bedeckt München

Reiseführer Lausitz - Spreewald:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

DIe Lausitz perfekt im Überblick

Tag 1

Los geht's in Burg im Spreewald. Vom Kahnfährhafen stakt Sie der Fährmann in einem der typischen Spreewaldkähne durch die weitverzweigten Fließgewässer. Haben Sie bemerkt, dass hier, wie in großen Teilen der Lausitz, die Orts- und Straßenschilder zweisprachig sind? Ein Hinweis auf die in der Region lebenden Sorben. Über ihre Geschichte und Bräuche informiert anschaulich und kurzweilig das Wendische Museum in Cottbus , das Sie in südöstliche Richtung weiterfahrend erreichen. Nach dem Museumsbesuch geht es zum Schloss Branitz am Rand von Cottbus. Hier zeigt das Fürst-Pückler-Museum Gegenstände des Fürsten, und Sie flanieren durch den Park. Schattige Bäume laden am Cavalierhaus zu einer Pause. Kosten Sie von der Fürst-Pückler-Torte!

Mit dem umtriebigen Fürst ist auch Bad Muskau verbunden, das Sie über die BAB 15 und die B 115 erreichen. Hier hat er das Tal der Neiße in ein gärtnerisches Kunstwerk - heute Unesco-Welterbe - verwandelt. Eine gute Übernachtungsadresse ist das Kulturhotel Fürst Pückler.

Tag 2

Spüren Sie die Natur im Muskauer Park, lauschen Sie dem Vogelgezwitscher und Entengeschnatter, entdecken Sie die akribisch angelegten Sichtschneisen. Lernen Sie den Landschaftskünstler in der Fürst-Pückler-Ausstellung im Neuen Schloss kennen. Schreiben Sie einen Liebesbrief à la Pückler, und blicken Sie vom Schlossturm, bevor Sie Bad Muskau in westliche Richtung auf der B 156 verlassen. In Boxberg rechts nach Nochten abbiegen! Der jahrzehntelange Braunkohleabbau hat unzählige Steine hinterlassen. 5000 davon bilden heute die Touristenattraktion Lausitzer Findlingspark Nochten . Wenige Kilometer weiter auf der B 156 tauchen Sie in der ehemaligen Energiefabrik Knappenrode ein in das einstige Bergbaugeschehen der Region. Auf der B 156 kommen Sie über Hoyerswerda nach Großkoschen am Senftenberger See. Dort startet das Motorschiff Santa Barbara zu einer Rundfahrt über die einstige Braunkohlegrube. Entspannung winkt später in der Spa- und Saunalandschaft des Ayurveda & Naturresorts Seeschlösschen, wo Sie übernachten.

Tag 3

Fahren Sie nach Lauta und biegen rechts Richtung Bernsdorf/Kamenz ab. In Kamenz geht es weiter Richtung Bautzen bis Panschwitz-Kuckau, wo Sie zum Kloster St. Marienstern abbiegen. In der Schatzkammer des Nonnenklosters überrascht der Reichtum an Kunsthandwerk. Den Lunch für die leiblichen Bedürfnisse nach den geistigen Eindrücken serviert das Klosterstübel in der Abtei. Auf zum Kontrastprogramm: Fahren Sie Richtung Bautzen und biegen Sie in Salzenforst links ab, nach Kleinwelka . Im Saurierpark wandeln Sie auf den Spuren der Evolutionsgeschichte und bestaunen die in Lebensgröße nachgebildeten Urzeitriesen. Lust auf eine Herausforderung? Suchen Sie im benachbarten Irrgarten nach dem kürzesten Weg. Nicht mehr weit ist es bis ins mittelalterliche Bautzen mit seinem beeindruckenden Städteensemble, zu dem die Wasserkunst, der Reichenturm und der Petridom gehören. Als typisches Mitbringsel kaufen Sie Bautzner Senf im Bautzner Senfladen. Im sorbischen Restaurant Wjelbik gehört es zur Tradition, die Gäste mit Brot und Salz zu begrüßen, nette Zimmer offeriert das Hotel Alte Gerberei.

Tag 4

In Löbau , von Bautzen über die B 6 erreichbar, erwartet Sie ein Kleinod modernen Bauens: das Haus Schminke von Hans Scharoun. Nach der Besichtigung steigen Sie über 120 Stufen auf den gusseisernen König-Friedrich-August-Turm. Weiter geht es über die B 178, der Ausschilderung folgend rechts abbiegen, nach Obercunnersdorf . Hier drängen sich Hunderte hübsch anzuschauende Umgebindehäuser, die zum besonderen Flair der Oberlausitz gehören. Fahren Sie in Richtung B 6 und folgen Sie der Bundesstraße nach Görlitz . Die als das größte Flächendenkmal Deutschlands geltende Stadt weist Bauten von der Gotik bis zum Jugendstil auf. Schlendern Sie über die Plätze und durch die Gassen und besuchen Sie auch das Heilige Grab, eine mittelalterliche Nachbildung der heiligen Stätte in Jerusalem, und das Schlesische Museum. Im Restaurant Dreibeiniger Hund probieren Sie Lausitzer Gerichte, bevor Sie im Romantik Hotel Tuchmacher zur Nachtruhe kommen.

Tag 5

Fast entlang der Neiße fahren Sie auf der B 99 nach Zittau . Im Museum Kirche zum Heiligen Kreuz und im Kulturhistorischen Museum bewundern Sie das Große und das Kleine Fastentuch. Das Auto lassen Sie stehen, denn interessanter ist es, mit der dampfenden Schmalspurbahn (Hin- und Rückfahrt 15 Euro) ins Zittauer Gebirge nach Oybin zu zuckeln. Auf hohem Fels thront die Burg- und Klosterruine aus dem 14. Jh. Auf dem Weg dahin fasziniert die barocke Bergkirche. Naschen Sie sich im Wiener Café Meier durch das köstliche Torten- und Kuchenangebot, aber verpassen Sie nicht den letzten Zug zurück nach Zittau . Übernachten Sie im Hotel Dreiländereck, im Dornspachhaus können Sie noch einmal in urigem Ambiente Oberlausitzer Küche genießen.

Auf den Spuren Krabats

Tag 1

Starten Sie die Tour auf dem Marktplatz des historischen Städtchens Wittichenau an der Krabat-Stele, deren Figuren auf Episoden der Sage hinweisen. Wer kein eigenes Rad hat, kann eins bei der Tourismus GmbH Land und Leute mieten, es wird auf Wunsch nach Wittichenau gebracht und dort auch wieder abgeholt. Bevor Sie sich aufs Rad schwingen, werfen Sie einen Blick in die Pfarrkirche. Hier wurde 1704 der kroatische Obrist Johann Schadowitz, Vorbild für die Krabat-Figur, beerdigt. Vom Zentrum südlich über den Kolpingplatz führt ein Feldweg in das Dörfchen Kotten. Hier lädt die Krabat-Milchwelt mit Schaukäserei zum ersten Halt. Danach biegen Sie links auf eine wenig befahrene Straße ab, die Sie nach Groß Särchen bringt, Alterssitz und Sterbeort Krabats. Schauen Sie ins Krabat-Vorwerk, das Tourismus- und Begegnungszentrum, wo Sie Infos zu Krabat in der Region erhalten. Der Radweg schlängelt sich nun durch die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, passiert Wartha, Commerau und Truppen. Setzen Sie sich zum Picknick an den Fischteichen ans Ufer und beobachten die Vogelwelt. Im benachbarten Eutrich soll Krabat zur Welt gekommen sein und seine Kindheit verbracht haben. In Eutrich biegen Sie rechts auf die Landstraße nach Ralbitz. Der Ralbitzer Friedhof mit seinen weißen, gleich großen Kreuzen steht unter Denkmalschutz. Sie symbolisieren, dass jeder vor Gott gleich ist. Durch Wald geht es über Laske nach Zerna, von dort lohnt ein Abstecher nach Rosenthal zur Wallfahrtskirche St. Marien . Dem Wasser der Marienquelle neben der Kirche wird heilende Wirkung zugesprochen. Zurück in Zerna folgen Sie der Ausschilderung, die Sie über Räckelwitz und Crostwitz zum Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau leitet. Besuchen Sie Klosterkirche, Schatzkammer und den Garten. Stöbern Sie im Klosterladen nach einem Souvenir und stärken Sie sich mit einem Kaffee im Klosterstübel für den letzten Tagesabschnitt. Der führt nach Dürrwicknitz in die Alte Herberge und Töpferhof . Der Dreiseithof hält einfache Zimmer zur Übernachtung bereit. In der Werkstatt dürfen Sie unter fachlicher Anleitung etwas töpfern.

Tag 2

Über Wendischbaselitz mit sehenswerten Betsäulen und einer barocken Dorfkirche im Hauptort Nebelschütz bringt Sie der Radweg nach Kamenz . Nach einem Stadtrundgang mit der Besichtigung des Lessingmuseums und des Sakralmuseums verlassen Sie Kamenz in nördliche Richtung. Den Hinweisschildern folgend radeln Sie am Skaterpark vorbei über die Goethestraße und biegen von der Saarstraße auf den Jesauer Feldweg ab, dem Sie bis Deutschbaselitz folgen. Der Schweiß perlt? Schnell zum Großteich , dort lockt das Waldbad zu einem Sprung ins kühle Nass. In der Strandklause stärken Sie sich für die Weiterfahrt. Sie queren das Naturschutzgebiet Biehla-Weißiger Teichgebiet . Ein Teich reiht sich an den anderen, Vögel jubilieren, Frösche quaken. In Zeißholz zeigt das kleine Dorfmuseum Interessantes zur Bauern- und Bergbaugeschichte der Region. Nun heißt es in die Pedale treten, der Erlebnishof Krabat-Mühle Schwarzkollm ist das Ziel. In der Mühle soll Krabat das Müller- und Zauberhandwerk erlernt haben. Die nachgebauten Gebäude sind mit Requisiten aus dem Krabat-Film von 2008 ausgestattet. Auf zur letzten Etappe. Über Bröthen, Michalken und Neudorf Klösterlich erreichen Sie wieder Wittichenau .

Ein Stück den Oberlausitzer Bergweg entlang

10:00

Sie starten in Neusalza-Spremberg mit der Besichtigung des Reiterhauses. 1660 erbaut, gehört es zu den ältesten Umgebindehäusern der Oberlausitz. Weberstube und Schlafraum geben Einblick in die damalige Lebensweise. Etwa 100 m laufen Sie die B 96 entlang, biegen dann links in Richtung Schönbach ab und wenig später rechts in den Eichbergweg. Auf Waldwegen und neben der Bahnlinie laufend geht es über den Kuhberg (396 m) zum Naturdenkmal Alter Teich . Das dichte Schilf bietet zahlreichen Vögeln Unterschlupf. Machen Sie eine Pause am Rastplatz.

13:00

Die Tour führt weiter auf dem breiten Forstweg Lebeltstraße durch das Waldstück "Raumbusch". Hinter dem Wald biegen Sie links in die Ebersbacher Straße und machen Sie einen Abstecher nach Kottmarsdorf . Das Müllerstübchen lädt zur Einkehr ein. Besuchen Sie noch die Kottmarsdorfer Bockwindmühle aus dem Jahr 1843. Zurück auf der Lebeltstraße geht es Richtung Kottmar. Biegen Sie bei der Forstschutzhütte rechts ab, ein Schild mit einem roten Punkt weist den Weg zur höchstgelegenen der drei Spreequellen , die aus dem Felsgestein am Westhang des Berges plätschert. Dort können Sie sich bei der Spreequelltaufe von Zwerg Gerbod "taufen" lassen und der Sage der Entstehung der Quelle lauschen (Anm. in der Tourist-Information Eibau). Besteigen Sie anschließend den erloschenen Vulkan Kottmar (583 m), den "Kupper", wie ihn die Einheimischen nennen. Der Abstieg nach Walddorf erfolgt auf dem Bierweg zur Langen Gasse. Einen Besuch lohnt das Umgebindehaus Haus Spinnwebe mit Handweberei und Schauwerkstatt.

16:00

Auf der Jahnstraße, parallel zur B 96, erreichen Sie wenig später den Faktorenhof in Eibau. In dem historischen Dreiseithof befinden sich auch die Tourist-Information und das Heimat- und Humboldtmuseum. Probieren Sie bei einer Pause im Eibauer Brauhaus auch das Eibauer Schwarzbier, bevor Sie den Bus zurück nach Neusalza-Spremberg nehmen.

Mit dem Kanu unterwegs im Unterspreewald

9:00

Sie mieten in Lübben bei der Kanuvermietung Gebauer ein Boot und lassen es bei der Schlossinsel zu Wasser. Nach kurzer Einweisung geht es los. Sie paddeln links um die Ecke, einige Meter die Hauptspree entlang und schon kommt die erste Herausforderung: die Schleuse am Schlosscafé . Folgen Sie einfach der Bedienungsanleitung auf den Schildern. Weiter geht es durch Lübben, eine eng mit dem Wasser verbundene Stadt. Am nördlichen Stadtrand mündet rechts der Nordumfluter in die Spree. Sie durchpaddeln eine aufgelockerte Wiesenlandschaft. Lassen Sie das Boot auch mal treiben, genießen Sie das Naturparadies. Plötzlich raschelt es: ein Biber? Mehr als 100 Jahre waren die Nagetiere im Spreewald ausgestorben, in den letzten Jahren sind sie zurückgekehrt. Die Hartmannsdorfer Schleuse taucht auf. An Wochenenden und in den Ferien bedienen Schüler die Schleuse, eine seit Jahrzehnten bestehende Tradition. Sie erwarten als Dankeschön den "Schleusengroschen", heute meist 1 Euro. Von hier sind es noch 2 km bis zum Mittagessen.

12:00

Dafür kehren Sie in der traditionsreichen Gaststätte Petkampsberg ein. Gestärkt geht's weiter. Nach wenigen Metern sehen Sie links die Wasserburger Spree, die ins Waldgebiet "Kriegbusch" führt, Sie bleiben aber auf Ihrem Kurs. Mäusebussard und Rotmilan ziehen Kreise, Libellen tanzen um das Boot, Störche staken über die Wiesen. Mehr als 100 Brutpaare werden jedes Jahr im Spreewald gezählt.

13:30

Wenn der Mischwald auftaucht, liegt Schlepzig vor Ihnen. Nach der Brücke biegen Sie links ins Zerniafließ ein und nach etwa 300 m rechts in die Quaasspree. Nach rund 500 m erreichen Sie den Wasserwanderrastplatz. Einen Blick in die Wasserwelt des Spreewaldes offeriert Ihnen nahe am Hafen die Naturparkausstellung "Unter Wasser unterwegs". In Aquarien tummeln sich viele in den Spreewaldfließen beheimatete Fische, in 150-facher Vergrößerung sind Wasserflöhe zu beobachten.

15:00

Die Rückfahrt auf derselben Strecke wird nicht langweilig, denn die Landschaft hält aus dem entgegengesetzten Blickwinkel neue Bilder bereit. Angst vorm Kentern des Paddelboots brauchen Sie übrigens nicht zu haben. "Wer im Spreewald ertrinkt, ist nur zu faul zum Aufstehen", heißt es scherzhaft, denn die maximal 4 m breiten Fließe sind selten über 1 m tief.

18:00

Nachdem Sie das Paddelboot in Lübben zurückgegeben haben, können Sie sich an der nahen Naturbadestelle der Spree-Lagune südlich der Schlossinsel erfrischen. Dann kann der Tag beim Abendessen in einem der Restaurants in Lübben ganz gemächlich ausklingen.

Weiter zu Kapitel 16

Die Lausitz kennen die Reisejournalisten Kerstin Sucher und Bernd Wurlitzer (www.tourismus-journalisten.de) seit ihrer Kindheit. Immer wieder zieht es sie hierher. Beim Bummel durch die mittelalterlichen Städte und in der einzigartigen Spreewaldnatur vergessen sie mitunter, dass sie nicht zum Vergnügen, sondern zum Arbeiten hergekommen sind.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de