Süddeutsche Zeitung

Reiseführer Schottland:Einkaufen

Der Kilt ist Kult: Bei einer Shoppingtour steht die Tradition mit auf der Einkaufsliste

Es soll mehr sein als ein Kilt aus Polyacryl, ein Strickpulli, der gleich nach der ersten Wäsche einläuft, oder ein billiger Fusel, der das Wort Whisky nicht verdient? Sie kaufen am besten dort, wo die Produkte auch hergestellt werden – bei Kunsthandwerkern, bei Webern oder in den Destillerien.

Kunsthandwerk & Design

Design

Schräg und poetisch bedruckte Textilien, Lampenschirme und Tapeten stellen die Designer von Timorous Beasties Great Western Road 384 www.timorousbeasties.com her – der Name des Unternehmens ist einem Gedicht von Robert Burns entlehnt. Die Macher haben an der Glasgow School of Art studiert und in derselben Stadt ihren Laden eröffnet. Vielfältig und witzig ist die Auswahl an jungen schottischen Designern in der Kooperative Concrete Wardrobes Broughton Street 50a www.concretewardrobe.com in Edinburgh.

Tweed

Ausschließlich Schafwolle, die auf den Äußeren Hebriden gesponnen und anschließend in Heimarbeit gewebt worden ist, darf im verarbeiteten Zustand das Siegel Harris Tweed tragen – überwacht wird das übrigens von der lokalen Harris Tweed Authority ( www.harristweed.org ). Der unverwüstliche, bisweilen kratzige Stoff mit Fischgrät- oder Glencheckmustern wird auf den Inseln Harris und Lewis seit Jahrhunderten hergestellt. Edinburghs Tuchmacher verarbeiten ihn später zu Sakkos oder Westen.

Harris-Tweed ist durchaus wieder gefragt: Der Weber Donald John Mackay aus dem Strandörtchen Luskentyre auf Harris machte Schlagzeilen, als die Firma Nike bei ihm kilometerweise Stoff für einen Sportschuh bestellte. Tweed macht also nach wie vor Mode und erobert Laufstege. Dabei müssen die Farben des Wollklassikers heute nicht mehr gedeckt sein: Die Weber in den winzigen Häusern auf Harris, die ihre Wolle über eine Fabrik auf Lewis abgeben, greifen gerade auch für deutsche Kunden tief in den Farbtopf.

Mode

Kaschmir

Fehlt noch der Landlordlook fürs Untendrunter? Dafür sei auf die Kaschmirprodukte hingewiesen, das Beste, was man sich aus Schottland mitbringen kann. Diese weichen, leichten Pullover sind hier günstig, da die Wolle im großen Stil importiert wird. Besonders hochwertig sind die Produkte des Kaschmirwerks Johnstons of Elgin Visitor Centre New Mill www.johnstonsofelgin.com Mo–Do 10–16 Uhr , die auch vor Ort gekauft werden können.

Kilts

Der Kilt ist ein knielanger Rock für Männer und ein bequemes Stück Kleidung. Das finden heute auch wieder die jungen Schotten und tragen ihn – ganz traditionell – gerne auf Hochzeiten und Festen. Auch in den Städten lebt er wieder auf, wenn auch in weniger traditioneller Ausführung: aus schwarzem Leder, z. B. aus Seide oder gar aus PVC. Tolle Kilts, klassisch bis ausgeflippt, findet man in Howard Nicklebys Geschäft auf der Royal Mile: 21st Century Kilts Thistle Street 48 Edinburgh 0131 2209450 www.21stcenturykilts.co.uk

Delikatessen

Whisky

Und zum Abschluss? Natürlich ein Whisky! Am besten, Sie kaufen regional ein. Denn jede Brennerei nutzt das Wasser aus den umliegenden Bächen und natürlich: die klare, schottische Luft. Aus der Flut der Destillerieführungen ragen drei heraus: Bei Highland Park ( www.highlandpark.co.uk ) in Kirkwall auf Orkney erleben Sie die spannendste Führung – vor allem weil im Keller noch ein Teil der Gerste ausgelegt und zum Keimen gebracht wird (floormalting). Edradour www.edradour.co.uk , bei Pitlochry, ist die kleinste Brennerei, der gute Tropfen netzt auch die Kehlen der Oberhaus-Lordschaften als House of Lords. Der Einkauf auf der Insel Islay in den Destillen von Lagavulin , Laphroaig , Ardbeg und Caol Ila ist ein Muss für jeden Fan von torfig mundendem Whisky. Die Lage am Meer und die mit Anekdoten angereicherten Führungen erleichtern den Einkauf ( www.islaywhiskysociety.com ).

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