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Reiseführer Schottland:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Schottland perfekt im Überblick

Tag 1

Von Edinburgh aus steuern Sie über A 8, A 720 und A 703 die mythenbeladene Rosslyn Chapel an. Auf der Spur des Mythos' Schottland geht's weiter in Walter Scotts Herzstück der Borders-Region am River Tweed. Von der A 6094 in Roslin fahren Sie östlich zur A 7, auf ihr nach Süden, wo Sie bald Scotts Traumhaus Abbotsford House erreichen. Vorbei an den Ruinen von Melrose Abbey finden Sie Scotts Grab unter Zedern in Dryburgh Abbey . Derart kulturell aufgeladen rollen Sie über die highlandhafte A 708. Einkehr halten Sie im urigen Tibbie Shiels Inn am St Mary's Loch, wo sich schon Scott labte. Zehn Fahrminuten südlich bietet sich eine Wanderung zum Wasserfall Grey Mare's Tail an. Auf der A 701 erreichen Sie Dumfries, wo Sie im Burns House dem Nationaldichter nah kommen. Übernachten Sie im Steamboat Inn weiter südlich an der Küste.

Tag 2

Die Fahrt Richtung Südküste über die A 75 bis Stranraer, dann südlich über A 718 und A 716 bringt Sie zu den subtropisch blühenden Logan Botanic Gardens . Aussichtsreich geht es am Meer entlang. Der Besuch des prächtigen Culzean Castle ist der nächste Höhepunkt. Sie verlassen nun die Küste und steuern über die A 77 das postindustriell-hippe Glasgow an. Übernachten Sie zentral im Millennium Hotel am George Square und schmausen Sie vorher ganz schottisch in The Ubiquitous Chip.

Tag 3

Fahren Sie tags drauf kurz westwärts über die M 8. Wechseln Sie dann auf die Ostseite des Clyde und in Kilpatrick auf die A 82. Schnell sind Sie am Loch Lomond und genießen den Blick auf den See rechter Hand. Erfrischung und uriges Ambiente gönnen Sie sich im Highlands-Traditionspub Drover's Inn von Inverarnan. In Tyndrum biegen Sie nach Westen ab auf die M 85. In Oban schlendern Sie durch die Geschäftigkeit des Hafens für Inselfähren. Beziehen Sie Quartier im Glenburnie House.

Tag 4

Gen Norden geht es über die A 85 auf die schöne, alte Connel Bridge. Sehenswert ist auch die nächste Fahrtstunde entlang der zerklüfteten Küste über die A 828 ins fabelhafte Tal Glen Coe , dessen Clan-Historie Sie im Glencoe Visitor Centre nachspüren. Über die A82 sind Sie flott im Highlands-Hauptstädtchen Fort William, von wo aus Sie ins Nevis-Tal schlüpfen und einen Blick auf den höchsten Berg des Landes werfen, den Ben Nevis . Nun schnell nach Isle of Skye - über die A 82 und A 87, bis Sie kurz vor der Insel das Fotomotiv der Highlands schlechthin, das Eilean Donan Castle, passieren. Westwärts auf der A 87 queren Sie die Skye Bridge und steuern über die A 855 das malerische Portree für einen Kaffee am Hafen an. Checken Sie kurz vor Staffin fürs schöne Zimmer und ordentliche Dinner im abgelegenen Landhotel The Glenview ein.

Tag 5

Über den Fährort Uig und die A 87 verlassen Sie Skye und rollen durch Traumlandschaft über die A 890 und A 832 bis zu den subtropisch gespickten Inverewe Gardens . Gehen Sie hier auf ausgiebige Entdeckungstour mit Sandwiches aus dem Café. Über die A 832 und die A 835 gelangen Sie später ins entrückt wirkende Ullapool . Essen, Whisky, mit Glück Livemusik und einen Platz zum Schlafen bekommen Sie dort in The Ceilidh Place.

Tag 6

Durch den wilden, einsamen Nordwesten geht es über A 835 und 837 bis ins abgelegene Lochinver , wo Sie in The Rose Guest House gebuchte Fahrräder abholen und eine vierstündige Tour über kleine Straßen der Umgebung machen. Über die A 894 und 838 erreichen Sie das bei Traumstränden gelegene Dorf Durness . Herrliche Betten und Speisen warten im top B & B Mackay's.

Tag 7

Entlang toller, einsamer Buchten über A 836 und 839 gelangen Sie tags drauf zum Nordostkap Duncansby Head : Erwandern Sie ein Stündchen die Vogelperspektive! Südwärts über die Küstenstraßen A 99 und A 9 erreichen Sie Dunrobin Castle and Gardens . Adelswohnsitz und Garten sind uralt! Die A 9 bringt Sie flott ins geschäftige Inverness, wo Sie im Moyness House übernachten.

Tag 8

Über die A 82 erreichen Sie den Loch Ness mit dem Loch Ness Visitor Centre in Drumnadrochit, wo Sie tief in die Legenden um Nessie eintauchen. Vom Urquhart Castle aus lassen Sie den suchenden Blick dann über den See streifen. Zurück in Inverness nehmen Sie die A 9 nach Süden, stoßen via A 938 und A 95 in die whiskygetränkte, mäandernde Flusslandschaft Speyside vor bis in die Malt-Kapitale Dufftown. In der Destille The Balvenie lassen sie sich (ver)führen. Folgen sie dann den Schildern ins Dorf Aberlour, wo Sie im atmosphärischen Whisky-Pub Mash Tun einchecken.

Tag 9

Über die A 96 und A 90 via Dundee landen Sie im Golfmekka St Andrews, wo Sie im British Golf Museum alles über das Spiel lernen. Zum Dinner sind Sie um 19 Uhr im vorzüglichen The Peat Inn (vorbuchen!) in Cupar. Bis Edinburgh und ins Angel's Share Hotel ist es dann nur noch eine Stunde.

Zu Fuß um den Quiraing

Schottlands vielleicht spektakulärste Bergwanderung: Vom Parkplatz Quiraing brechen Sie nach Norden auf. Gleich geht es bergan, bis Sie nach 500 m eine kleine Schlucht mit einem Bach queren müssen. Längst sehen Sie ihr erstes Ziel über sich, ein zerklüftetes, rechteckiges Felsmassiv namens Prison . Nach Osten gewendet folgen Sie einem Pfad, der zwischen Prison und einer Felsnadel, der Needle , verläuft. Verschnaufen Sie nach etwa 1,5 km zwischen den beiden Wänden und genießen Sie Blicke auf Meer und Moor.

Sie übersteigen den Drahtzaun, folgen einer Spur mit der Felswand zur Linken und Grasabhang zur Rechten. Es geht bergab in einen kleinen Taleinschnitt. Hier finden Sie einen Steinhaufen als Markierung, nehmen Sie den linken Pfad, der Sie an der Felswand entlang zu einem Mäuerchen führt, das Sie übersteigen. Wieder geht es bergan bis zu einem Zaun, den Sie überqueren. Scharf nach links geht's bergauf, wobei Sie immer wieder nahe an den Rand einer Steilwand treten können, wenn Ihnen nicht schwindelig wird. In einer Linie liegen Staffin, die Insel Raasay und die Berge des Festlands. Sie fühlen sich wie on top of the world. Doch es geht noch weiter bergauf, bis Sie auf etwa 540 m angekommen sind und auf eine grasige Plattform herunterschauen, die von Felsen umgeben ist und nur von oben eingesehen werden kann: der Table . Die Aussicht belohnt für das Gekraxel und den Torfschlamm. Wenn kein Wind geht, ist das der schönste Platz für eine Brotzeit. Von hier folgen Sie dem sichtbaren Pfad nach unten, durch ein Tor im Zaun, queren einen grasigen Abhang und sehen den Parkplatz weiter unten. Steil geht es über Gras, Torf und Geröll, bis Sie den Aufstiegspfad wiedertreffen, ihm zum Plateau der Passstraße und zum Parkplatz Quiraing folgen.

Durch die Welt des Harris Tweed

Tag 1

Die Fähren von Caledonian MacBrayne ( www.calmac.co.uk ) bringen mehrmals täglich Passagiere und Fahrzeuge in zweieinhalb Stunden von Ullapool nach Stornoway auf der Insel Lewis. Einziges optisches Highlight beim kurzen Gang durch die kleine Hafenstadt ist das Lewis Castle, gebaut im 19. Jh. von einem durch Opiumhandel reich gewordenen Schotten. Nördlich von Stornoway biegen Sie rechts ab und durchqueren Lewis auf der A 857 nach Westen. An der Küste halten Sie sich links und erreichen südwestlich über die A 858 Arnol. Hier stoßen Sie auf Ruinen alter Bauernhäuser, sogenannter blackhouses. Besuchen Sie das Blackhouse Museum . Es zeigt eine 1966 verlassene, typisch reetgedeckte Kate, in der früher das offene Feuer die Wände schwärzte - daher der Name. Kurven Sie weiter auf der A 858 nach Süden durch eine mit Moorseen durchsetze Küstenlandschaft zum Dorf Carloway und erklimmen Sie den Dun Carloway Broch , die spektakuläre Ruine eines doppelwandigen Rundturms, etwa 2000 Jahre alt. Weit schweift Ihr Blick von der alten Wohnfestung. Über das Sträßchen nach Norden machen Sie einen Abstecher zum Gearrannan Blackhouse Village am Meer. In komplett renovierten Bauernhäusern am Meer übernachten Sie als Selbstversorger sehr kuschelig. Vom Hügel hinter den Häusern erkennen Sie die Markierungen der alten Felder und den Strand - der typische Anblick eines crofting village mit Fischerei als Zubrot.

Tag 2

Früh am Morgen geht's nach Carloway und auf die A 858 nach Süden. Bald haben Sie die mystischste Stelle der Hebriden erreicht: Im frühen Tageslicht gehören Ihnen die Callanish Standing Stones , eine 5000 Jahre alte Kultstätte, meist noch allein. Nach östlicher Fahrt übers Moor stoßen Sie auf die A 859, auf die Sie nach rechts einbiegen. Bei Tarbert geht es nahtlos auf die mit Lewis verknüpfte, gebirgige Nachbarinsel Harris. Nach weiteren 5 km biegen Sie links ab in die ausgeschilderte Golden Road , eine schmale, gewundene Asphaltpiste entlang der zerklüfteten Ostküste - die Aussichten durch Granitbuckel aufs Meer sind von herber Schönheit. Sie kommen durch winzige Dörfer mit gälischen Namen wie Plocropol, in denen wie aus der Zeit gefallen wenige Webstühle rattern und Hinweisschilder zu kleinen Tweed-Shops führen. Nach einem Bogen stoßen Sie wieder auf die A 859. Folgen Sie ihr nach Süden und biegen Sie dann auf der gleichen Straße nach Westen, um nach weiteren 6 km erneut rechts abzuzweigen, zur 3 km entfernten, entlegenen Küstensiedlung Luskentyre . Das Panorama aus feinsandigem Strand, klarem Wasser und im Hintergrund glänzenden Granithügeln ist perfekt. Eine Handvoll Häuser verraten, dass hier auch Menschen zu Hause sind. Klopfen Sie ruhig beim Tweed-Weber Donald John Mackay an, der weltberühmt wurde, als der Sportartikelhersteller Nike bei ihm 9500 m Tweed für einen Freizeitschuh orderte. Sie machen kehrt zur 4 km entfernten Kreuzung, biegen nach Südwesten ab und stoßen auf den nächsten Kilometern immer wieder auf die atemberaubend wildromantische Küste. Der wunderbarste Strandabschnitt liegt zu Füßen des einsamen Landhotels Scarista Beach , wo Sie zum Lunch einkehren. Rodel bildet anschließend das südliche Extrem der Tour. Die Grabstätten der Clan-Chiefs in der atmosphärisch spannenden St Clement's Church sind sehenswert. Wer seine Inselreise nach Süden auf die Insel North Uist fortsetzen möchte, setzt in Leverburgh über. Diese Tour aber geleitet Sie erneut über die A 859 durch die verträumte Mondlandschaft der Ostküste von Harris zurück nach Tarbert , wo Sie sich nach Uig auf Skye einschiffen.

Mit dem Zug durch die Highlands

Tag 1

8:21

Von Queen Street Station fährt die West Highland Line mehrmals täglich über Fort William nach Mallaig an der Westküste. Zunächst folgt der Zug dem Fluss Clyde rechtsseitig. Nach 20 Minuten sehen Sie links die 1,3 km lange Erskine Bridge. Für 10 km gleitet der Zug an Bildern industrieller Geschäftigkeit vorbei. Ab Helensburgh rollt er Richtung Norden am Gare Loch und nahe dem Loch Long linker Hand vorbei. Kurz bevor er nach Arrochar zum Loch Lomond hinüberwechselt, wird's links erstmals gebirgig: Arrochar-Alpen nennt das der Schotte. Minuten später zieht rechts das Panorama des vielbesungenen Sees auf. Kurz nach 10 Uhr erreichen Sie Ardlui und steigen aus. Nördlich des Bahnhofs lockt das gemütliche Ardlui Hotel mit tollem Blick aufs nördliche Seeende. Kaufen Sie dort ein verpacktes Lunch und nehmen Sie die kleine Fähre (£ 3) zur anderen Seeseite, wo Sie auf dem West Highland Way 500 m nach Süden wandern, um das Panorama von See, Wald und Bergwelt beim Picknicken zu genießen.

13:53

Ihr Zug verlässt Ardlui. Die Highlands rücken ins Bild. Hinter der Bridge of Orchy liegt links das Loch Tully, danach zuckeln die Waggons mit max. 48 km/h durch das karge, düstere Rannoch Moor. Mitten in der Stille liegt Britanniens einsamster und höchster Bahnhof (411 m): Corrour Station , ein Bedarfsstopp für Wanderer. Am Bahnhof in grandioser Moorlandschaft lockt das sehr gemütliche Corrour Station House Restaurant mit feiner Wildküche, Kaminfeuer und drei Zimmern mit Ausblick. Ein halbstündiger Spaziergang nach dem Dinner bringt Sie zum energiebewusst umgerüsteten Loch Ossian Youth Hostel , idyllisch gelegen am gleichnamigen See. Geübte Langstreckenläufer nehmen die Loch Ossian Challenge an, einen einsamen 12-km-Lauf um den See: der Hostel-Warden stoppt Ihre Zeit und führt die Rekordliste (seit 1977).

Tag 2

08:59

Der Morgenzug braucht eine knappe Stunde bis nach Fort William , Topziel für Mountainbiker. Nehmen Sie ein Taxi zum Outdoorzentrum Nevis Range, leihen Sie sich ein Mountainbike (ab £ 22) und fahren damit in der Gondel bergauf. Dann geht es über Stock und Stein bergab, je nach ihren Fähigkeiten. Zentral übernachten und lecker dinieren Sie später in The Lime Tree in Fort William.

Tag 3

12:12

Eine gut halbstündige Zugfahrt bringt Sie zum Dörfchen Glenfinnan am Loch Shiel. Der vierstündige Stoppover reicht für einen gut 4 km langen Rundweg, um das grotesk einsame Glenfinnan Monument östlich des Bahnhofs zu besteigen. Laufen Sie dann gut 1 km weiter nach Norden zum nächsten Höhepunkt oberhalb des 380 m langen und 30 m hohen Glenfinnan-Viadukt - der Hogwarts-Express in den Harry-Potter-Filmen nutzt diesen gekurvten Schienenweg. Fototipp: Der Jacobite Steam Train dampft kurz vor 15 Uhr darüber.

16:55

Zurück im Zug setzen Sie den knapp einstündigen Rest der Bahnreise durch tolles Panorama fort. Im Fischerörtchen Mallaig ist um 17:43 Uhr Endstation. Vom West Highland Hotel blicken Sie beim Abendessen hinaus aufs Meer und machen einen Verdauungsspaziergang zum geschäftigen Fischereihafen.

Weiter zu Kapitel 16

Seit 30 Jahren zieht es Martin Müller regelmäßig nach Schottland. Für eine Weile ließ sich der Journalist und Fotograf sogar auf Orkney nieder, wo sich keltisches und nordisches Temperament vermischen. Wandern und Whisky, Kajak- und Städtetouren: Die vielen Facetten der Insel hat Müller in zahlreichen Reportagen beschrieben. Sein ständiger Begleiter auf Reisen: ein Tweedsakko. „So kann ich mich immer in Schottland einwickeln.“

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de