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Reiseführer Potsdam - Potsdams Umgebung:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Potsdam perfekt im Überblick

08:00

Machen Sie sich im Holländisches Viertel im Café Heider fit für den Tag: mit einem reichhaltigen Frühstück und einem frisch gepressten Orangensaft. Danach überqueren Sie die Straße und biegen rechts in Potsdams Shoppingmeile, die Brandenburger Straße ein. Lassen Sie sich nicht groß von den Einkaufsmöglichkeiten verleiten, heute ist Sightseeing angesagt! Folgen Sie der Straße bis zum wuchtigen Brandenburger Tor . Halten Sie sich rechts, und Sie gelangen an das Grüne Gitter, einen der Eingänge zum berühmten Park Sanssouci .

Nutzen Sie die Zeit bis zum Schlossbesuch, um durch den Park zu bummeln, die Wasserfontänen zu beobachten und dem Vogelgezwitscher zu lauschen. Linkerhand bringt die Sonne die vergoldeten lebensgroßen Figuren am Chinesisches Haus zum Strahlen. Am Ende der Hauptallee in westlicher Richtung sehen Sie schon die lang gestreckte Fassade des Neues Palais. Wieder zurück durch den Park in östliche Richtung erhebt sich links von Ihnen das Orangerieschloss mit den Orangerieterrassen. Sie tangieren die Schloss Neue Kammern und haben es nun endlich vor sich: Schloss Sanssouci , die Sommerresidenz von Friedrich dem Großen. Hier scheint sich die Welt zu treffen, und Sie sind mittendrin.

13:00

Nach der Besichtigung und einem abschließenden Blick vom terrassierten Weinberg des Schlossesnehmen Sie von der Haltestelle "Schloss Sanssouci" die "Schlösser-Linie", Bus 695 oder X15, und fahren zwei Stationen bis Reiterweg/Jägerallee. Hier erwartet Sie eine Überraschung: ein kleines Stück Russland mitten in Potsdam! 13 Holzhäuser und eine Kirche bilden die Alexandrowka . Jetzt haben Sie sich eine Pause verdient. Genießen Sie im Russisches Restaurant & Teestube die russische Sauerkrautsuppe Schtschi, Pelmeni und einen kräftigen Tee aus dem Samowar. Verpassen Sie nicht, noch einen Blick in das kleine Museum Alexandrowka zu werfen. Nächstes Ziel ist der Neuer Garten , den Sie mit der "Cecilienhof-Linie", Bus 603, Haltestelle Glumestraße erreichen. Das frühklassizistische Marmorpalais schmiegt sich auf einer Terrassenanlage an das Seeufer. Weiter geht es in nördliche Richtung zum Schloss Cecilienhof. Ehrfurchtsvoll stehen alle an diesem Ort von weltgeschichtlicher Bedeutung, denn hier handelten 1945 die damals Mächtigen die europäische Nachkriegsordnung aus.

16:00

Ein schöner Spaziergang führt entlang des Wassers über die Schwanenbrücke und vorbei an der teilweise schon wiederhergestellten Kaiserliche Matrosenstation Kongsnæs bis zur Villa Schöningen . Die multimediale Ausstellung in der schmucken Villa erinnert an die schreckliche Zeit der deutsch-deutschen Teilung. Verweilen Sie noch im angeschlossenen Cafe Persius bei einer dampfenden Tasse Kaffee, bei schönem Wetter auch im gepflegten Garten. Wenn Sie aus der Villa treten, haben Sie die Glienicker Brücke vor sich, bekannt durch spektakuläre Agentenaustausche aus der Zeit des Kalten Kriegs.

18:00

Fahren Sie nun mit der Kultur-Linie, Straßenbahn 93, vier Stationen bis zum Erlebnisviertel Schiffbauergasse . Hier trifft eine lebendige Kulturszene auf innovative Unternehmen. Den Mittelpunkt bildet der spektakuläre Bau des Hans-Otto-Theater am Tiefen See. Danach geht es mit der Straßenbahn 93 zurück ins Zentrum zum Alter Markt mit dem Stadtschloss sowie der Nikolaikirche und weiter auf der Friedrich-Ebert-Straße zum Holländisches Viertel , wo Sie den Abend in einem der Restaurants des Szeneviertels ausklingen lassen. Zum Absacker trifft man sich gern im Bier- und Weinlokal Hohle Birne.

Architekturkopien aus ganz Europa

11:00

Die Tour beginnt am wiederaufgebauten Stadtschloss/Landtag , das den Alter Markt mit seiner historischen Fassade dominiert. Im modernen Inneren residiert der Brandenburger Landtag. Schauen Sie selbst, in welch interessantem Ambiente die Abgeordneten Politik machen, denn etliche Gebäudeteile sind öffentlich zugänglich. Die wuchtige Nikolaikirche mit der Schinkelschen Inneneinrichtung nebenan hat mit ihrer mächtigen Kuppel große Ähnlichkeit mit der Londoner Saint-Paul's-Kathedrale. Erklimmen Sie auch die Aussichtsplattform Nikolaikirche in 42 m Höhe und genießen Sie den Panoramablick. Den prachtvollen Bau linkerhand, heute das Altes Rathaus/Potsdam Museum , hatte der Renaissancebaumeister Andrea Palladio eigentlich für das italienische Vicenza erdacht, doch dort wollte man ihn nicht haben. So wurde kurzerhand Potsdams viertes Rathaus nach Palladios Entwürfen errichtet. Überqueren Sie dann die Friedrich-Ebert-Straße und laufen Sie entlang des Marstalls, der das Filmmuseum aufnahm, bis zur Schlossstraße. Die biegen Sie rechts ein und sehen gleich hinter dem Filmmuseum das Denkmal für Friedrich Wilhelm von Steuben (1730-94), den preußischen Offizier und Helden des nordamerikanischen Unabhängigkeitskriegs.

13:00

Links führt die Straße zum Neuer Markt mit dem Königlicher Kutschstall, der heute das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte und das Restaurant Schmiede 9 beherbergt. Lassen Sie sich für eine kleine Pause nieder, das Restaurant bietet täglich einen Businesslunch an. Danach erreichen Sie über die Siefertstraße die Yorckstraße, in der Sie an einem Teil des rekonstruierten Stadtkanal entlangbummeln. Rund 200 Jahre durchzog der Kanal die Stadt, bis er 1965 zugeschüttet wurde. Die weitere Rekonstruktion hängt von Geldspenden ab. An der Ecke Dortustraße gehen Sie nach links und erreichen wieder die Breite Straße. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite fallen die sorgfältig restaurierten Hiller-Brandtsche Häuser auf, für die der nicht mehr existierende königliche Palast Whitehall in London Pate stand.

15:00

Nächstes Ziel ist das Brandenburger Tor , das einem dreipfortigen römischen Triumphbogen ähnelt. Dafür rechts in die Schopenhauerstraße einbiegen und dieser bis zum Luisenplatz folgen. Und hier genießen Sie Ihr Dessert: süße Leckereien aus der hauseigenen Konditorei im schönen Kaffeehausambiente des Wiener Restaurant & Café . Nicht weit ist es von hier bis zur Friedenskirche am Rand des Parks Sanssouci. Nach dem Grünen Gitter, einem der Eingänge zum Park Sanssouci, sehen Sie rechts das Gotteshaus, das nach dem Vorbild der Basilika San Clemente in Rom entstand. Die Apsis birgt eine Kostbarkeit: ein originales Mosaik von der Insel Murano bei Venedig. Wieder zurück am Luisenplatz bummeln Sie durch die Fußgängerpromenade Brandenburger Straße , deren Nebenstraßen und Innenhöfe zahllose Läden säumen. Falls die Shopping-Leidenschaft erwacht, dann los! Die Angebote sind kunterbunt. Gehen Sie nach links in die Hermann-Elflein-Straße und schauen Sie der Goldschmiedin im originellen Genna d‘Oro bei der Arbeit zu. Laufen Sie danach entlang der Gutenbergstraße bis zur Confiserie Felicitas auf der rechten Straßenseite, ein Muss für Süßmäuler. Wenn Sie die Friedrich-Ebert-Straße erreichen, sehen Sie links an deren Ende das Nauener Tor , das nach dem Vorbild von Inveraray Castle in Schottland errichtet wurde.

18:00

Weiter geht es zum Bassinplatz: Die Französische Kirche erinnert sehr an das Pantheon in Rom. Die Apsis der Peter-Pauls-Kirche am westlichen Platzende ähnelt der Hagia Sophia in Istanbul, während ihr Turm als Nachbildung des Campanile von San Zeno Maggiore in Verona entstand. Die Nordseite des Platzes begrenzt das berühmte Holländisches Viertel , wo der Spaziergang im Maison Charlotte, bekannt für seine gute französische Landhausküche, seinen Abschluss findet.

Promi-Viertel am Seeufer

10:00

Am Bahnhof Griebnitzsee beginnt die Tour. Bevor Sie loslaufen, sollten Sie noch einen Cappuccino in der Erfrischungshalle zu sich nehmen, soll es doch hier den besten weit und breit geben. Gestärkt biegen Sie nun von der Rudolf-Breitscheid-Straße rechts in die Karl-Marx-Straße ein: Das prachtvolle Domizil mit der Hausnummer 2 schrieb als Truman-Villa Geschichte: Vom 15. Juli bis 2. August 1945 residierte hier der 33. Präsident der USA während der Potsdamer Konferenz. "Little White House" nannte Harry S. Truman die direkt am Griebnitzsee gelegene Villa, in der er den Befehl zum Abwurf der ersten Atombombe erteilt haben soll. In der Villa hat heute die Friedrich-Naumann-Stiftung ihren Sitz. Die schräg gegenüber stehende Villa Lademann mit der Hausnummer 65 wurde im englischen Tudorstil mit Zinnenkranz und Türmchen errichtet. Sie ist benannt nach dem Architekten, dem jüngeren Bruder des Flugpioniers Otto Lilienthal. Als Gästehaus der Ufa, deren Filmgelände sich in der Nähe befand, diente sie Filmstars wie Heinz Rühmannn in den 1930er-Jahren. Der Weg durch den Park der Truman-Villa zum Griebnitzsee wäre während der deutsch-deutschen Teilung unmöglich gewesen, denn die Gegend war Grenzgebiet, am Seeufer stand die Mauer. Nach der Einheit konnten Spaziergänger den Uferweg nutzen, der jedoch vielfach zu Privatgrundstücken gehört. Nun stehen hier erneut Sperrzäune, aufgestellt von den neuen Villenbesitzern. Seit Jahren schwelt hierüber ein Streit. Sie müssen deshalb bald wieder den Uferweg verlassen und zur parallel verlaufenden Virchowstraße hochsteigen, in die Sie rechts einbiegen. Rechts sehen Sie mit der Nr. 23 die Churchill-Villa nach einem Entwurf des später berühmten Bauhausarchitekten Ludwig Mies van der Rohe. Während der Potsdamer Konferenz zog der englische Premierminister Winston Churchill, dem später Premier Clement Attlee folgte, in das Haus. In der Karl-Marx-Straße Nr. 27 logierte der sowjetische Diktator. Die repräsentative Stalin-Villa war 1911 für den Inhaber des Pelzhauses C.A. Herpich & Söhne gebaut worden, dessen Familie im Juli 1945 das Haus innerhalb weniger Stunden verlassen musste. Am Ende der Karl-Marx-Straße erreichen Sie den Haupteingang zum Park Babelsberg . Wandeln Sie auf des Kaisers Spuren, spazieren Sie auf dem Hauptweg zum Schloss Babelsberg , einst Sommersitz von Prinz Wilhelm, dem späteren Kaiser Wilhelm I. und seiner Gemahlin Augusta.

12:30

Zeit für eine Pause! Ein schöner Platz dafür ist das Café Kleines Schloss . Von der Terrasse schauen Sie über den Tiefen See hinüber zur Potsdamer Innenstadt. Köstlich ist der hausgebackene Kuchen, auch verschiedene Quiches und zwei Tagessuppen sind im Angebot. Steigen Sie nun auf den nahen Flatowturm , denn es lohnt auch ein Blick von oben auf Park und Schloss Babelsberg. Nach dem Aufstieg ist Entspannung auf der Liegewiese links und rechts des Schiffsanlegers angesagt. Ziehen Sie die Schuhe aus und erfrischen Sie ihre Füße im kühlen Wasser.

15:30

Relativ pünktlich kommt es angerauscht: Das nach einem festen Fahrplan verkehrende Wassertaxi bringt Sie in 20 Minuten zurück ins Zentrum zum Hafen Potsdam Hauptbahnhof .

Mit dem Rad ins Grüne

9:00

Sie starten am Potsdam Hauptbahnhof , von dort geht es die Friedrich-Engels-Straße querend nach rechts zur Leipziger Straße, der Sie auf dem Radweg bis zum Wegweiser "Caputh" folgen und dann nach rechts in die Templiner Straße abbiegen. Hier sehen Sie auch das Hinweisschild auf den Radweg F1. Durch die Templiner Vorstadt und weiter am Templiner See entlang schlängelt sich der aussichtsreiche Radweg. Das Forsthaus Templin lädt zu einem ersten Stopp für ein kühles Getränk. Bekannt ist das Forsthaus für sein Biobier, doch können Sie dafür auch ein anderes Mal wiederkommen.

12:30

Auf einer Platanenallee erreichen Sie Caputh. An den Wochenenden können Sie sich Einsteins Sommerhaus anschauen, denn der Physiker wählte den idyllischen Ort als Sommerrefugium. Biegen Sie dorthin am Ortseingang links ab und folgen Sie der Ausschilderung. Das Schloss Caputh liegt rechterhand der Hauptstraße. Bummeln Sie nach dessen Besichtigung noch ein wenig durch den von Lenné gestalteten Schlossgarten Caputh bis zum See. Dann geht es rechts zum Gemünde. Versuchen Sie, einen Platz auf der Terrasse des Fährhaus Caputh zu ergattern, denn von hier lässt sich das geschäftige Treiben auf dem Wasser besonders gut beobachten. Die Seilfähre "Tussy II" gleitet hin und her, Yachten, Kanus und Ausflugsschiffe schippern vorüber. Nach der Stärkung biegen Sie von der Uferpromenade nach links und dann nach rechts auf die Schwielowseestraße, die weiter durch einen Eichen-Kiefernwald, vorbei am Zeltplatz Flottstelle nach Ferch führt. Lust auf ein Bad? Dann ab ins Strandbad rechts am Ortseingang. Radeln Sie danach durch den lang gestreckten Ort mit rohrgedeckten Fischerhäusern zum Ortsausgang Richtung Petzow, denn dort wartet noch eine Überraschung auf Sie: ein kleines Stück Japan mit dem idyllischen Japanischer Bonsaigarten . Entspannen Sie bei einem Tee im Zengarten und kaufen Sie ein Bonsaibäumchen zur Erinnerung.

16:00

Sie müssen wieder ein kleines Stück zurückradeln. Der Bootsanleger befindet sich beim Haus am See, von dem das Schiff Sie und Ihre Räder nach Potsdam zurückbringt. Genießen Sie die Fahrt auf dem Wasser, von dem sich nun ganz andere Perspektiven bieten. Die Anlegestelle Lange Brücke befindet sich quasi vor der Haustür des Potsdam Hauptbahnhof , wo Sie die Fahrräder zurückgeben.

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Potsdam liegt für die renommierten Reisejournalisten Kerstin Sucher und Bernd Wurlitzer (www.tourismus-journalisten.de) fast vor der Haustür. Von Berlin aus fahren beide oft in Brandenburgs Landeshauptstadt und ihre wasserreiche Umgebung, bummeln in den Parks, genießen die Kulturangebote und vergessen dabei manchmal, dass sie eigentlich zum Arbeiten und nicht zum Vergnügen hergekommen sind.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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