bedeckt München 16°

Reiseführer Piemont - Turin:Bloss nicht

Worauf Sie achten sollten, um sich im Piemont nicht zu ärgern

MARCO POLO Autorin Annette Rübesamen

Das Menü ignorieren

Die Piemontesen lieben ausgedehnte, mehrgängige Mahlzeiten und so servieren Trattorien und Restaurants meistens richtige Menüs, bestehend aus antipasti, einem primo, einem secondo und Dessert. Vorspeise und Dessert muss man nicht unbedingt bestellen, aber wer dem Kellner mit einem "Für mich nur einen Teller Spaghetti" kommt, darf sich nicht wundern, wenn der naserümpfend reagiert. Man kann jedoch versuchen, von der Pasta nur eine halbe Portion zu bestellen.

Den Nebel nicht ernst nehmen

Piemontesischer Nebel ist nicht wie der, den Sie vielleicht von zu Hause kennen. Er ist dicht. Er kann so dicht sein, dass Sie dreimal an Ihrem Hotel vorbeifahren. An Nebeltagen ist im Straßenverkehr besondere Vorsicht geboten. Viele Autobahnen haben inzwischen ein Signalstreifensystem, das je nach Sichtweite die Geschwindigkeit angibt, die nicht überschritten werden sollte. Doch wer kann, sollte das Auto an solchen Tagen einfach stehen lassen.

Getrennte Rechnungen verlangen

In italienischen Restaurants ist es üblich, dass für den ganzen Tisch nur eine Rechnung ausgestellt wird. Der Kellner kommt mit dem conto, das Rechengenie in der Runde teilt die Summe durch die Zahl der Esser, und jeder zahlt seinen Anteil. So einfach ist das! Die deutsche Sitte, auf den Cent genau pro Person und nach Verzehr abzurechnen, stößt beim italienischen cameriere nur auf wenig Verständnis. Auch in der Bar oder abends in der birreria sollte man südländische Großzügigkeit walten lassen, statt umständlich Einzelgetränke zu bezahlen. Solange man sich mit den Runden abwechselt, kommt es eh auf das Gleiche heraus.

Entfernungen unterschätzen

In den Langhe liegt alles so schön dicht beieinander - meint man. Hier ein Weindorf, dort eine Burg und dann noch zweimal abbiegen, schon sind wir da! Die Entfernungen der einzelnen Ortschaften in Luftlinie gemessen sind tatsächlich ziemlich gering. Aber die Langhe sind nun mal ein Hügelgebiet voller Auf und Abs, Täler und Weinberge. Und die Landsträßchen folgen kurven- und steigungsreich dem Landschaftsrelief. Mit zügigem Vorankommen ist es hier nichts; das sollte man bei der Planung einer Autotour berücksichtigen und stattdessen lieber entspannt die herrliche Natur genießen.

Ohne Mückenschutz starten

In der Poebene breiten sich endlose Reisfelder aus, die im Frühjahr geflutet werden. Dort fühlen sich Stechmücken besonders wohl. Weil die Reisfelder dicht an die Städte heranreichen, muss man im Sommer z. B. auch mitten in Vercelli mit richtig unangenehmen Mückenschwärmen rechnen.

Weiter zu Kapitel 8

Eigentlich wollte die Reisejournalistin in Turin nur einen Antiquitätenmarkt besuchen, doch dann blieb sie, fasziniert von der Schönheit der Stadt, gleich ganz da. Seit 1995 lebt die gebürtige Münchnerin in der piemontesischen Hauptstadt, in die sie nach ihren Reisen durch die Welt immer wieder voller Vorfreude zurückkehrt. Sie schreibt für viele deutsche Zeitungen und Magazine.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

Zur SZ-Startseite