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Reiseführer Russland:Einkaufen

Buntes Kunsthandwerk

Veronika Wengert

Menschenschlangen vor leeren Verkaufsregalen gehören der Vergangenheit an. Mittlerweile gibt es in Russland wirklich alles zu kaufen - gegen entsprechend Bares natürlich. Doch über das verfügen oft nur die sogenannten „Neuen Russen“, wie die neureiche Elite genannt wird. In den Großstädten hat sich unterdessen eine Mittelschicht etabliert, die bei Ikea oder Obi anzutreffen ist. Billiger als in Geschäften kauft man auf den vielen Märkten ein, die es in jeder Stadt gibt: Unterwäsche aus China, Raubkopien von CDs oder Zigaretten - kaum etwas, was es nicht gäbe. Ältere Frauen bieten am Straßenrand oft Salzgurken oder Dill feil, um sich ihre karge Rente aufzubessern.

Bernstein

Wer ins Gebiet Kaliningrad fährt, sollte unbedingt Bernstein kaufen. Fliegende Händler in den Ferienorten an der Ostsee bieten günstigen und modernen Schmuck an, auch in Geschäften für Kunsthandwerk gibt es schöne Exemplare. Anderswo ist das „Gold der Ostsee“ oft erheblich teurer, und die Auswahl ist nicht so groß.

Holz- und Lackarbeiten

Das Andenken aus Russland ist die Matrjoschka. Je mehr der bunt bemalten Schachtelpüppchen ineinander stecken, desto kostbarer sind sie. Heute gibt es sie auch in der Politikerversion: außen Gorbatschow, dann Jelzin und innen Medwedew.

Lackmalereien auf Schatullen, Kästchen und Döschen sind ebenfalls beliebt. Bunte Farben und goldene Ornamente werden auf einem schwarz lackierten Hintergrund aus Pappmaché aufgetragen. Die Lackminiaturen haben ihren Ursprung in Palech bei Iwanowo; hervorgegangen ist diese Handwerkskunst aus der Ikonenmalerei. Die echten Stücke sind ihren hohen Preis wert.

Durchaus erschwinglich sind Schalen, Becher und Löffel aus bemaltem Holz in Gold, Rot und Schwarz, mit charakteristischen Vogelbeeren und stilisierten Blättern als Motiv. Diese Technik hat ihren Ursprung in Chochloma, 70 km nördlich von Nischnij Nowgorod. Meist sind die Stücke günstiger als Palech-Lackminiaturen.

Porzellan

Gut im Regal macht sich das sogenannte Gschel-Porzellan: Man erkennt die Figuren, Vasen oder Schalen an ihrer charakteristischen blauen Bemalung auf weißem Hintergrund.

Textilien

Eine große Auswahl gibt es an typischen Textilien, wie z.B. die Pawlowskij-Posad-Tücher, benannt nach ihrem Herkunftsort. Es sind jene bunten, großen und kleinen Kopf- oder Umhängetücher, wie man sie aus russischen Filmen kennt. Russkij Ljon, russisches Leinen aus Iwanowo, war einst weltberühmt. Auch heute noch hat der Stoff einen guten Ruf. Eine Tischdecke aus diesem Tuch (bräunliche Grundfarbe, handbestickt mit russischen Ornamenten) ist ein bleibendes Erinnerungsstück.

Garantiert superwarm halten im Winter Orenburger Tücher, kuschelige Schals aus dem grauen oder weißen Flaum der Orenburg-Ziege, einer Verwandten der Kaschmir-Ziege. Um die Hüfte gebunden, sollen sie dazu beitragen, Rheumaschmerzen zu lindern.

Wodka

Zum Mitnehmen taugt auch ein Flasche Wodka. Der traditionelle russische Branntwein wird durch Destillation von Weizen und Mais, Korn und Kartoffeln oder nur von Kartoffeln gewonnen. Der Schnaps ist farb- und fast geruchlos. Neben dieser klassischen Form kann er auch mit Zitrone, Pfeffer oder Büffelgras aromatisiert sein. Handelsüblich wird er mit 40 Prozent angeboten. Vor allem auf dem Land wird Wodka selbst gebrannt (Samagon). Nicht selten liegt dann der Alkoholgehalt bei lebensgefährlichen 90 Prozent.

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Spannend ist das unvorhersehbare Moment - Russland ist ein Land, in dem viel improvisiert wird. Und faszinierend ist die Weite des Landes.

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Quelle: www.marcopolo.de

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