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Reiseführer Japan:Freizeit & Sport

Kochen auf Japanisch und Radfahren durch eine der spannendsten Städte der Welt - so erleben Sie Japan mal ganz anders

MARCO POLO Autoren Angela und Rainer Köhler

Mit Blitzkursen in Ikebana oder bei der Teezeremonie können Sie jedoch einen Eindruck gewinnen. Für Fans von Kampfsportarten haben sich mehrere Organisationen auch auf Ausländer eingestellt. Allerdings verlangen sie Einschreibe- oder Monatsgebühren.

Übrigens: Das Land, das drei Olympische Spiele und die erste Fußball-Weltmeisterschaft Asiens ausgerichtet hat, ist baseballverrückt. Fast schon fanatisch wird nicht nur das Geschehen in den zwei Ligen der professionellen japanischen Teams verfolgt, sondern auch das Auftreten japanischer Stars in der US-amerikanischen Profiliga.

Ikebana

In der Kunst des Blumenarrangements arbeiten sich Japaner regelrecht hoch und erreichen nach jahrelangem Training verschiedene Grade. Für Einsteiger gibt es bei den großen Ikebana-Schulen Schnupperkurse. Reservierung ist unbedingt erforderlich. In der Sogetsu-Ikebana-Schule in Tokio-Aoyama können Sie eine Probestunde mit Blumen für 3150 ¥ buchen. Tel. 03 34081151 | Programm und Anmeldung: www.sogetsu.or.jp/e

Japanisch Kochen

Japanisch Kochen - das zeigt Emi Hirayama in ihrer Küche in Kyoto. Sie demonstriert Hausmannskost von typischen und sehr gesunden Gerichten bis zu den berühmten Süssigkeiten der ehemaligen Residenzstadt. Hier sind auch Vegetarier zu Hause. Neben dem Kochen lernen Sie auch viel über die Stadt und ihre Einwohner. Anmeldung per E-Mail unter cooking@kyotouzuki.com erforderlich. Ab 4000 ¥ | Sakyo | www.kyotouzuki.com

Judo

Die weltweit bekannteste Kampfsportart Japans geht auf eine Selbstverteidigungsform zurück, die die Samurai praktizierten. Dabei soll die Kraft des Gegners zum eigenen Vorteil bei Griffen und Würfen genutzt werden. Die berühmteste Schule für Judo ("sanfter Weg") ist Kodokan in Tokio. Einschreibegebühr 5000 ¥ | rund 8000 ¥/Monat (Zuschauen von der Galerie ist kostenlos) | Tel. 03 38184199 | www.kodokan.org

Kendo

Traditioneller Schwertkampf wird heute auch an vielen Schulen als Sport praktiziert. Die Waffe ist ein Bambusschwert, die Akteure tragen Maske, Brustplatte und Handschuhe, die gleichzeitig die Ziele des Gegners sind. Trainiert werden kann in der berühmten Halle Tokyo Budokan. 300 ¥ pro Übungseinheit, 20 Einheiten 6000 ¥ | Auskunft: All Nippon Kendo Federation | Tel. 03 32115804 | www.kendo-fik.org

Radfahren

Außerhalb der großen Citys bieten sich auf den Inseln Hokkaido, Kyushu, Shikoku sowie in weniger besiedelten Gebieten auf Honshu viele herrliche Landschaften und Ziele für ausgedehnte Touren an. Räder können an Bahnhöfen für 500 bis 1500 ¥ pro Tag ausgeliehen und an der nächsten Station wieder zurückgegeben werden. In den Großstädten sind Radler bislang weniger gelitten. In Tokio richten die Stadtväter immerhin erste Radwege ein, ansonsten ist es sehr anstrengend, sich den Weg durch die Fußgänger zu bahnen. Stressfrei bewegen sich Fahrer am Sonntag rund um den Kaiserpalast. Dann sind mehrere breite Straßen durch das weiträumige Areal für den Autoverkehr gesperrt und für Freizeitsportler reserviert, die sich ihr Zweirad kostenlos bei der Imperial Cycling-Station (hinter dem Babasakimon-Tor) ausleihen können. Geführte Touren durch Tokio auf Englisch bietet an Dienstagen, Donnerstagen, Samstagen, Sonntagen sowie auf Anfrage das Tokyo Great Cycling Tour Office an. Der jeweils ca. sechsstündige Ausflug kostet inklusive Rad, Führung, Versicherung und Lunchbox 10000 ¥. Tel. 03 45902995 | www.tokyocycling.jp

Das Fahrrad wird auch in der alten Kaiserstadt Kyoto salonfähig und ist das beste Mittel, die Stadt kennenzulernen. Kyoto Cycling Tour Project bietet sieben interessante Thementouren zwischen drei und acht Stunden Dauer an, auch mit einem Kochkurs. Ab 5900 ¥ | Tel. 075 3543636 | www.kctp.net/en

Ski & Snowboarding

Japan ist eines der schneereichsten Länder der Welt mit rund 700 Skigebieten. Tolle Bedingungen finden Wintersportler auf der Insel Hokkaido, wo es rund fünf Monate Pulverschnee und im Gegensatz zu anderen Zentren auch Langlaufloipen gibt. Informationen zu Pisten nahe Sapporo: www.welcome.city.sapporo.jp/english/ski/sapporo.html

Japans größtes Skiareal Shiga Kogen (www.shigakogen.gr.jp/english) mit rund 70 Liftanlagen ist von Tokio in 90 Minuten mit dem Schnellzug zu erreichen. Die anspruchsvollsten Olympiapisten bietet das Hakuba-Tal, das auf 2000 m Höhe liegt. Hier läuft der Skibetrieb bis Anfang Mai. Zu den zehn Hakuba-Resorts, die als Top-Destinationen für Schneefreaks gelten, gehört Happo-One, das wie Hokkaido sehr ausländerfreundlich ist. www.snowjapan.com bietet einen Überblick über alle Zentren mit Karten, Anzahl der Lifts, Preisen, Länge der Pisten und Schwierigkeitsgrade sowie Wettervorhersagen. Auf der Ski- und Snowboard Videosite www.snowjapan.tv kann man sich die Gebiete anschauen.

Strände & Surfen

Obwohl Japan ein lang gestrecktes Inselreich ist, sucht man tropische Paradiese und gepflegte Strände meist vergeblich. Aber mittlerweile sind Naherholungsgebiete entstanden, in denen Surfer, Kanuten und Schwimmer zum Zuge kommen. Zu den populärsten Zentren der Tokioter gehören die Shonan-Strände in Kamakura, rund 50 km von Tokio entfernt und gut per Bahn zu erreichen.

Der Pazifische Ozean ist vergleichsweise ruhig und auch für Surfanfänger geeignet. Die Badesaison dauert vom 1. Juli bis 31. Aug. Im Sommer ist überall Party angesagt. Professionelle Surfer fahren auf die Izu-Halbinsel zu den Shirahama-Stränden, die generell bei allen Wassersportlern beliebt sind. Günstige Zugverbindungen von Tokio brauchen ca. 3 Stunden Fahrzeit.

Tolle Surfbedingungen und schöne Strände bieten die Südinseln Ishigaki und Ogasawara, die allerdings rund 2000 km von Tokio entfernt und nur mit Flugzeug oder Boot (26 Stunden von Tokio) zu erreichen sind. Informationen: www.jnto.de und www.outdoorjapan.com

Sumo

Nippons angeblich 2000 Jahre alter Nationalsport ist leicht zu begreifen. Zwei stark übergewichtige und fast nackte Riesen prallen aufeinander, gewonnen hat, wer den anderen aus dem Ring drängt oder zu Fall bringt. Die Sache dauert selten länger als drei Minuten (Informationen unter www.sumo.or.jp/eng/index.html). Die Atmosphäre ist emotional, der Lärmpegel schlägt manche Disko, und mit ein wenig Glück kann man die fetten Halbgötter mit ihren geölten Frisuren nicht nur aus nächster Nähe bewundern, sondern auch kurz berühren, was angeblich deren Kraft auf einen selbst überträgt. Es gibt eine strenge Ranghierarchie. Nach jedem der sechs jährlichen Turniere können die Kämpfer befördert oder degradiert werden. Nur Großmeister behalten ihren Titel Yokosuna lebenslang und gründen oder übernehmen nach Karriereende meist eine Schule. Nach Anmeldung Besuch möglich z. B. in Dewanoumibeyam in Tokio | Tel. 03 36324920

Teezeremonie

Chado, der "Weg des Tees", ist ein Gesamtkunstwerk. Auch ohne Vorkenntnisse und Stunden im Schneidersitz kann man im Gartenrestaurant Happo-en in Tokio bei einer 30-minütigen Teezeremonie die Atmosphäre spüren. Tgl. 11-16 Uhr | Eintritt mit Gartenbesichtigung ab 3150 ¥ | Tel. 03 34417888 | www.happo-en.com/english/garden

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Wer mehr als 25 Jahre in Japan lebt und arbeitet, muss dieses Land, seine Menschen, ihre Mentalität und Kultur einfach mögen. Das Fremde ist längst vertraut geworden, auch weil beide Journalisten täglich ihr Gastland beobachten und sensibel werden für das Besondere und für Veränderungen. Das Neue zu suchen, macht ihren Job als Korrespondenten deutschsprachiger Medien so spannend.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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