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Reiseführer Nordseeküste Schleswig-Holstein:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Die Nordseeküste perfekt im Überblick

Tag 1

Von der Aussichtsplattform oder einem der beiden Lokale an der kleinen Marina aus zuschauen, wie dicke Pötte und schnittige Yachten den Nord-Ostsee-Kanal passieren - das ist das Highlight in Brunsbüttel. Da die Stadt ansonsten nicht so viel zu bieten hat, nehmen Sie Fahrt auf und die Straße nach Sankt Michaelisdonn. Hinter Sankt Michel, wie die Einheimischen sagen, führt das Asphaltband durch eine abwechslungsreiche, baumbestandene Landschaft und bringt Sie nach Meldorf . Lassen Sie Ihr Auto auf dem Marktplatz zu Füßen des beeindruckenden gotischen Meldorfer Dom stehen, und schlendern Sie durch die Fußgängerzone und die kopfsteingepflasterten Gassen - hier wirkt manche Häuserzeile wie aus der Zeit gefallen. Cafés und Restaurants haben Tische und Stühle auf den historischen Markt gestellt - nehmen Sie Platz und gönnen Sie sich ein Stück Friesentorte oder ein Bauernfrühstück.

Letzte Station für heute ist Büsum : Folgen Sie am nördlichen Ortsausgang der Wegweisung nach Nordermeldorf und fahren Sie über Wöhrden in den beliebten Badeort, wo Sie z.B. im schicken Hotel Schelf übernachten können.

Tag 2

Über Wesselburen und den Damm des Eidersperrwerk geht es auf die Halbinsel Eiderstedt nach Sankt Peter-Ording . Checken Sie im Beach Motel ein - und dann kann es nur eines geben: raus auf den superbreiten, endlos langen Strand! Nach Meeres- und/oder Sonnenbad ist der abendliche Besuch in einem der Pfahlbauten ein absolutes Muss.

Tag 3

Nach dem Frühstück geht's auf kurzer Fahrt durch Eiderstedt landeinwärts nach Tönning . In der alten Hafenstadt an der Eidermündung ist nichts mehr von hektischem Handel zu spüren - beschauliche Gasthäuser warten oberhalb des Kais, gemütlich dümpeln Segelboote & Co. im Hafen. Am Ortsrand liegt das Multimar Wattforum, in dem Ihnen die Wunder des Wattenmeers nahegebracht werden. Über die B 5 weiter Richtung Norden und dann rechts ab nach Friedrichstadt , der "Holländerstadt", ist es von Tönning nur ein Katzensprung. Mieten Sie ein Tret- oder ein Ruderboot, und lassen Sie sich ein halbes Stündchen auf den weidengesäumten Grachten durch das idyllische Städtchen treiben...

Ihr Weg führt zurück auf die B 5 und weiter gen Norden bis zum Abzweig nach Husum . Storms "graue Stadt am Meer" zeigt sich längst nicht mehr trist, sondern bunt und lebendig! Bester Ausgangspunkt für einen Rundgang durch die Altstadt ist der Binnenhafen mit Shops, Bistros und Cafés, eine wunderbar zentral gelegene Unterkunft das Thomas Hotel.

Tag 4

Was wäre eine Tour an der Küste ohne eine kleine Seereise im weltgrößten Wattenmeer? Daher geht es nun durch Bredstedt direkt ans und aufs Wasser: Im Hafen Schlüttsiel legt um 10 Uhr die Fähre zur Hallig Hooge ab; die Überfahrt dauert etwas mehr als eine Stunde. Ihr Auto können Sie binnendeichs abstellen, und wenn Sie kurz nach 17 Uhr aufs Festland zurückkehren, sind es nur noch ein paar Kilometer nach Dagebüll , Urlaubsort und Fährhafen nach Föhr und Amrum. Beim Abendessen im Hotel Neuwarft oder im Strandhotel Dagebüll können Sie den Halligbesuch Revue passieren lassen.

Tag 5

Nach einer entspannten Fahrt durch die Köge - Sie fahren abseits der Hauptstraßen über Emmelsbüll-Horsbüll und Neukirchen - kommen Sie nach Seebüll, zum Nolde-Museum , wo der berühmte Maler Ruhe und Inspiration fand. Den Kopf voll mit Noldes Bildern und Blumen fahren Sie nach dem Museumsbesuch durch die Marsch über Revtoftweg und Grenzstraße gen Osten bis zur B 5. Auf die biegen Sie links ein, überqueren nach kurzer Fahrt die Grenze zum Königreich Dänemark und landen bald danach in Tønder . Durch den hyggeligen (gemütlichen) Ortskern schlendern, bei Imerco nach einem Designer-Küchenutensil stöbern, einen pølser (Hotdog) schnabulieren und ein øl (Bier) zischen - krönender Abschluss einer Westküstentour.

Durch Nordfrieslands Köge bis nach Dänemark

10:00

Die Tour beginnt auf dem Rathausplatz von Niebüll . Folgen Sie dem Hinweisschild zum Naturkundemuseum Niebüll, vor dem nach rechts eine kleine Straße zum Freibad führt. Hier biegen Sie ab. Nach zwei Kurven können Sie hinter den Bäumen Niebülls Freibad Wehle sehen und eine Badepause einlegen.

Hinter dem Ortsschild beginnt die Weite der Köge: im Süden der Christian-Albrechts-Koog, im Norden der Gotteskoog, mit einer Fläche von 104 km2 der größte Koog Nordfrieslands. Auf dem Gotteskoogsdeich geht es Richtung Westen, doch schon nach etwa 4 km führt die schmale Straße Am Rollwagenzug rechts in den Koog. Auf ihr fahren Sie nun durch kuhbestandene Wiesen, Raps- und Maisfelder. Bei der ersten Möglichkeit biegen Sie links in den Südergotteskoogsweg, nach scharfer Rechtskurve links in den Kohlhamm, im weiteren Verlauf folgen Sie dem Schlickweg und einer Rechts-links-Kombination in den Nordergotteskoogsweg, bis Sie nach 7,5 km den Hoddebülldeich erreichen. Hier geht's rechts und dann 5,5 km bis nach Neukirchen . Auf dieser Strecke überqueren Sie die Bahnlinie Niebüll-Westerland.

13:00

Sie haben Hunger? Dann ist der Landgasthof Fegetasch am nördlichen Ortsausgang eine gute Adresse. Gestärkt fahren Sie gleich vor der Tür halblinks in die Straße Beim Siel. Nach 1 km biegen Sie rechts in den Neudamm ein. Gesäumt von Wiesen und Pferdekoppeln, führt dieser beschauliche Weg bis zur dänischen Grenze: An der nächsten Kreuzung leitet Sie rechts die leicht ansteigende Straße auf einen Deich. Linker Hand, hinter dem Weidezaun, beginnt Dänemark.

Sie erreichen den Grenzübergang Rosenkranz . Das Zollamt steht leer, der Schlagbaum ist abgeschraubt. Kontrollen gibt es kaum. In kurzen Abständen in den Asphalt der Grenzstraße eingebettet, markieren drei Granitsteine, wo genau die Grenze verläuft. Fahren Sie noch ein kurzes Stück ins Königreich hinein - vorbei am Alter deutscher Grenzkrug und seinem Pendant auf dänischer Seite, dem Rudbøl Grænsekro -, denn der Blick auf den Ruttebüller See ist fantastisch! Hier bekommen Sie einen Eindruck von der Landschaft, die Emil Nolde einst faszinierte und inspirierte.

Wieder in Deutschland, folgen Sie dem Schild "Nolde-Stiftung Seebüll" und kommen vorbei an zwei kleinen Supermärkten. Wenige Meter hinter dem zweiten führt links der für Autos gesperrte Noldeweg direkt zum Nolde-Museum , dem einstigen Wohnhaus und Atelier des Malers. Der klotzige Bau aus dunklen, rotgrauen Steinen wirkt auf der Warft wie eine Burg im flachen Nordfriesland. Machen Sie einen Spaziergang durch Ada und Emil Noldes wunderschönen Staudengarten und gönnen Sie sich anschließend im Café Seebüll ein Stück Kuchen oder ein Eis.

Lust auf ein erfrischendes Bad? Fahren Sie 500 m nach Süden und den Revtoftweg rechts Richtung Neukirchen. Nach weiteren 500 m weist ein Schild zum Hülltoft-Tief . In den Sommermonaten eine lauschige Badestelle mitten in Emil Noldes Landschaft.

17:00

Der Weg zurück nach Niebüll führt mehr oder weniger geradeaus über Hülltoftweg, Krakebüller Straße, Hattersbüllhallig, Aventofter Straße, Süderende und Süderweg wieder in die Stadtmitte.

An Eiderstedts Nordküste

9:30

Egal, wo Sie im weitläufigen Sankt Peter-Ording starten - Sie müssen ab Ording auf die Straße nach Norden in Richtung Tümlauer Koog und Westerhever. Auf oder neben dem Deich folgen Sie der Deichkante, bis es kurz vor einem Schöpfwerk ein Stück nach Westen zum Leuchtturm Westerheversand und zu einem Infokiosk mit Parkplatz, Souvenirshop, Würstchenbuden und Toilettenhäuschen geht. Von hier aus lugt das werbebekannte Wahrzeichen Nordfrieslands schon über den Deich, ist aber noch 2,5 km Fußweg (!) entfernt. Da Ihre kleine Radreise noch etwas dauern wird, sollten Sie auf einen Besuch verzichten und höchstens eine Lammsalami als haltbares Mitbringsel erstehen.

Weiter geht's landeinwärts nach Westerhever . Auch da gibt's einen Turm: den der Sankt Stephanus. Er ist der älteste Turm Eiderstedts und diente bis zum Bau des Leuchtturms (1907) als Seezeichen. Ihr Weg führt Sie nun durch den Augustenkoog bis Osterhever, wo Sie scharf nach links Richtung Deich abbiegen. Kurze, knackige Rechts-links-Kombination - dann fahren Sie auf dem Deich (bei Nordwind unterhalb) bis Everschop-Siel.

13:00

Nun wird gerastet: im modernen Bistro Spieskommer mit seiner schönen Terrasse, von der aus Sie auf den Tetenbüllspieker schauen, einen See, der Naturschutzgebiet und Vogelrefugium ist. Vom Deich aus können Sie bis Pellworm und Nordstrand gucken.

Gut gestärkt fahren Sie nun auf dem Deich oder zu seinen Füßen bis Uelvesbüll. Von dort führt Sie der Weg wieder landeinwärts mit leichter Steigung über den Porrendeich zum von hohen Bäumen umgebenen Roter Haubarg (ausgeschildert). Machen Sie kurz halt und schauen Sie sich an, warum so ein Haubarg Haubarg heißt. Danach lassen Sie ihn im wahrsten Wortsinn links liegen und fahren gen Norden ins beschauliche Simonsberg.

17:00

Hier verlassen Sie allmählich die Halbinsel Eiderstedt, indem Sie im Ort den Schildern nach Lundenbergsand folgen. Im gleichnamigen Lundenbergsand direkt hinter dem Deich können Sie Quartier nehmen und/oder ein köstliches (Abend-)Essen genießen.

Am Nord-Ostsee-Kanal zwischen Brunsbüttel und Burg

Tag 1

14:00

Sie starten in Brunsbüttel an den Brunsbütteler Schleusen bzw. der Marina und fahren auf der Ostermoorer, später Blangenmoorer Straße auf wenig ansehnlicher, aber kurzer Strecke immer geradeaus mit dem Kanal zu Ihrer Rechten, bis ein Schild nach rechts zur Fähre Kudensee weist. Hier bereiten Sie sich das Vergnügen einer Gratis-Minischiffsfahrt und setzen mit der Kanalfähre über auf die Südseite.

Etwa 8 km geht es nun am Kanal entlang gemütlich nach Nordosten - mit Schiffen zur Linken und Gebüsch zur Rechten - bis zum Fähranleger des Städtchens Burg, wo Sie aber (noch) nicht übersetzen, sondern rechts auf die schmale Landstraße einbiegen, die Sie zur tiefsten Landstelle Deutschlands bringt. Die ist zwar wenig spektakulär - ein kleiner Rastplatz mit Markierungspfahl, Infotafel, Wasserstelle (kein Trinkwasser!) und Fahnenmasten -, liegt aber immerhin 3,54 m unter Normalnull!

17:00

Nach diesem vermutlich einmaligen Erlebnis geht es auf derselben Strecke wieder zurück, und nun lassen Sie sich von der Burger Fähre zurück auf die Nordseite des Kanals bringen. Dort erwartet Sie das Burger Fährhaus mit einer Sonnenterrasse unter hohen Bäumen und guter regionaler Küche - ein perfekter Platz, um den Fährbetrieb und die vorbeituckernden Schiffe zu beobachten. Machen Sie nach dem Abendessen noch einen Verdauungsspaziergang am Kanal, bevor Sie sich in eines der Zimmer zurückziehen.

Tag 2

10:00

Nach dem Frühstück geht die kleine Reise weiter, und zwar zunächst nach Norden in Richtung Burg. Kurz vor dem Ortskern biegen Sie jedoch links ab in die Straße Unterm Cleve, ihr folgen Sie nach Südwesten. Der Weg verläuft idyllisch am Waldrand unterhalb des Geestrückens, sodass Sie linker Hand die Marschlandschaft überblicken können, durch die sich die Burger Au schlängelt, dahinter blitzt gelegentlich das Wasser des Kanals auf, und Sie sehen die Decksaufbauten der großen Pötte über den Uferbäumen schweben. Nach etwa 2,5 km weist ein Schild den Weg nach links ins Buchholzer Moor und damit hinab in die Marsch in Richtung Kanal.

An der übernächsten Kreuzung stoßen Sie auf den Weg, der vom hübschen Dorf Kuden zum Kanal führt. Bevor Sie diesem Weg folgen, sollten Sie Ihr Rad kurz stehen lassen und das Fernglas rausholen, denn genau gegenüber liegt der nur 1,2 m tiefe Kudensee - mit 39 ha Dithmarschens größter See und mit seinem Umland Natur- und Vogelschutzgebiet. Hier brütet u. a. die seltene Rohrdommel.

14:00

Zurück am Kanal, fahren Sie an ihm entlang weiter bis zur Fähre Ostermoor . Für die letzten 2 km der Tour müssen Sie wieder dieselbe Straße wie auf dem Hinweg nehmen. Zum Abschluss setzen Sie sich in Brunsbüttel auf die Terrasse des Restaurants Torhaus oder gleich nebenan auf die des Lokals Zum Yachthafen und beobachten beim Essen, wie Segelschiffe in die Marina manövrieren und dicke Pötte sich in und aus den Schleusen schieben.

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Der gebürtige Hamburger (55) lebt im Städtchen Burg am Nord-Ostsee-Kanal, wo er sein Geld als freiberuflicher Autor – u. a. auch für die MARCO POLO Bände „Sylt“ und „Föhr/Amrum“ – und als Lektor verdient. In seiner Freizeit ist er gern im Marschland der Westküste – quasi direkt vor seiner Haustür – unterwegs und engagiert sich für den Schutz des Weltnaturerbes Wattenmeer.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de