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Reiseführer Las Vegas:Essen & Trinken

Nobellokal und preiswertes Schlemmerbuffet: Las Vegas als kulinarische Metropole mit Spitzenköchen aus aller Welt

Wie ein Magnet zieht die Stadt Chefköche aus aller Welt an. Der gebürtige Österreicher Wolfgang Puck brachte 1992 mit der Eröffnung des Spago die Welle ins Rollen. Puck selbst betreibt inzwischen mehr als ein halbes Dutzend Restaurants in Las Vegas. Ihm folgten renommierte Köche aus aller Welt.

Eine wahrhaftige Tellerwäscherkarriere legte André Rochat hin: 1965 mit leeren Händen aus Frankreich in die USA eingewandert, zählt er heute mit zwei Top-Restaurants ( André's im Monte Carlo und Alizé im Palms) zu den etablierten Spitzenköchen von Las Vegas. Mit der Ankunft von preisgekrönten französischen Köchen wie Joël Robuchon und Alain Ducasse festigte Las Vegas seinen Ruf als Gourmetmetropole. Seither haben auch immer mehr amerikanische Starköche aus anderen Metropolen eigene Restaurants in Las Vegas eröffnet: Michael Mina aus San Francisco, Thomas Keller aus dem Napa Valley, Emeril Lagasse aus New Orleans, Charlie Palmer aus New York und viele mehr.

Sei es Foie gras oder ein saftiges Steak, süß-saures Schweinefleisch oder Sushi, Enchiladas, Cannelloni oder Ihnen vielleicht weniger bekannte Gerichte: In Las Vegas finden Sie ethnische Spezialitäten aus aller Welt, wobei viele Restaurants mehrere Geschmacksrichtungen parallel servieren. Und auch Weinkenner kommen auf ihre Kosten. Manche Luxusgastronomie glänzt mit einer ausgezeichneten Weinkarte, die selbst in Frankreich nicht überboten werden kann.

Zudem weiß man in Las Vegas besonders zu beherzigen, dass das Auge mitisst. Die Speisen werden oft kunstvoll drapiert, vielerorts bieten ausgefallene Dekorationen Abwechslung zwischen den Gängen. Dementsprechend bitten die Gourmettempel um angemessene, teils auch elegante Kleidung (kurze Hosen, Jeans und Turnschuhe sind unerwünscht). Für die meisten nicht an Klimaanlagen gewöhnten Europäer gilt: immer etwas zum Überziehen mitnehmen! Denn während Sie draußen bei weit über 30 Grad Celsius brüten, könnten Sie drinnen eine Gänsehaut bekommen.

Für Restaurants der gehobenen und der mittleren Kategorien sollten Sie unbedingt reservieren, denn die Nachfrage nach exklusiven Speisen in ansprechender Umgebung ist gewaltig. Die beste Ansammlung gehobener Restaurants haben das Mandalay Bay , das CityCenter und das Bellagio zu bieten – neuester Trend sind stylisch dekorierte Lounge-Restaurants, wie sie vor allem im Aria oder Cosmopolitan zu finden sind –, während Sie im New York-New York und im Caesars Palace Restaurants der mittleren Kategorie erwarten. Viele haben auch günstige Lunch-Menüs. Auf diese Weise wird so mancher Luxusschuppen erschwinglich.

Die Preise sind übrigens immer netto, d. h. ohne Steuer (7,5 Prozent) und Bedienung (15–20 Prozent). Und anders als in Deutschland ist das Trinkgeld (tip) kein Zubrot für die Kellner, sondern die einzige oder hauptsächliche Einnahmequelle. Lassen Sie sich auch nicht beim Studieren der Speisekarten verwirren: Mit entrée (Betonung auf der ersten Silbe) wird hier keineswegs die Vorspeise, sondern das Hauptgericht bezeichnet.

Obwohl Las Vegas damit wirbt, eine schlaflose Stadt zu sein, schließen die meisten Restaurants wie in anderen Städten auch vor Mitternacht (die angegebenen Zeiten bedeuten nicht, dass die Lichter ausgehen, sondern last seating bzw. last order). Aber eben nicht alle. 24-Stunden-Lokale werben häufig mit graveyard specials (wörtlich: Friedhofsangeboten), die nach der Geisterstunde serviert werden.

Café

Nach wie vor sind die zahlreichen Buffets das Markenzeichen von Las Vegas. Trotz großer Preissteigerung finden Sie hier meist immer noch eine großartige Auswahl qualitativ guter Speisen für relativ wenig Geld (15–30 $ im Durchschnitt und nur 5–7 Prozent Trinkgeld für Gedeck und Service, je nach Wochentag und Tageszeit). Für ganz Hungrige gibt es sogar eine Art „All you can eat“-Pass, mit dem man den ganzen Tag ans Buffet zurückkommen kann – manchmal sogar gleich in mehreren Kasinos. Reservierungen akzeptieren die meisten Buffets nicht, und so muss man sich mit den langen Warteschlangen – gerade bei den besten Adressen – abfinden. Kommen Sie entweder sehr früh oder recht spät, wenn der große Ansturm bereits vorbei ist.

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Den seit Langem auf Amerika spezialisierten Autor und Filmemacher begeistert an Las Vegas immer wieder die skurrile Kunstwelt mitten in der Wüste. Die schicken Pools und ein nächtlicher Bummel durch die Kasinos gehören für ihn zu einem USA-Trip einfach dazu: „Las Vegas zeigt Amerika in all seinen Extremen.“ Als Nordamerika-Korrespondent von GEO Saison lebt er in München und Vancouver.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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