskotheken ist seit dem Sommer 2005 verboten - für viele Schweden ein Grund mehr, zum Snus zu greifen. Eine der bekanntesten Sorten: der Göteborgs Snus.

Sami

Europas letzte Ureinwohner erkämpften sich Autonomie

Noch bevor europäische Einwanderer den Weg nach Norden fanden, siedelten sich aus dem Osten kommende Jäger und Fischer am Polarkreis an. Die Sami, Europas einzige noch existierende Urbevölkerung, waren rentierzüchtende Nomaden. Ab dem 17. Jh. wurden sie von den nordischen Königshäusern und später den skandinavischen Regierungen verfolgt und unterdrückt. Erst der erfolgreiche Kampf gegen Staudammprojekte in ihrem Lebensraum brachte nach 1980 die Wende. Heute verfügen die gut 90000 über Nordskandinavien verteilten Sami (früher abschätzig Lappen genannt) über umfassende Minderheitenrechte, eigene Parlamente - die 30000 schwedischen Sami haben ihres in Kiruna -, Medien und Hochschulen. Schwedens EU-Beitritt hat den Status der Sami weiter gestärkt; anderen Urvölkern weltweit gelten sie heute als Vorreiter in Sachen Autonomie, Entwicklung und sozialer Fortschritt.

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Der Schweizer Journalist berichtet seit rund 25 Jahren in Radio und Presse über die Entwicklung in Nordeuropa. Auf seinen vielen Reisen hat der Bahn- und Fahrradfan Schweden besser kennen- und schätzen gelernt als die meisten Einheimischen. Einen großen Teil des Jahres lebt er in Falun, doch die langen Sommertage verbringt er mit seiner Familie am liebsten am malerischen Arboga-Fluss.

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Quelle: www.marcopolo.de