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Reiseführer Mauritius:Essen & Trinken

Die mauritische Küche vereint internationale Köstlichkeiten – ob im Gourmetrestaurant oder an einem Imbissstand am Straßenrand

MARCO POLO Autor Freddy Langer

Sollten Sie ein Selbstversorgerapartment oder eine Pension nahe einer Ortschaft wählen, haben Sie hingegen die Wahl zwischen Snackbars, Straßenständen, Speiselokalen, Pizzerien und Gourmetrestaurants. Da die hygienischen Bedingungen meist gut sind, dürften selbst empfindliche Mägen keine Probleme bekommen. Schade wäre es deshalb, nie außerhalb des Hotels zu essen. Kaum irgendwo auf der Welt ist die Palette an indischen, kreolischen, chinesischen und französischen Menüs größer als hier. Vor allem in Spitzenrestaurants und Luxushotels kreieren die Köche dreier Kontinente extravagante Gaumenfreuden. Jenseits der Touristenzentren darf man in den Lokalen keine allzu hohen Ansprüche an Einrichtung und Service stellen. Die exotische Küche und die Liebenswürdigkeit des Personals machen dies aber wett.

Entlang der Straßen liegen vor allem kreolische, chinesische, europäische und indische Restaurants. Japanische Küche, Thaiküche und Wildspezialitäten werden vereinzelt angeboten. Bei Heimweh lohnt sich ein Abstecher ins Café Müller in Grand Baie oder ins Wiener Walzer in Pamplemousses, wo es österreichische Torten und guten Kaffee gibt. Vegetarier werden vor allem die abwechslungsreiche Kost indischer Restaurants schätzen. Die Buffets in den Hotels stehen allabendlich unter einem Motto, gelegentlich gibt es auch eine Menüauswahl. Wer statt im Hauptrestaurant in einem der zum Hotel gehörenden Spezialitätenrestaurants isst, erhält meist einen Rabatt. Hier stehen bevorzugt mediterrane Küche, Wild, Gegrilltes, Meeresfrüchte oder französische Haute Cuisine auf der Karte.

Die meisten Restaurants sind mittags von 12 bis 14 Uhr und abends ab 18 Uhr geöffnet. Nach 21.30 Uhr ist es schwer, ein offenes Lokal zu finden.

Sonstige Essen & Trinken

Essen

Egal, ob ein Mauritier indisch-hinduistische oder muslimische Vorfahren hat, chinesischer, französischer oder kreolischer Abstammung ist, hier übernimmt jeder die besten Rezepte der jeweils anderen Küche, berücksichtigt dabei allerdings die Sitten und Gebräuche seiner eigenen Kultur. Ein Hindu bereitet das bryani deshalb nicht mit Rindfleisch, sondern mit Lamm oder Huhn zu, und Moslems verzichten bei einem chinesischen Gericht auf Schweinefleisch. Am unbefangensten gehen die Kreolen mit der Vielzahl an Gerichten um. Ihre Alltagsspeisen heißen cari (curry), daube und rougaille. Sie bezeichnen allesamt Fleisch-, Geflügel- oder Fischgerichte mit unterschiedlichen Saucen, zu denen man gekochten Reis, Linsen- oder Bohnengemüse (grains) oder brèdes (zerkochte Gemüseblätter) und chatini, eine frisch zubereitete Mischung aus rohen Tomaten und Chili, reicht. Für die Sauce sind pommes d’amour (Liebesäpfel, der mauritische Name für Tomaten), Zwiebeln, Massala- und Kurkumapulver (Gelbwurz) sowie Koriander (cotomili), Chilis und die Gewürzblätter cari poulet unabkömmlich. Vindaye ist ein Gericht aus Fleisch- oder Fischstückchen, die in einer Sauce aus Ingwer, Knoblauch, Zwiebeln und Essig gegart werden. Die indische Gewohnheit, Fladenbrot (rotis, nans oder faratas) zum Essen zu reichen, findet auf der ganzen Insel Anhänger, manchmal bekommt man aber auch Baguette.

Wer auf einer Inseltour ist, sollte einen der einfachen, günstigen „Snacks“ besuchen und gekochte oder gebratene Nudeln (mine bouille oder mine frite) probieren oder aber die scharfen Snacks kosten, die an Buden oder vom Fahrradständer herunter verkauft werden. Meist handelt es sich dabei um frittierte Teigtaschen (samoussas), die mit Fleisch oder Gemüse gefüllt sind. Sie kosten nur ein paar Rupien, dafür werden sie allerdings in Zeitungspapier serviert. Dholl pouris ist ein Fladenbrot mit gelben Spalterbsen. Farathas heißen jene Brote aus braunem oder weißem Mehl. Keinesfalls sollten Sie es versäumen, von der großen Auswahl an frischen Früchten zu probieren.

Trinken

Auf Mauritius werden drei Sorten Bier gebraut: Phoenix und Black Eagle entsprechen unserem Pils, das Blue Marlin wird als „schwaches Starkbier“ bezeichnet. Der auf der Insel produzierte Wein (local wine genannt) wird aus importierter Traubenmasse vergoren und hergestellt. Empfehlenswerter ist südafrikanischer Wein, der meist in einer großen Auswahl auf den Getränkekarten der Restaurants steht. Bier ist ebenso wie Rum überall an Kiosken zu bekommen und wird auch dort am Straßenrand getrunken.

Köstlich sind die Cocktails und Rum-Mischgetränke (punchs), die an den Hotelbars erhältlich sind. Vitaminhaltig und sehr lecker: frisch gepresste Obstsäfte und Cocktails von exotischen Früchten. Das Joghurtgetränk lassi sowie die Milch der Trinkkokosnuss sollten Sie unbedingt einmal probiert haben. Bei Hitze ist ein Getränk mit Zitronengras sehr erfrischend. Die Blätter werden kurz in Wasser aufgekocht, der Sud dann abgekühlt und mit Zuckersirup gesüßt.

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Dass es Freddy Langer, leitender Redakteur des Reiseblatts bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, immer wieder nach Mauritius zieht, hängt mit der Vielfalt der Insel zusammen. Das friedliche Nebeneinander der Kulturen und Religionen auf engstem Raum hat für ihn Modellcharakter. Zudem kann er hier seinen größten Leidenschaften an nur einem Tag nachgehen: Tauchen und Bergsteigen.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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