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Reiseführer Rügen - Hiddensee - Stralsund:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Rügen perfekt im Überblick

Tag 1

In Stralsund verschaffen Sie sich erst mal den Überblick: 366 Stufen nach oben und Sie sehen von der Marienkirche aus bis weit nach Rügen. Durch die Mönchstraße mit ihren Geschäften laufen Sie über den Alter Markt mit dem Rathaus - mehr Backsteingotik geht nicht. Die Badenstraße bummeln Sie hinunter zum Ozeaneum: rein in die Wunderwelt der nordischen Meere! Stärken Sie sich nach dem Besuch mit einem Brötchen aus der Fischhalle, und ab ins Auto!

Über den alten Rügendamm fahren Sie nach Altefähr , jahrhundertelang Ankunftsort für alle Inselreisenden. Von der nagelneuen Badepromenade sehen Sie Stralsunds Panorama in voller Schönheit. Einmal kurz ins Wasser springen, den Surfern zusehen - und weiter geht's. Auf der alten B96 fahren Sie durch Rambin . In der Alte Pommernkate können Sie sich mit Inselprodukten für ein Picknick eindecken, ein Bier aus der Insel-Brauerei geht auch noch mit.

Den Kirchturm von St. Jacobi mit seinem geschwungenen Dach sehen Sie im flachen Westen Rügens schon von Weitem. Stellen Sie den Wagen auf dem Markt von Gingst ab, schauen Sie in die Lädchen und die Kirche. Dann die Einkäufe auspacken und ein Picknick genießen im schattigen Pfarrgarten.

Von Gingst aus ist es nicht weit bis nach Schaprode : Hier stellen Sie Ihr Auto sicher ab und spazieren an der Backsteinkirche mit ihrem hölzernen Turm vorbei zum Hafen. Um 18.30 Uhr legt Ihre Fähre dort ab, winken Sie den Schnucken auf der Insel Öhe! Von Bord geht's um 19.15 Uhr in Vitte : Gerade rechtzeitig für die 20-Uhr-Vorführung in der Seebühne Hiddensee. Danach laufen Sie die paar Schritte zum Hotel Godewind und schlummern friedlich ein.

Tag 2

Guten Morgen, Hiddensee: Nach dem Frühstück machen Sie sich erst mal auf ins Homunkulus-Museum. Dann spazieren Sie, fröhlich pfeifend, weiter nach Kloster . Schauen Sie dort im Gerhart-Hauptmann-Haus vorbei, und dann geht's nach oben auf den Dornbusch : Den Leuchtturm klettern Sie rauf, dann können Sie runtergucken.

Um 15 Uhr bringt Ihre Fähre Sie ab Kloster zurück zum Auto nach Schaprode. Über Trent und die Wittower Fähre kommen Sie rechtzeitig zum Kaffeetrinken in Wiek im Blumencafé an. Unbedingt einmal auf der schwebende Promenade über dem Wasser laufen!

Über Altenkirchen fahren Sie nach Putgarten und stellen dort den Wagen ab, um zum Kap Arkona zu laufen. In der blauen Stunde ist die Stimmung unter den drei Türmen am Kap besonders romantisch! Die Nacht verbringen Sie im Hotel Zum Kap Arkona.

Tag 3

In Vitt ist am Morgen noch wenig los: Laufen Sie nach dem Frühstück hin, grüßen Sie die Fischer und schauen Sie bei der kleinen Kapelle vorbei. Und dann ab zum Strand! Über Altenkirchen fahren Sie nach Breege-Juliusruh, dahinter beginnt die Schaabe . Suchen Sie sich einen schattigen Parkplatz aus und laufen Sie durch das Kiefernwäldchen zum Strand. Hier einfach mal in die Sonne legen, in die Ostsee springen... Hach! Zum Mittag gibt's Pizza in der Ostseeperle in Glowe.

Von dort aus folgen Sie der Ausschilderung Richtung Nationalpark Jasmund , in Hagen stellen Sie das Auto ab. Unter Buchendächern und vorbei am unheimlichen Herthasee erreichen Sie das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl. Erst mal zur Aussichtsplattform, die Kreidefelsen anstaunen - und dann in die Zeitmaschine des Museums. Es gibt so viel zu entdecken!

Die Straße führt Sie später am Nationalpark vorbei nach Sassnitz , Rügens größter Hafenstadt. Entspannt ist die Abendstimmung im Hafen mit seinen Werkstätten, Geschäften und Restaurants. Von der Terrasse des Hotels Waterkant genießen Sie noch einen Fernblick über den Hafen, bevor die Heia ruft.

Tag 4

Tag 4: Vorbei am Fährhafen Mukran und der Schmalen Heide gelangen Sie zum Naturerbe Zentrum Rügen mit seinem Baumwipfelpfad: Diesen Vormittag sind Sie obenauf! Vom Adlerhorst aus können Sie schon die Betonblocks von Prora sehen, aber erst mal bleiben Sie noch, genießen die Ausstellung und einen Biokaffee danach.

Fahren Sie ein kurzes Stück zurück Richtung Sassnitz, das Dokumentationszentrum von Prora ist ausgeschildert: In der Ausstellung bekommen Sie einen Eindruck vom einstigen Nazi-Seebad - und draußen davon, wie es sich langsam wandelt. Laufen Sie ein wenig herum, lassen Sie die riesigen Bauten auf sich wirken. Sie brauchen Ablenkung vom Beton? Dann klettern Sie ein bisschen durch den Seilgarten, das macht Spaß.

Nur ein paar Minuten, und Sie erreichen Binz , den mondänsten Badeort der Insel. Bewundern Sie auf dem Weg zur Seebrücke die Bäderarchitektur auf beiden Seiten der Hauptstraße und holen Sie sich einen Happen zu essen. Um 15 Uhr legt die "MS Adler-Mönchgut" an der Seebrücke ab. Eine halbe Stunde später kommen Sie in Sellin an: auf der Seebrücke mit dem großen Kaiserpavillon, einem architektonischen Wunder auf Stelzen! Schauen Sie es sich von allen Seiten an und genießen Sie die Brise. Dann steigen Sie die Himmelsleiter hinauf, promenieren durch die Wilhelmstraße und langsam weiter zum Kleinbahnhof Sellin-Ost.

Ein Pfiff! Der Rasender Roland fährt um 17.07 Uhr ab und zuckelt mit Ihnen durch die Granitz, vorbei am märchenhaften Jagdschloss Granitz. In Binz steigen Sie aus. Warum nicht in einer Strandvilla wie der Villa Ruscha übernachten, dann sind es nur ein paar Schritte zur Promenade mit ihrem Nachtleben. Wie wär's als Sundowner mit einem von über 100 Whiskys im Weltenbummler? Danach feiern Sie in einer der vielen Bars weiter, etwa in der Loev Bar - da gibt's manchmal auch Livemusik!

Tag 5

Durch die Deutsche Alleenstraße fahren Sie von Binz nach Putbus , Rügens fürstlicher Stadt in Weiß. Stellen Sie sich mitten auf den Circus, betrachten Sie die hohen weißen Fassaden und schlendern Sie durch den Schlosspark mit seinen Sehenswürdigkeiten. Bei Ein Tag am Meer können Sie einmalige handgemachte Andenken aus Strandgut einkaufen. Mittags erreichen Sie Bergen - rechtzeitig zum Lunch in Meyer's Tüffelhus. Zum Schluss noch mal richtig austoben: Auf der Inselrodelbahn Bergen saust man steil bergab, Hüpfer, Kurven und Kreisel inklusive. Voller Adrenalin geht's dann zurück: Über die neue B96 und die Rügenbrücke sind Sie bald wieder in Stralsund .

Zwischen Hünengräbern und Salzwiesen

13:00

Ihren Wagen stellen Sie am besten auf dem Parkplatz vor dem Gemeindehaus von Lancken-Granitz ab. Dort noch mal schnell nach dem Wetter erkundigen - und dann die Dorfstraße hinab, danach links aus dem Dorf laufen. Sie folgen einer kaum befahrenen Autostraße, bis Sie auf der rechten Seite ein Hinweisschild auf die Hünengräber entdecken. Dort geht es den gut ausgetretenen Trampelpfad entlang.

Im Schatten der Bäume liegt das erste und mit mehr als 20 m Länge größte Hünengrab , entdeckt erst in den 1970er-Jahren. Leuchten Sie rein: Die Grabkammer wurde absichtlich nicht gefüllt, damit Sie sehen können, wie das Grab gebaut wurde. Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht folgen Sie dem Trampelpfad zu vier weiteren Hünengräber in unterschiedlichem Zustand. Archäologen schätzen, dass sie bis zu 5000 Jahre alt sind. Die großen, einzeln stehenden Steine dienten als Wächtersteine. Über einen Feldweg gelangen Sie zu zwei weiteren Hünengräbern, die im Wald verborgen sind. Um eines ist ein besonders auffälliger Steinkreis gebaut, ein sogenannter Bannkreis : Er sollte wohl Geister abhalten. Noch ein Stück den Feldweg hinunter sehen Sie ein hölzernes, überdachtes Rondell im Schatten eines Baums: Das Naturdenkmal Stieleiche ist geschützt, daneben hängt eine Karte mit Infos rund um die Hünengräber.

14:15

Ab hier geht's im großen Bogen zurück, zunächst in Richtung "Brücke Seedorf". Links sehen Sie am Horizont das Jagdschloss Granitz. Am Gestüt von Burtevitz laufen Sie weiter nach Preetz . Am anderen Ende des malerischen Dorfs mit Fachwerkhäuschen und Kopfsteinpflaster ist es Zeit für eine Pause: Radler-Rast heißt das wunderschön improvisierte Gartencafé des Preetzer Hof. Kaffee? Eis oder Hausgebackenes? Kinder lockt ein kleiner Streichelzoo.

Zwischen Schafweiden und Wiesen geht's weiter in Richtung Seedorf, den Neuensiener See vor Augen. Unmittelbar vor dem Ufer links rein und Sie sind drin im Naturschutzgebiet. Das Schild mit der Eule weist darauf hin: In den Salzwiesen brüten seltene Wasservögel. Auf einer schmalen Holzbrücke mit Aussicht auf die Granitz überqueren Sie einen der Seeausläufer. Am Ende des Uferwegs erreichen Sie ein flaches Gebäude in Weiß-Blau: ein Schöpfwerk, das Wasser aus dem See auf die Felder pumpt.

15:30

Am Schöpfwerk biegen Sie links ab und folgen Ihrer Nase, bis Sie zurück sind in Lancken-Granitz . Schauen Sie doch vor der Abfahrt noch in der Kirche vorbei: Die Triumphbogenpfeiler, der schwebende Taufengel und die Kanzel (mehr als 400 Jahre alt) sind es wert!

Auf dem Bahndamm durch Südrügen

9:00

Vom Bahnhof Altefähr aus fahren Sie auf der Altefähr abgewandten Seite zum nahen Gasthof Grahler Fähre mit Panoramablick auf Stralsund. Falls Sie sich vorsorglich abkühlen wollen: Hier ist eine Badestelle. Weiter geht's auf dem ehemaligen Bahndamm. Gustow ist ein kleines Bauerndorf, aber seine Kirche ist erstaunlich imposant. Am Rand des Friedhofs steht ein hoher, mit Schriftzeichen und eingehauenen Blüten verzierter Stein: eine Mordwange, 1510 als Sühne für die Ermordung eines Pfarrers aufgestellt.

Mitten durch die Felder führt der Radweg, parallel zum Strelasund. In Venzvitz mit seinem Ziegenhof biegen Sie links ab und folgen dem Weg nach Poseritz. Erfrischung gefällig? Die Rügener Inselfrische ist nur einen kurzen Abstecher vom Radweg entfernt, im Milchladen und Café bekommen Sie frischen Quarkkuchen und alles, was man sonst noch Leckeres aus Milch zaubern kann.

Weiter geht's zunächst neben der Deutschen Alleenstraße, dann biegen Sie rechts ab und fahren über Neparmitz bis zur Puddemin er Wiek. Puddemin mit seinen reetgedeckten Häuschen ist ein verträumter Ort. Schauen Sie im Museumshof mit Hallenhaus und dem Café Friedrich vorbei. Kann man sich wohl zu oft stärken?

Ab Puddemin ist Groß Schoritz nicht weit. Hier steht das Geburtshaus von Ernst Moritz Arndt . Es wird derzeit saniert und ist nur für Veranstaltungen geöffnet. Aber Umschauen ist erlaubt!

13:00

Hinter der Schoritzer Wiek biegt der Radweg nach links ab. Durch die Felder erreichen Sie Garz mit dem Ernst-Moritz-Arndt-Museum. Erst gibt's dort Kultur und dann ein Picknick im nahen Park am Burgwall. Bevor Sie Garz verlassen, schauen Sie unbedingt noch in der Rügener Senfmanufaktur vorbei: Da dürfen Sie diverse Sorten kosten.

Von der Straße nach Bergen biegen Sie halb rechts wieder auf den alten Bahndamm ab. Es geht mitten durchs Grüne! Linker Hand steht das Jagdschloss Karnitz , in dessen Schatten ein Golf-Centrum Schloss Karnitz liegt. Rasten Sie kurz, um den Bau im Tudorgotik-Stil zu bewundern.

15:00

Vorbei am Gutshaus Ketelshagen erreichen Sie Putbus : Zum Kleinbahnhof fahren Sie über den Circus am Schlosspark vorbei in Richtung Binz. Der Zug nach Bergen (und von dort weiter nach Altefähr) fährt stündlich, letzte Abfahrt: 20.11 Uhr. Genug Zeit also, um vorher die Stadt zu erkunden!

Rund um den Tetzitzer See

12:30

Vom Bushalt in Neuenkirchen laufen Sie die Hauptstraße hinab und hoch zur Kirche, die seit 1318 über dem Dorf wacht. Folgen Sie der Straße bergab, in der Ferne blitzt der Bodden.

Hinter dem verwitterten Gutshaus von Laase biegen Sie links auf den Plattenweg, der Sie zur hölzernen Brücke über den Liddower Strom bringt. Hier beginnt das 1088 ha große Naturschutzgebiet, in dem seltene Gänse und Enten rasten. Das Kulturgut Liddow kommt Ihnen vielleicht bekannt vor: Hier wurde die Fernsehserie "Hallo Robbie" (s. Kasten S. 74) gedreht. Leider können Sie das Gut nur von außen betrachten. Der Tetzitzer See liegt zu Ihrer Rechten, links weichen Felder bald offener Graslandschaft. Am Kuschwitzer Haken treffen Sie auf den Großen Jasmunder Bodden: Die Landzunge, die den Tetzitzer See von ihm trennt, ist kaum 200 Schritte breit. Von einem neuen Unterstand aus haben Sie einen tollen Blick über See und Bodden und können von Ihrem Picknickproviant naschen.

Vorbei geht's an einem Wäldchen aus Windflüchtern, vom Ostseewind schief geblasenen Bäumen. Von einer Bank aus genießen Sie einen letzten Panoramablick über den Tetzitzer See, bevor der Wanderweg landeinwärts zwischen Feldern weiterführt. Sehen Sie die Hügel zu Ihrer Rechten? Das sind die Banzelvitzer Berge, an ihrer höchsten Stelle immerhin 45 m über dem Bodden.

Links biegt ein Pfad zur Boddenküste ab. Er stößt auf den Wanderweg in den bewaldeten Hügeln, die sich auf einmal wirklich wie Berge anfühlen. Halten Sie sich rechts, vorbei an einem Aussichtspunkt zur Halbinsel Jasmund und einer etwas versteckten Badestelle . Der Weg knickt rechts ab nach Groß Banzelvitz . Lust auf ein Eis? Das bekommen Sie beim Campingplatz, der ein kleines Stück weiter geradeaus (es geht bergauf) liegt. Dort ist auch der Eingang zu dem spannenden Erlebnispfad Wälder der Erde mit 16 Stationen (nicht nur) für Kinder.

16:00

Die Betonspurplatten führen Sie geradewegs nach Rappin . Die Backsteinkirche wurde im 12. Jh. ohne Turm gebaut, der steht seit 1635 ein Stück von der Kirche entfernt und ist aus Holz. Gleich gegenüber serviert man Ihnen im Landgasthof Andernorts Vegetarisches aus Bioanbau, aber auch Schnitzel und Fisch.

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Kerstin Sucher und Bernd Wurlitzer (www.tourismus-journalisten.de) leben und arbeiten als freie Reisejournalisten in Berlin. Ihre große Liebe gehört Mecklenburg-Vorpommern, durch zahlreiche Veröffentlichungen gelten sie als profunde Kenner dieses Bundeslands. Oft sind sie auf Rügen unterwegs, fast immer gehts auch nach Hiddensee, mit einem Bummel durch Stralsund beginnt oder endet jede Reise.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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