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Reiseführer Japan:Special

MARCO POLO Autoren Angela und Rainer Köhler

Erleuchtung garantiert

Im Kloster das echte Tempelleben studieren

Wer in Japan Stille und Selbsterkenntnis sucht, findet sie in den geweihten Gemäuern der Shukubus auf dem Tempelberg Koya-san, 90 Bahnminuten von Osaka entfernt. Auf diesem weiträumigen Gelände in 900 m Höhe befinden sich 58 Klöster, die Tempelübernachtungen anbieten in kargen, kleinen Räumen, ausgestattet oft mit nicht viel mehr als einer Futonmatte, aber mit einer köstlichen, meist vegetarischen Abendmahlzeit und mit japanischem Frühstück. Bei Ausländern beliebt ist Rengejo-in mit 48 Gästezimmern, berühmt für seinen Tofu und den Altarraum für Meditation (auch auf Englisch). „Meditieren sollte man täglich“, predigt Chefpriester Ryusho Soeda, „und zwar so lange, wie ein Räucherstäbchen zum Abbrennen braucht“. Tel. 0736/56-2006 | Fax 56-4743 | Reservierung auch über Tourist-Association Koyosan Kanko Kyokai Tel. 0736/56-2616 | www.shukubo.jp/eng | €

Sakura-Partys

Laut und leise: Wo die Japaner die Kirschblüte feiern

Mitte März bis Anfang April schneit es in Japan Kirschblüten (sakura = Kirschblüte). Und wenn dann auch noch der Vollmond scheint, verfällt das ganze Land in Hysterie. Was eigentlich bloß Hanami (Kirschblütenschau) heißt, bedeutet für die Japaner viel Essen und noch mehr Zechen. Die größte Party findet in Tokios Ueno-Park statt, wo sich am Wochenende bis zu 1,5 Mio. Vergnügungssüchtige austoben. Auf Tokios Prominentenfriedhof Aoyama wird neben den Gräbern die schrägste Party gefeiert - mit Karaoke bis zum Morgengrauen. Party ganz klassisch: Am Fluss Ujigawa südlich von Kyoto wird am 7. und 8. April das alte Nippon nachempfunden. Party-Geheimtipp: Am Berg Yoshino, unweit von Nara, blühen den ganzen April über mehr als 100000 Kirschbäume. Und der kleine Ort Yoshino nennt sich am 11. und 12. April „Welthauptstadt der Kirschblüte“.

Leeres Orchester

Beim Karaoke-Abend wird jeder zum Star

Beim Karaoke bauen Japaner Stress und Schüchternheit ab. Auch das verklemmteste Büromädchen taut auf, wenn es für sein hingehauchtes Solo von den Kollegen lautstark Applaus bekommt. Selbst wenn man die ausgewählte Playback-Melodie mit dem eingespielten Text (oft auch auf Englisch) nicht so richtig in Einklang bringt - hier wird jeder zum Star. Zum Singen mit „leerem Orchester“ - was Karaoke in etwa bedeutet - geht man am besten in die mehrstöckigen Karaoke-Häuser der Kette Big Echo. In der Tokioter Ginza kostet die schalldichte Kabine 700 Yen pro Stunde/Person, eine kleine Party 5200 Yen und das Singen mit 20 Personen 9600 Yen. Zur Happy Hour (bis 18 Uhr) gilt der unlimitierte Pauschalpreis von 1200 Yen, nach Mitternacht bis morgens um 5 Uhr kann man für 2800 Yen durchsingen. Tgl. | 1-6-5 Yurakucho | Tel. 03/5251-5500

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Wer mehr als 25 Jahre in Japan lebt und arbeitet, muss dieses Land, seine Menschen, ihre Mentalität und Kultur einfach mögen. Das Fremde ist längst vertraut geworden, auch weil beide Journalisten täglich ihr Gastland beobachten und sensibel werden für das Besondere und für Veränderungen. Das Neue zu suchen, macht ihren Job als Korrespondenten deutschsprachiger Medien so spannend.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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