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Reiseführer Niederlande:Praktische Hinweise

Urlaub von Anfang bis Ende: die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Reise in die Niederlande

MARCO POLO Autorin Elsbeth Gugger

Anreise

Auto

Wenn Sie aus dem Süden kommen, gelangen Sie über Aachen nach Maastricht. Weitere Autobahnverbindungen führen via Duisburg nach Venlo sowie via Oberhausen und Emmerich nach Arnhem. Aus Nord- und Nordostdeutschland fahren Sie entweder über Osnabrück nach Hengelo oder über Leer nach Groningen. Vor der Abfahrt in die Niederlande lohnt es sich, die Autobahnwebsite www.vananaarbeter.nl zu konsultieren: Hier sind sämtliche aktuellen und zukünftigen Baustellen aufgelistet.

Bahn

Es gibt mehrere, zum Teil direkte Verbindungen mit IC- und EC-Zügen sowie mit City-Nightline-Zügen aus vielen europäischen Städten. Zwischen Amsterdam und Köln verkehren täglich neun EC- bzw. ICE-Züge. Eine weitere Hauptstrecke ist Berlin-Osnabrück-Amsterdam. Außerdem gibt es Verbindungen über Venlo nach Eindhoven sowie zwischen Aachen und Maastricht. Die Fahrzeit von Köln bzw. Osnabrück nach Amsterdam beträgt etwa drei Stunden.

In den niederländischen Zügen können Sie Ihr Rad mitnehmen, müssen es aber selbst in den Fahrradwaggon verladen (achten Sie auf die Aufkleber an den Fenstern). Für einen Tag bezahlen Sie unabhängig von der Strecke 6 Euro. Außer im Juli und August ist die Fahrradmitnahme während der Stoßzeiten (6.30-9 und 16.30-18 Uhr) nicht erlaubt.

Flugzeug

Es gibt täglich mehrere Linienflüge aus der Schweiz, Deutschland und Österreich, die auf dem internationalen Flughafen Schiphol bei Amsterdam landen. Von dort können Sie mit der Bahn weiterreisen. Immer mehr Billigfluggesellschaften weichen auf alternative Flughäfen wie Eindhoven und Maastricht-Aachen im Süden sowie Rotterdam The Hague im Westen aus. Sie verfügen alle über eine Busverbindung zu den jeweiligen Bahnhöfen. Zwischen dem Maastrichter Flughafen und Aachen gibt es einen Shuttleservice.

Auskunft

Vor der Reise wenden Sie sich an das Niederländische Büro für Tourismus NBT (Postfach 270580 | 50511 Köln | Tel. 0221 9257170 | www.niederlande.de). In den Niederlanden gibt es in fast jedem Ort ein Fremdenverkehrsbüro, das Sie entweder in der Nähe des Bahnhofs oder am größten Platz des Orts finden. Wenn Sie kein Schild mit dem Hinweis "Tourist Information" sehen, halten Sie Ausschau nach drei weißen V auf blauem Hintergrund: Die Touristenbüros heißen in Holland VVV (sprich "FehFehFeh"). Sie sind meist montags bis freitags von 9 bis 17 und samstags von 9 bis 13 oder 16 Uhr geöffnet, in touristischen Zentren in der Hochsaison auch am Sonntag.

Touristische Informationen finden Sie auf www.niederlande.de, der Website des NBT. Eine ausführliche Website mit nationalem Veranstaltungskalender, touristischen Tipps und Hinweisen zu Sehenswürdigkeiten - allerdings nur auf Niederländisch - ist www.wattedoenin.nl. Auf www.rijksoverheid.nl finden Sie alles Wissenswerte rund um Gesetze und Institutionen. Wenn Sie die neuesten Fotos der Prinzessinnen sehen möchten, finden Sie die unter www.koninklijkhuis.nl, alles über den Austausch zwischen niederländischen und deutschen Jugendlichen erfahren Sie auf www.uitwisseling.de. Und wenn Sie wissen möchten, was sich in der alternativen Szene tut, surfen Sie auf aktieagenda.nl.

Auto

Auf der Autobahn (snelweg) gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 120 bzw., auf ungefähr der Hälfte aller Abschnitte, von 130 km/h, auf Schnellstraßen (autoweg) sind 100, auf Landstraßen (provinciale weg) 80, innerhalb von Ortschaften 50 km/h, zum Teil nur 30 km/h erlaubt. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Wer seinen Führerschein weniger als fünf Jahre besitzt oder unter 24 ist, darf nur mit maximal 0,2 Promille ans Steuer bzw. an den Lenker von Moped und Motorrad.

Wenn Sie auf der Autobahn eine Panne haben, können Sie über eine Notrufsäule oder über Tel. 088 2692988 Hilfe anfordern. Informationen über Staus und andere Verkehrsbehinderungen gibt es unter Tel. (*) 0900 9622.

Wo Sie am günstigsten tanken, erfahren Sie auf www.brandstofprijzen.nl. Parken ist teuer: Während eine Stunde in der Provinz 3 bis 4 Euro kostet, bezahlen Sie in Amsterdam 5 bis 6 Euro.

Bahn

Das Netz der Nederlandse Spoorwegen (NS) ist eines der dichtesten in Europa. Intercity- und Schnellzüge (sneltreins) befahren die Hauptstrecken im Halbstundentakt. Nahverkehrs- und Regionalzüge (stoptreins) halten praktisch an jedem Bahnhof.

Daneben betreibt die Gesellschaft Fyra eine Hochgeschwindigkeitsverbindung von Amsterdam via Rotterdam nach Brüssel oder Breda. Diese kostet mehr als die NS, ist aber schneller: Von Amsterdam nach Rotterdam reisen Sie in 36 statt 65 und nach Breda in 57 statt 93 Minuten.

Am Wochenende lohnt sich das Weekendretour-Ticket, das von Freitagabend 19 Uhr bis Montagmorgen 4 Uhr gültig ist. Eine Tageskarte ohne Kilometerbeschränkung kostet in der zweiten Klasse 47 Euro. Daneben gibt es den Interrail-ein-Land-Pass, der an drei, vier, sechs oder acht frei wählbaren Tagen innerhalb eines Monats gültig ist. Drei Tage kosten in der zweiten Klasse 115 Euro (Jugendliche unter 26 Jahren 75 Euro), acht Tage 235 (155) Euro.

Camping

Campingplätze sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen - das Angebot umfasst inzwischen mehr als 3200 Zeltplätze. Es gibt moderne, mit allem Komfort ausgestattete Campings an der ganzen Nordseeküste entlang oder einfachere in der freien Natur. Für viele Bauern stellt ein Campingplatz eine alternative Erwerbsmöglichkeit dar. Manche bieten auch Milch und andere Nahrungsmittel frisch vom Hof an. www.nederland-camping.nl, www.kamperen-bij-de-boer.com

Diplomatische Vertretungen

Deutsches Konsulat

Honthorststraat 36-38 | Amsterdam | Tel. 020 5747700

Österreichische Botschaft

Van Alkemadelaan 342 | Den Haag | Tel. 070 3245470

Schweizerische Botschaft

Lange Voorhout 42 | Den Haag | Tel. 070 3642831

Einreise

Für EU-Bürger genügt der Personalausweis (Schweizer: Identitätskarte), eine Grenzkontrolle findet bei Einreise aus einem anderen Schengen-Staat jedoch normalerweise nicht statt.

Fahrradvermietung

Ein huurfiets gibts in jeder noch so kleinen Ortschaft. Meist finden Sie am oder rund um den Bahnhof einen Verleih und in den Dörfern bei den Fahrradhändlern. Auf dem Land kostet die Wochenmiete etwas mehr als 20 Euro. Um in der Hochsaison sicherzugehen, dass ein Händler noch ein fiets hat, lohnt es sich, ein Rad via Internet zu reservieren.

FKK

Nacktbaden ist in den Niederlanden weit verbreitet. Vielerorts gibt es einen speziell gekennzeichneten Abschnitt (naturistenstrand). In den letzten Jahren entstanden immer mehr bloodcampings, FKK-Zeltplätze. Eine Liste mit Nacktstränden und -campings finden Sie auf www.nfn.nl.

Geld & Kreditkarten

Geldautomaten finden Sie in jedem noch so kleinen Ort. Kreditkarten und die ec-Karte sind weit verbreitet. In den Niederlanden wird das Zahlen mit Karte stark stimuliert. Karten werden als Zahlungsmittel zum Teil selbst auf Märkten akzeptiert, und es ibt bereits Supermärkte, die kein Bargeld akzeptieren. Es ist auch normal, selbst kleinste Beträge bargeldlos zu begleichen.

Gesundheit

Erste Hilfe leisten die Notfallstationen (eerste hulp) der Krankenhäuser. Das Honorar für den Arzt müssen Sie vorstrecken und die Rechnung der heimischen Krankenkasse zur Erstattung vorlegen, sofern nicht Ihre European Health Insurance Card (EHIC) akzeptiert wird.

Internetzugang & Wlan

Es gibt kaum noch Cyberkneipen, weil immer mehr Menschen mit ihren Laptops in Cafés, Coffeeshops, Bibliotheken oder anderen öffentlichen Gebäuden sitzen, wo der Zugang ins Internet gratis ist. Sogar Intercityzüge werden inzwischen damit ausgerüstet. Hotels und Jugendherbergen stellen oft einen oder mehrere Rechner zur Verfügung. Die Telefongesellschaft kpn bietet landesweit ziemlich flächendeckend 1000 WLAN-Hotspots in Restaurants, Cafés, Hotels, Bahnhöfen, Tankstellen und Autobahnraststätten an. Bezahlen können Sie mit Kreditkarte (Tageskarte 15,95 Euro, 50-Minuten-Karte 5,95 Euro) oder mit einer Karte, die es in den kpn-Shops zu den gleichen Preisen zu kaufen gibt (www.kpnhotspots.nl).

Jugendherbergen

Im ganzen Land gibt es 28 Jugendherbergen, die sich Stayokay nennen. Eine Liste mit den Adressen finden Sie auf www.stayokay.com.

Mietwagen

Auf den Flughäfen, in großen Städten sowie vielen Urlaubszentren finden Sie die bekannten Autoverleiher. Je nach Wagentyp und Ausstattung müssen Sie für einen Mietwagen pro Tag zwischen 30 und 125 Euro rechnen.

Museen

Immer mehr Museen und andere Attraktionen verkaufen ihre Eintrittskarten via Internet. Das ist nicht nur günstiger, Sie können so außerdem verhindern, dass Sie lange in der Schlange vor dem Eingang stehen müssen. Manche Museen koppeln die elektronischen Eintrittskarten an ein bestimmtes Zeitfenster.

Wenn Sie oft ins Museum gehen, lohnt sich die Museumjahreskarte, die Sie in den VVV-Büros oder direkt in den Museen kaufen können. Die Karte, mit der Sie landesweit freien Eintritt in rund 400 Museen haben, kostet 42,45 Euro (Jugendliche 22,45 Euro) und ist ein ganzes Kalenderjahr gültig. Sie benötigen dafür ein Passfoto. www.museumjaarkaart.nl

Notruf

Die allgemeine Notrufnummer ist 112.

Öffentliche Verkehrsmittel

Im ganzen Land wird in Bussen, Straßenbahnen, in der Metro und immer mehr auch bei der Eisenbahngesellschaft NS mit der OV-Chipkaart bezahlt. Die NS wird die Magnetkarte 2013 definitiv einführen, wobei es für Touristen auf Kurzstrecken nach wie vor Einzeltickets geben wird. Die Plastikkarte können Sie an Automaten auf Bahnhöfen, in Supermärkten oder Tabakläden für 7,50 Euro kaufen. Wählen Sie eine übertragbare (anoniem) OV-Chipkaart und laden auf diese mit Ihrer Bankkarte 10 oder 20 Euro auf. Mit der aufgeladenen Karte können Sie sich danach bei den Scannern an jedem Bahnhofs- oder Metroeingang sowie in den Straßenbahnen und Bussen einloggen. Drücken Sie Ihre OV-Chipkaart an diesen Scanner, bis Sie einen Ton hören, der ein erfolgreiches Einchecken signalisiert. Verlassen Sie das Fahrzeug oder den Bahnhof, müssen Sie die Magnetkarte zum Auschecken erneut an den Scanner drücken, bis der Pieps ertönt. Das gilt - mit Ausnahme von Zügen der NS - auch, wenn Sie bloß umsteigen wollen: Auch dann müssen Sie jedes Mal aus- und im nächsten Fahrzeug wieder einchecken. Der Scanner zeigt jeweils an, was eine Fahrt (oder das Umsteigen) gekostet hat.

Öffnungszeiten

Die meisten Geschäfte sind Mo bis Fr von 9 bis 18 Uhr (Supermärkte bis 22 Uhr) und Sa von 9 bis 17 Uhr geöffnet. In größeren Städten und in touristischen Gebieten gibt es sogenannte avondwinkels (Nachtläden), die bis Mitternacht oder länger geöffnet sind. Donnerstag oder Freitag ist im ganzen Land bis 21 Uhr Abendverkauf (koopavond). In Touristenorten sind die Geschäfte auch am Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet, im übrigen Land an zwölf Sonntagen im Jahr.

Post

Das altehrwürdige Postamt gibt es nicht mehr. Postalische Angelegenheiten werden nun im servicepunt erledigt. Diese finden Sie in Supermärkten, Buchläden oder Zigarettengeschäften; halten Sie Ausschau nach dem orangefarbenen Logo mit einer Krone, auf dem postnl steht. Das Porto für Postkarten oder Briefe in die EU und in die Schweiz beträgt 85 Cent.

Reisezeit

Die Monate Mai bis September sind die angenehmsten zum Reisen. Vor allem in den Küstenregionen weht immer ein leichter Wind.

Taxi

In den Niederlanden gibt es unterschiedliche Taxis. Für die klassischen Taxis zahlen Sie einen Starttarif von 2,50 Euro und danach knapp 2 Euro pro Kilometer.Passen Sie auf, wenn Sie in Amsterdam in ein Taxi steigen! Viele der dortigen Chauffeure sind unhöflich und lehnen eine Kurzstrecke kategorisch ab. Wenn Sie nicht ortskundig sind, ist die Gefahr groß, dass der Fahrer einen Umweg fahren wird. Wenn Sie reklamieren, kann es vorkommen, dass er Sie auf halber Strecke aus dem Wagen jagt. Erkundigen Sie sich unbedingt vorher, wie viel die Fahrt kosten wird - will der Fahrer das nicht sagen, steigen Sie in ein anderes Taxi!

In mittelgroßen Städten wie Amersfoort, Maastricht oder Utrecht finden Sie beim Bahnhof die sogenannten NS zonetaxis. Wenn Sie dem Fahrer Ihr Zugticket zeigen, bezahlen Sie für eine Fahrt bis 2 km 6 Euro, bis 4 km 9 Euro und bis 6 km 12 Euro. Steht kein zonetaxi beim Bahnhof, können Sie eines unter der beim Taxistandplatz angegebenen Nummer bestellen.

Auf knapp 30 Bahnhöfen finden Sie blaugelbe Säulen mit der Aufschrift treintaxi. Dieses Taxi teilen Sie mit anderen Fahrgästen. Eine Fahrt kostet 4,80 Euro. Wenn Sie damit von Ihrem Aufenthaltsort zum Bahnhof gefahren werden möchten, können Sie das treintaxi telefonisch bestellen (Tel. (*) 0900 8734682). Auf dem Land gibt es immer mehr regiotaxis. Diese einem Sammeltaxi vergleichbare, nur auf Abruf bestellbare Fahrmöglichkeit ist etwas teurer als der öffentliche Nahverkehr, aber günstiger als ein normales Taxi. Schilder mit den entsprechenden Telefonnummern finden Sie bei Bahnhöfen oder an Bushaltestellen.

Telefon & Handy

Münztelefone sind verschwunden, aber landesweit gibt es nach wie vor ein paar Hundert öffentliche Telefone, die aussehen wie eine Reklamesäule. Sie finden sie in Shoppingmalls, auf größeren Plätzen und auf Bahnhöfen. Bezahlen können Sie mit ihrer ec-Karte.

Vorwahlen: Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, Niederlande 0031.

Was das Handy betrifft, so gibt es in den Niederlanden mehrere Gesellschaften, die sich einen heftigen Konkurrenzkampf liefern. Die wichtigsten sind kpn, Vodafone und T-Mobile. Wenn Sie sich in die niederländischen Tarife vertiefen möchten, finden Sie sämtliche Angaben auf der Website www.bellen.com.

Trinkgeld

Es ist üblich, im Restaurant, im Taxi oder beim Friseur ein Trinkgeld von etwa fünf bis zehn Prozent zu geben, wenn Sie zufrieden waren. Die in vielen Restaurants übliche Toilettenfrau erwartet ca. 30 Cent.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen Waren zum persönlichen Gebrauch frei ein- und ausgeführt werden. Richtwerte hierfür sind u. a. 10 l Spirituosen und 800 Zigaretten. Für Schweizer gelten wesentlich geringere Freimengen.

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Elsbeth Gugger ist in Bern geboren und lebt seit 1992 in Amsterdam. Als Niederlande-Korrespondentin für Schweizer Medien reist sie kreuz und quer durchs Land, besucht Ausstellungen oder berichtet über die Prozesse an den internationalen Gerichten in Den Haag. Sie wohnt im östlichen Hafengebiet, einem nautischen Hotspot mit alten Lagerschuppen, die in Wohnungen umfunktioniert wurden.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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