bedeckt München 12°

Reiseführer Ligurien:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Ligurien perfekt im Überlick

Tag 1-2

Die Riviera beginnt im Westen mit der Grenzstadt Ventimiglia und ihrer beschaulichen Altstadt. Nach dem Frühstück mit herrlicher Aussicht im B & B Romantic Casa Lorenzina geht es am nächsten Vormittag zu den prähistorischen Höhlenzeichnungen an den Balzi Rossi . Nach dem Mittagessen im feinen Strandbad La Spiaggetta dei Balzi Rossi ist der berühmte exotische Park Giardini Botanici Hanbury an der Reihe. Durch hübsche Ortschaften im bergigen Hinterland geht es hinauf ins Nerviatal bis Pigna mit Übernachtung im Weingut Terre Bianche im Weiler Arcagna, wo Sie den hiesigen Rotwein Rossese probieren.

Tag 3-4

Tags darauf geht es zurück an die Küste zur altehrwürdigen Rivierastadt Sanremo zum Bummel auf den von Palmen gesäumten Uferpromenaden vorbei an prächtigen alten Hotels. In der Villa Sylva können Sie sich entspannen; planen Sie hier zwei Nächte ein: für den Besuch des exotischen Kakteengartens Pallanca in Bordighera, für den Ausflug ins Ruinendorf Bussana Vecchia und vor allem für eine halbtägige Radtour auf der pista ciclabile längs der Küste - an mehreren Badestellen geht es hinein ins Meer.

Tag 5

Nächste Station ist Imperia mit Altstadt, Hafen und schönem Strand. Vor der Küste liegt das Habitat von Walen und Delphinen Santuario dei Cetacei - zwischen Mitte Juni und Ende September starten täglich um 11 Uhr Schiffe zu fünfstündigen Whalewatchingtouren.

Tag 6-7

Nach so viel aktiven Unternehmungen kommen zwei Badetage in Laigueglia und Alassio gerade recht, zwei Klassiker der Sommerfrische, die ein langer Sandstrand verbindet. Am einen Tag geht ein Ausflug nach Albenga mit mittelalterlichem Kern und römischer Vergangenheit - und im nahen Bastia Albenga können Sie bei der Azienda Agricola Biologica Vio Giobatta das hiesige milde Olivenöl einkaufen. Am anderen Tag geben Sie sich ganz dem Strandvergnügen hin.

Tag 8-9

Die Weiterreise führt über einen schönen Schlenker in die Berge zu reizvollen Dörfern wie Castelvecchio di Rocca Barbena . Bei Toirano verstecken sich die phantastischen Tropfsteinhöhlen Grotte di Toirano. Nach der Nacht und dem guten Essen im Agriturismo La Ferla geht es nach Finale Ligure , mit seinen Felsen und Abhängen das Zentrum für Kletterer und MTB-Fahrer.

Tag 10

Über den zauberhaften Strandort Varigotti fahren Sie in die Hafenstadt Savona . Nach dem Mittagsimbiss lohnen die Museen in der Burg, vor allem aber das Keramikmuseum, das diese Kunsthandwerkstradition Liguriens vor Augen führt. Noch viel mehr Keramik gibt es im Nachbarort Albissola Marina zu bestaunen, allein schon die dekorierte Uferpromenade. Am Abend ist Genua erreicht.

Tag 11-13

Für den Besuch der großen, spannenden Hafenstadt sollten Sie wenigstens zwei Tage einplanen. Sie bildet die Schnittstelle zur Riviera di Levante, auf die Sie sich im östlichen Villenvorort Nervi mit dem wunderbaren Küstenspaziergang auf der Passeggiata Anita Garibaldi einstimmen. Für den dritten Tag mit Quartier in Genua empfiehlt sich ein Bootsausflug (Mitte Juni-Mitte Sept., Start 9 Uhr im Porto Antico, Rückkehr 18.30 Uhr | www.golfoparadiso.it ) mit Zwischenstopps an einigen der schönsten Flecken längs der Levanteküste, die nur schwer oder gar nicht mit dem Auto zu erreichen sind. Zeit zum Schlendern haben Sie im bunten Küstenstädtchen Camogli, zum Baden in der verwunschenen Bucht des Klosters San Fruttuoso an der bewaldeten Halbinsel Portofino und schließlich zum Glas Wein mit Imbiss an der malerischen Bucht des weltberühmten Fischerdörfchens Portofino.

Tag 14-15

Ein zauberhaftes Städtchen am Golfo del Tigullio ist Sestri Levante . Hier empfiehlt sich der nächste Aufenthalt, um die beiden Strände, das gute Essen und die nahen Cinque Terre genussvoll zu erleben. Die häufigen Regionalzüge bringen Sie in 50 Minuten ins letzte der fünf Dörfer, nach Riomaggiore . So ersparen Sie sich den Parkstress und die engen Straßen. Von Riomaggiore spazieren Sie dann auf dem 12 km langen, schönen und leichten Küstenweg Sentiero Azzurro, der die fünf malerischen Dörfer verbindet, bis Sie in Monterosso angelangt sind. Von dort bringt Sie der Zug in 35 Minuten zurück nach Sestri Levante.

Tag 16-17

Erneut ein zauberhaftes Städtchen ist Lerici am Golfo dei Poeti an den östlichen Ausläufern des großen Golfs der Hafenstadt La Spezia . Mit Lerici als Übernachtungsbasis empfehlen sich die Linienfähren, die innerhalb des Golfs verkehren, zum Besuch von La Spezia mit seinen interessanten Museen sowie zum Ausflug ins Traumörtchen Portovenere auf der anderen Seite des Golfs.

Tag 18

Eine wunderschöne Panoramastrecke führt zum Abschluss über Tellaro und durch den Naturpark Montemarcello-Magra . Nach der Überquerung des Flusses Magra haben Sie dann das hübsche Städtchen Sarzana erreicht: Hier laden nette Trattorien mit schon toskanisch geprägter Speisekarte zum Abschiedsmahl ein.

In die Berge der Ponente oberhalb von Imperia

10:00

Das Städtchen Taggia voller stattlicher Patrizierhäuser mit von dunklem Schieferstein gerahmten Portalen und einer grandiosen mittelalterlichen Brücke aus 16 Bögen liegt direkt am Fluss Argentina. In der Klosteranlage San Domenico aus dem 15. Jh. südwestlich vor der Altstadt lohnen die Werke des ligurischen Renaissancemalers Lodovico Brea einen Blick. Aus den hiesigen Olivenbaumplantagen kommt die oliva taggiasca, dunkel, klein und von intensivem Geschmack. Gutes Olivenöl und eingelegte Oliven gibt es im Laden der Ölmühle Boeri.

Auf der Talstraße SS 548 geht es nach Badalucco , ein pittoreskes mittelalterliches Dorf direkt überm Fluss, mit dunklen Gässchen, bunten Häusern, Keramikdekor, der sehenswerten Barockkirche San Giorgio und zwei viele Jahrhunderte alten Buckelbrücken. Kulinarische Spezialitäten, deren Kauf hier lohnt, sind weiße Bohnen, rundin genannt, sowie Stockfisch; Mitte September zeigt die Sagra dello Stoccafisso, wie schmackhaft man ihn zubereiten kann.

Das Tal rückt nun enger zusammen zwischen bewaldeten Hängen. Dort wo der Bergfluss Carpasina in den Argentina fließt, führt ein kurzer Abstecher auf der Straße SP 21 ins alte Wehrdorf Montalto Ligure mit der mittelalterlichen Friedhofskirche San Giorgio mit gut erhaltenen Fresken und weiter ins Dorf Carpasio . Hier veranschaulicht das kleine Museo della Lavanda die einstige Tradition des Lavendelanbaus. Im angeschlossenen Lokal (Di geschl. | Tel. 3274590272 | €) können Sie anschließend schmackhaft und preiswert zu Mittag essen.

14:30

Zurück auf der SS 548, kommen Sie nach Molini di Triora : Hier fließt der Bergbach Capriolo in den Argentina; er hielt einst Dutzende Getreidemühlen in Gang. Heute speist er jeden Sommer den kleinen See Laghetto dei Noci gleich beim Dorf - ein idealer Badestopp. Wenig später - mittlerweile sind Sie auf 780 m Höhe - ist Triora erreicht. In der Ferne erheben sich die Zweitausender Monte Saccarello (2200 m) im Norden und Monte Pietravecchia (2038 m) im Westen. In seinem Kern ein typischer Bergort aus dunklen Steinhäusern - der Kontrast zu den farbigen, sonnigen Küstenorten könnte kaum größer sein -, ist Triora eines der "schönsten Dörfer Italiens". 1587-89 war es hier zu schlimmen Hexenverfolgungen gekommen. Das Museo Etnografico e della Stregoneria erzählt davon, aber auch von der einstigen Puppenproduktion. Unheimlich kann es einem in manchen Ecken schon werden, in engen Gassen und düsteren Bogengängen oder auf dem alten Friedhof in den Ruinen einer der Festungsanlagen. Hexenküsse aus Schokolade und Liebeselixiere aus Bergkräutern gibt es im urigen Laden La Strega di Triora, aber auch erstklassige Bergkäse, Pilze, Honig, Liköre aus lokaler Produktion.

Unterhalb von Molini di Triora geht es nun links auf das schmale, gewundene Bergsträßchen SP 17 über den 1387 m hohen Passo della Teglia ins Nachbartal Valle Arroscia. Immer wieder bietet sich eine grandiose Weitsicht über die Bergwelt bis ans Meer.

18:00

Pieve di Teco war hier einst Zentrum und Marktplatz. Davon zeugen die Arkaden, die die lange Hauptgasse säumen. Unter ihnen schlagen jeden letzten Sonntag im Monat Trödelhändler ihre Stände auf. Das Arrosciatal ist ein Refugium für Künstler: Die Schilder Arrogna Naturarte Outdoor verweisen auf den 2 km langen Weg am Bach Arrogna entlang bis zur Kirche Madonna dei Fanghi, den Kunstinstallationen aus Naturmaterialien begleiten.

Auf der SS 28 geht es zügig zurück Richtung Küste. Ein letztes schönes Dorf ist Lucinasco . Dort warten in der Trattoria dalla Etta Kaninchenbraten und Ormeascowein auf hungrige Ausflügler. Nach dem Essen haben Sie dann in wenigen Minuten bei Imperia wieder die Küste erreicht.

In die Wälder im Hinterland der Levante

11:00

Erstes Ziel ist die kostbare Basilica San Salvatore dei Fieschi 1 km außerhalb von Chiavari. Zur Weiterfahrt wechseln Sie bei Carasco von der SP 225 auf die SS 586 nach Borzonasca. Etwa 3 km außerhalb liegt die mittelalterliche Abbazia di Sant'Andrea di Borzone einsam vor der Kulisse bewaldeter Hügel.

Zurück auf der SS 586, biegen Sie kurz vor Brizzolara links zur Oasi Belpiano ab, mit Kinderschwimmbad, Hüpfburg, Tieren, vor allem aber mit einem Hochseilgarten für Kinder und Erwachsene. Es geht kurvig bergauf und sehr schön weiter über den Sattel La Forcella (876 m) nun hinein in die Val d'Aveto ins hübsche, über mehrere Weiler verstreute Dorf Rezzoaglio mit zwei alten Buckelbrücken über den Aveto, vielen Kirchen und ein paar netten Trattorien. Hier hat am Wochenende ein Besucherzentrum des Parco dell'Aveto geöffnet, in dem Sie Wanderkarten erhalten. An der Straße in den Ortsteil Rezzoaglio Basso kaufen Sie in der Käserei Caseificio Val d'Aveto den typischen würzigen Bergkäse San Stè, ideal fürs Picknick.

15:30

Nächstes Ziel ist der kleine, im Wald versteckte Gletschersee Lago delle Lame auf 1043 m Höhe. Nehmen Sie die Bergstraße SS 654 Richtung Magnasco und biegen von dieser rechts ab in ein 5 km langes, gewundenes Sträßchen bis hinauf zum See. Von hier starten ausgeschilderte Wanderwege. Der Wald lädt zum Spazieren und Picknicken ein - suchen Sie sich einfach den Weg, der am besten Ihren aktuellen Bedürfnissen gerecht wird.

18:30

Von Magnasco erreichen Sie nach 12 km durch schöne Natur den eher modernen Bergferienort Santo Stefano d'Aveto . Lassen Sie sich hier ein Eis oder einen ersten Aperitif schmecken! Beeindruckt von der hohen, weiten Berglandschaft des Apennin, geht es dann über die SP 86 zur SS 586 und über Rezzoaglio wieder zurück an die Küste zur Basilica San Salvatore dei Fieschi .

Eine Tageswanderung in den Cinque Terre

10:00

Die Tour beginnt gleich mit einem Höhepunkt, dem grandiosen Panorama auf der äußersten Felsspitze von Portovenere mit dem exponierten Kirchlein San Pietro. Von hier geht es durch den malerischen Dorfkern hindurch. Sie folgen der rot-weißen Markierung und steigen auf steinernem Treppenweg empor, vorbei an den Mauern der alten Doriafestung. Nach etwa 30 schweißtreibenden Minuten haben Sie die einfache, aber idyllische Gartenwirtschaft Rifugio Muzzerone erreicht, natürlich mit grandioser Aussicht. Die Climber, die sich an den hellkalkigen Felswänden des Muzzerone steil überm Meer abarbeiten, essen und übernachten hier auch.

Nach einem Wechsel aus Sträßchen und Wegen mit Panoramapunkten auf den Golf von La Spezia und die Kette der Apuanischen Alpen erreichen Sie einen schmalen Küstenpfad, der oberhalb dieser spektakulären Felswände auf und ab an Felsen, Ginster und Fichten vorbeiführt, nun mit Blick aufs Meer und die vor Ihnen liegende Küste der Cinque Terre.

12:00

Der Markierung AV 5T/Sentiero 1 folgen Sie durch einen schattigen Wald und weiter auf einem letzten Stück Straße bis ins Dorf Campiglia . Von dessen Kirchplatz könnte der Weitblick nicht schöner sein. Hier lädt der beschauliche Imbiss Piccolo Blu zu einer weiteren Pause ein.

An Imbissstationen mangelt es nicht, weiter auf dem Weg Nr. 1 durch den Wald, stets in sanfter Steigung (der höchste Punkt liegt bei 570 m), ist nach etwa 40 Minuten ein schattiger Kiosk mit Picknicktischen erreicht. Nach weiteren 15 Minuten sind Sie am Colle del Telegrafo (515 m) angekommen - ebenfalls mit einer Einkehr­station. Hier beginnt der Abstieg auf schmalen Pfaden und Treppenwegen durch halb verlassene Terrassenfelder Richtung Riomaggiore. An einer Wege- und Straßenkreuzung folgen Sie nun der Markierung 3 bzw. SVA (Sentiero Verde Azzurro).

14:00

Durch ein Waldstück erreichen Sie den Weiler Lemmen und weiter die Wallfahrtskirche Santuario di Nostra Signora di Monte Nero in herrlicher Panoramalage. Der Abstieg nach Riomaggiore geht immer wieder über steile Treppenwege. Auf der Hauptgasse des Dorfs angekommen, stärken Sie sich an einer Tüte mit frisch frittiertem Fisch und belohnen sich am Badezugang mit einer Abkühlung im Meer.

Weiter zu Kapitel 16

Seit den Achtzigerjahren pendelt die Reiseführerautorin zwischen Deutschland und Italien. Eine Region, in die es sie immer wieder zieht, ist Ligurien. Sie begeistern die bunten Küstenstädtchen, das milde Klima, die Pflanzenpracht, die Luft voller Düfte der Pinien, des Thymians, des Meers. Und das alles vor der Kulisse der Berge - ein herrliches Wandergebiet mit Ausblick!

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

Zur SZ-Startseite