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Reiseführer Las Vegas:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Las Vegas perfekt im Überblick

11:00

Vormittags ist Las Vegas öde. Also: Kräfte sparen, ausschlafen, eine Stunde an den Hotelpool. Dann ein ausgiebiges Brunchbuffet im eigenen Hotel oder am Startpunkt der Tour, im Mandalay Bay ganz am Südende des Strip, wo man - selten in Las Vegas - im Buffetrestaurant mit Blick ins Grüne sitzt. Gut gestärkt geht's nun los, vom Mandalay Bay aus immer am Las Vegas Strip entlang nach Norden. Wegen der Mittagshitze am besten zuerst nach drinnen - mit der Tram zur gigantischen, klimagekühlten Pyramide des Luxor . Je nach Interesse lohnt sich hier eine Stunde Spurensuche nach versunkenen Schätzen in der Ausstellung Titanic: The Artifact Exhibition, oder Sie wagen sich gleich im selben Gebäude in die etwas gruselige Ausstellung Bodies... The Exhibition.

Per Tram fahren Sie vom Luxor weiter zur knallbunten Märchenfassade des Excalibur und bummeln von dort entlang der Westseite des Strip nach Norden: Vorbei an der Freiheitsstatue vor dem New York-New York, dem Freiluftareal The Park und dem Luxus-Shoppingcenter Crystals at CityCenter über die Fußgängerbrücke zum schicken Cosmopolitan mit seinem wahnwitzigen, mehrstöckigen Kristallkronleuchter im Kasino und weiter zum Bellagio . Nicht verpassen: den Blumengarten neben der Lobby im Bellagio und einen Blick auf die zur Musik getakteten Wassershow in der Lagune. Im Hintergrund ragt hier - perfekt für ein Selfie - der Eiffelturm auf. Bitte lächeln! Und setzen Sie irgendwo auch mal ein paar Dollar beim Blackjack oder Roulette. Toi, toi, toi, vielleicht klappt es ja.

16:00

Auf der Nordseite der Flamingo Road erwarten Sie im eleganten Caesars Palace römische Impressionen und die von einem Kunsthimmel überdachten Forum Shops. Spätestens jetzt wird es Zeit für eine Pause und für eine kleine Mahlzeit: kühl in den Lokalen der Forum Shops, vielleicht lecker mexikanisch mit tostada salad im Border Grill (Tel. 1702-854 6700 | €€). Oder wenn Sie lieber auf einer Terrasse in der frischen Luft sitzen wollen, versuchen Sie es schräg gegenüber im Margaritaville.

Nehmen Sie für das nächste Stück der Route die Ostseite des Strips: Das Flamingo Las Vegas , heute das älteste Hotel am Strip, wirkt mit seinen niedrigen Decken im Kasino wie aus einer anderen Zeit. Wenn es im Winterhalbjahr nun schon dunkel wird, gönnen Sie sich nebenan in The Linq ein wahres Highlight: zum Sonnenuntergang eine Fahrt mit dem Riesenrad High Roller hoch über den zuckenden Lichtreklamen (im Sommer machen Sie dies lieber zum Abschluss des Tages). Gleich nebenan: das Megakasino The Venetian mit Fotostopp draußen sowie Gondelkanälen, Shoppingarkaden und großer Piazza drinnen im ersten Stock! Vor dem Venetian, rechts von der Lagune, fahren dann die Deuce-Doppeldeckerbusse zur Downtown ab.

19:30

Nach einer guten halben Stunde Fahrt stehen Sie unter dem Baldachin der Fremont Street Experience mitten in der Downtown, dem alten Las Vegas. Nach Sonnenuntergang erstrahlt die gesamte Straße mit tollen Lightshows, und an Wochenenden spielen bei Festivals oft Bands. An einer Zipline können Sie in 15 m Höhe über die Streetparty sausen. Sehenswerte Kasinos sind das nostalgisch anmutende Golden Gate (hier müssen Sie ganz traditionell den Shrimpscocktail essen) und das mit Schätzen und Erinnerungsstücken aus aller Welt gespickte Main Street Station .

Für die Rückfahrt fahren am Casino Center Boulevard die SDX-Downtown-Express-Busse ab, die Sie in gut einer halben Stunde zurück an den Strip bringen - am besten bis zur Haltestelle am Paris Las Vegas , leicht zu erkennen am nun hell erleuchteten Eiffelturm. Ringsum strahlen die Neonreklamen in voller Pracht. Und gegenüber wirkt nachts die Wassershow vor dem Bellagio mit Musik ganz besonders romantisch (bis 24 Uhr). Falls Sie vorab eine der legendären Shows von Las Vegas gebucht haben, ist nun Einlass: z. B. in eine Retro-Show wie Solid Gold Soul im Bally's . Danach bummeln Sie noch einmal über den Strip und genießen z. B. im schicken Cosmopolitan in dessen Kristallbar oder im Nightclub Marquee einen Drink. Und wenn Sie dann noch die Kraft haben, ist spätestens jetzt Glücksspiel angesagt - Gambling bis zum Morgengrauen...

Ins Tal des Todes

7:00

Kaffee mit ins Auto, los geht's. Je früher Sie von Las Vegas auf der I-5 nach Süden starten, desto besser. Von der I-5 nehmen Sie die Abfahrt Blue Diamond Road West und folgen dem Hwy. 160 nach Westen bis zum Örtchen Pahrump. Hier links ab auf die Bella Vista Road und über Death Valley Junction mit seinem fotogen verwitterten Opera House auf der SR 190 weiter in den Death Valley National Park in Kalifornien. Kurz hinter der Einfahrt in den Nationalpark biegen Sie links ab zu Dante's View , wo Sie 2000 m hoch über der Talsohle ein gigantischer Fernblick über fast das ganze, 180 km lange Death Valley erwartet. Zurück an der SR 190 geht es nur noch bergab, zu den Sandsteinfelsen des Zabriskie Point und weiter zur Abzweigung der Badwater Road nach Süden zum tiefsten Punkt Amerikas: Badwater , 86 m unter dem Meeresspiegel, ist die tiefste Stelle in einem öden, fast ausgedörrten Salzsee - und die heißeste. 57 Grad wurden hier schon gemessen. Nehmen Sie auf dem Rückweg nach Norden den 15 km langen, von pastellfarbenen Sandhügeln flankierten Artist's Palette Drive, wo Sie trotz Mittagshitze ein paar Wanderschritte zu Aussichtspunkten machen sollten.

13:00

Zeit für eine Pause im Schatten: Furnace Creek ist die größte Oase im Zentrum des Tals. Mit großem Visitor Center, einem klimagekühlten Restaurant in der Ranch at Death Valley und dem dazugehörigen tiefsten Golfplatz der Welt - für Golfer unbedingt eine Runde wert, schon wegen des Partyprahlfaktors. Weiter geht's: Auf der SR 190 nach Norden bis zu den Mesquite Flats Sand Dunes , Kulissen in vielen alten Hollywood-Western und später auch im "Krieg der Sterne", die nun im Nachmittagslicht rotgolden zu leuchten beginnen. Vom Highway aus sind die 40 m hohen Sandberge in einer kurzen Wanderung zu erreichen.

17:00

Über die SR 190 und die Daylight Pass Road führt die Route nun wieder über die Grenze zurück nach Nevada. Der Silberstaat empfängt Sie mit einer echten Geisterstadt, Rhyolite , einst ein boomender Bergbauort. Heute sind die Geister seltsame, wie in Bettlaken gehüllte Figuren - das Projekt eines belgischen Künstlers. Da passt im Örtchen Beatty etwas weiter an der SR 374 der knorrige Happy Burro Saloon perfekt ins Bild und serviert prima Chili und billiges Bier zum Dinner. Auf der US 95 sind es noch rund zwei Stunden Fahrt zurück nach Las Vegas .

Grand Canyon und Route 66

Tag 1

Lassen Sie das Frühstücksbuffet im Hotel links liegen und fahren Sie von Las Vegas gleich auf dem Hwy. US 93 nach Süden los. In den Coffeeshops von Boulder City bekommen Sie ein besseres Frühstück, z. B. im Southwest Diner. Kurz hinter Boulder lohnt an der US 93 ein Stopp im Alan Bible Visitor Center , eine gute Vorbereitung auf die erste Attraktion der Route: den monumentalen Hoover Dam (Abzweigung von der US 93 an der Hoover Dam Access Road). Zeit für eine längere Führung bleibt nicht, aber es ist schon ein Erlebnis, einmal auf dem riesigen, 221 m hohen Betonwall zu stehen. Weiter auf der US 93, die direkt unterhalb des Hoover Dam die Schlucht des Colorado überquert und nun in Arizona weiterführt. In Kingman zweigen Sie auf die Autobahn I-40 ab, die über die weiten, einsamen Ebenen Nordarizonas stracks gen Osten zielt. Nächster Stopp: Williams , ein Touristenstädtchen an der alten Route 66 mit Westernflair, vielen Lokalen und witzigen Souvenirläden entlang der Railroad Avenue. Gut zum Lunch mit Roadmoviecharme: die Terrasse des Cruiser's Cafe 66.

Von Williams ist es eine Autostunde auf der US 64 und US 180 bis zum Südrand des Grand Canyon National Park . in weiser Voraussicht haben Sie vorab ein Hotel im Grand Canyon Village gebucht, sonst sollten Sie vor dem Parkeingang zunächst nach einer Unterkunft suchen. So oder so: Fahren Sie nach dem Einchecken zum Visitor Center im Nationalpark und parken Sie dort. Den ersten atemberaubenden Blick in die 1600 m tiefe Schlucht und auf ihre imposanten Felstürme bietet dort der Mather Point. Wandern Sie am Canyonrand rund 1 km weiter zum Yavapai Point. Dort ist es etwas ruhiger und der Blick gen Westen im Abendlicht wechselt zu immer neuen Perspektiven. Ein grandioses Erlebnis. Wenn im Sommer noch viel Zeit bis zum Sonnenuntergang bleibt, lohnt es, den Shuttlebus bis zum Hopi Point zu nehmen.

Tag 2

Nutzen Sie den Vormittag für eine aussichtsreiche Radtour vom Grand Canyon Village bis zum 13 km entfernten Hermit's Rest . Radvermietung bei Bright Angel Bike Rentals gegenüber dem Visitor Center. Die Strecke führt auf Radwegen und der geteerten Hermit Road zu mehreren Panoramapunkten über das Labyrinth der steilen Felsklippen. Nach einer kurzen Stärkung im Ort beginnt die Abfahrt vom Grand Canyon: Über US 180 und US 64 kommen Sie wieder nach Williams und zurück zur I-40. Nehmen Sie nun aber den Exit 123 nach Seligman , den berühmtesten der kleinen Orte an der Route 66 in Arizona. Mit Neonschildern und polierten Oldtimern am Straßenrand regiert hier pure Nostalgie. Das fotogene Degadillo's Snow-Cap Drive-In ist perfekt für einen Kaffeestopp. Von hier führt die alte Route 66 über Peach Springs als wunderbar einsame Nebenstrecke weiter westwärts. In Kingman kommen Sie wieder zurück in die Zivilisation - genau rechtzeitig zum Dinner. Probieren Sie im alten Ortszentrum mal ein BBQ im Südstaatenstil bei Redneck's Southern Pit BBQ. Danach sind es von Kingman aus auf der US 93 noch knapp zwei Stunden Fahrt zurück bis Las Vegas .

Ins Canyonland von Utah

Tag 1

Nehmen Sie von Las Vegas zunächst die Autobahn I-15 nach Norden bis Exit 75 zur Zufahrtsstraße ins Valley of Fire State Park , Nevadas größten State Park und ein idealer Auftakt der Canyonreise. Vom Ende der Seitenstraße hinter dem Visitor Center können Sie auf dem White Domes Trail eine halbe Stunde in das zackige Gewirr roter Felsen hineinwandern.

Zurück am Visitor Center führt die Route dann vorbei am Nordende des riesigen, vom Hoover Dam aufgestauten Lake Mead über Overton Beach mit seinem historischen Lost City Museum (am Hwy. 169 | Eintritt 5 $) zurück zur I-15 und über die Grenze nach Utah (Achtung: eine Stunde Zeitverlust). Bei der Mormonenstadt St. George zweigen Sie auf die SR 9 ab, die durch das von roten Felswänden gesäumte Tal des Virgin River zum Tagesziel Springdale führt. Schön zum Dinner ist nach einem Bummel durch die Läden und Galerien des Orts die lauschige Terrasse von Oscar's Cafe.

Tag 2

Springdale gilt als Tor zum Zion National Park , in dessen wild zerklüfteter Felsenwelt Sie den Vormittag mit einer Shuttlebustour und Wanderung in den Zion Narrows verbringen. Zu einem Bisonburger als späten Lunch lädt danach auf der Weiterfahrt am Hwy. 9 die Zion Mountain Ranch. Hwy. 89 und SR 43 bringen Sie dann nach Süden zu den phantastischen Coral Pink Sand Dunes . Bei der Rückfahrt nach Norden nehmen Sie die Hancock Road zum Hwy. 89 bis zum Städtchen Kanab , wo schon zahlreiche Westernfilme gedreht wurden. Übernachtungstipp: die stylisch-rustikale Canyons Lodge.

Tag 3

Nun kommt der wildere Teil der Route: 46 Meilen östlich von Kanab zweigt linker Hand vom Hwy. 89 die Cottonwood Road ab, eine begradigte Schotterpiste, die durch einsame Felswildnis zum Kodachrome Basin State Park führt. Schön: eine ein- bis zweistündige Wanderung in einem slot canyon etwa auf halber Strecke. Auf einer Teerstraße geht es weiter bis Cannonville und von dort nach links auf den Hwy. 12 und zum Bryce Canyon National Park . Das berühmteste Schutzgebiet im Süden Utahs ist eine Wunderwelt filigraner Felssäulen, die Sie nun am Nachmittag erwandern können: auf einem Rundkurs vom Sunset Point auf Queens Garden, Navajo und Rim Trail. Mit Buchung vorab wohnen Sie dann gleich in Laufweite in der historischen, schön renovierten The Lodge at Bryce Canyon.

Tag 4

Für die Rückfahrt nach Süden nehmen Sie zuerst den Hwy. 12 westwärts, im Tal des Sevier River den Hwy. 89 nach Süden und dann den Hwy. 14 über das dicht bewaldete Markagunt Plateau. Auf Passhöhe lohnt ein Abstecher auf der SR 148 zum Cedar Breaks National Monument . Viel einsamer als im Bryce Canyon stehen hier auf 3000 m Höhe vielfarbige Felssäulen an einem Steilabbruch. Schön für eine gut einstündige Wanderung: Ramparts Trail bis Spectra Point, wo 1600 Jahre alte Kiefern wachsen. In Cedar City zweigen Sie dann auf die I-15 ab, die zurück nach Las Vegas führt.

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Den seit Langem auf Amerika spezialisierten Autor und Filmemacher begeistert an Las Vegas immer wieder die skurrile Kunstwelt mitten in der Wüste. Die schicken Pools und ein nächtlicher Bummel durch die Kasinos gehören für ihn zu einem USA-Trip einfach dazu: „Las Vegas zeigt Amerika in all seinen Extremen.“ Als Nordamerika-Korrespondent von GEO Saison lebt er in München und Vancouver.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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